schreibaby

Schreibaby: Wenn Eltern Hilfe brauchen!

Maik Schwede

Wenn ihr ein Schreibaby habt, wisst ihr es selbst am besten: irgendwann mal ist ein Punkt erreicht, an dem man am liebsten „kündigen“ würde. Einfach alles hinschmeißen, alles hinter sich lassen, das Weite suchen. Wer hat sich das Zusammenleben mit einem Baby schon so vorgestellt – sind wir doch mal ehrlich? Wohl keiner. Dass es schreien wird, war irgendwie schon klar aber doch nicht so oft, so lang und so exzessiv? 

Professionelle Hilfe für betroffene Eltern mit Schreibaby

Glücklicherweise gibt es für betroffene Eltern professionelle Hilfe. Das heißt also, dass ihr nicht erst so lange verzweifeln müsst, bis ihr kurz davor seid, aus der Haut zu fahren oder Schlimmeres. Allerdings, dass versteht sich von selbst: Ihr als Eltern müsst auch bereit sein, Hilfe anzunehmen. Denn es ist tatsächlich so: Wenn ihr ein Schreibaby habt, braucht nicht nur euer Nachwuchs Hilfe, sondern ihr auch. Und das ist keinesfalls böse gemeint und man muss es auch nicht missverstehen im Sinne von „wir wissen nicht, wie wir mit unserem Nachwuchs klar kommen sollen“. Wer ein Schreibaby hat, ist mit den Nerven am Ende und das zu Recht. Das hat mit euren elterlichen Qualitäten erst mal rein gar nichts zu tun. Denn vermutlich habt ihr, wie alle anderen Eltern auch, bereits alles Erdenkliche ausprobiert, um eurem kleinen Schreihals zu helfen. Aber bei Schreibabys ist das eben nicht so einfach und einen konkreten Plan gibt es leider auch nicht.  

Insofern habt ihr zwei Möglichkeiten: ihr kapituliert und versucht euch alleine durchzukämpfen mit dem Ergebnis, dass ihr irgendwann völlig die Nerven verliert – das kann ganz schön gefährlich werden. Oder ihr erkennt eure Situation und vor allem ihr bekennt euch dazu und entscheidet, dass es wenig Sinn macht, sich da alleine weiter durchzukämpfen

Ihr habt verschiedene Möglichkeiten  

Mal abgesehen von einer so genannten Schreiambulanz, die es in jeder Großstadt gibt, bieten sich auch noch andere Möglichkeiten. Denn vielleicht wohnt ihr ja leider nicht in der Nähe einer Großstadt und habt keine Möglichkeit, Lust oder Zeit, so eine weite Fahrt auf euch zu nehmen.  

Eine Möglichkeit von vielen ist das Krisentelefon, was speziell auf die Bedürfnisse junger Eltern abgestimmt ist.  

Das Krisentelefon: erste Anlaufstelle in Krisenzeiten 

Unter den kostenlosen Telefonnummer 0800/ 7100900 könnt ihr Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 19 – 22 Uhr jemanden erreichen, der euch möglicherweise helfen kann. Die Zeiten sind bewusst so gewählt, weil erstens Schreikinder besonders oft abends Probleme haben und zweitens um diese Uhrzeit kein niedergelassener Arzt Sprechstunde hat.  

Weiterhin hilfreich könnte das Elterntelefon sein, die Nummer gegen Kummer. Erreichbar ist dieser Kontakt unter 0800/1110550. Dieses Angebot besteht tagsüber und zwar Mo. bis Fr. von 9-11 Uhr sowie Di und Do von 17-19 Uhr.  

Ein Angebot von der evangelischen und katholischen Kirche ist die Telefonseelsorge, die 24 Stunden täglich kostenlos unter der Nummer 0800/1110111 erreichbar ist. Speziell für Eltern von Schreikindern ist die erste Nummer am meisten geeignetmanchmal kommen jedoch auch noch andere Probleme hinzu, so dass es durchaus auch angebracht sein kann, das Elterntelefon, dagenerell Hilfe beim Zusammenleben mit Kindern anbietet, oder auch die Telefonseelsorge eine gute Wahl sind.  

Soforthilfe: der praktische Kurs für Eltern mit Schreibabys 

Der Soforthilfe-Kurs ist genau das Richtige für Eltern von Schreibabys: Er beinhaltet jede Menge Tipps und Anregungen, wie sie diese Zeit einigermaßen unbeschadet überstehen können. Nicht bei jedem Kind hilft die gleiche Maßnahme, denn jedes Kind ist anders – deswegen bleibt nur, herumzuprobieren und dabei die Ruhe zu bewahren 

Anstatt unberechtigter Vorwürfe, denn das ist so ziemlich das Letzte, was Eltern in dieser Situation brauchen, gibt es hier regelmäßig Tipps und Informationen über das Zusammenleben und den Umgang mit Schreibabys. Was brauchen sie? Was sind ihre Bedürfnisse? Warum schreien sie um Himmels Willen überhaupt so viel? Was gibt es für Möglichkeiten, sie zu beruhigen? 

Ein Patentrezept für Schreibabys? 

Natürlich gibt es hierfür kein Patentrezept - das wäre dann doch ein bisschen zu viel versprochen 

Aber der eine oder andere Tipp könnte vielleicht schon zum Erfolg führen. Denn ganz wichtig bei der Sache ist, dass Eltern nicht resignierensondern die Herausforderung – auch wenn sie noch so schwierig erscheint – annehmen und versuchenmit ihrem Baby ein Team zu werden anstatt „gegeneinander“ zu arbeitenDazu gehört aber auch, sich einzugestehen, dass man überfordert ist. Das ist keineswegs eine Schande und auch sicherlich kein Anzeichen dafür, dass man nicht Herr der Lage ist bzw. seine Fähigkeit als gute Eltern anzweifeln sollte. Das Phänomen Schreibaby betrifft schließlich viele Eltern und der Begriff „gute Eltern“ lässt sich ganz sicher nicht darüber definieren, wie oft und intensiv ein Baby schreit.   

Es schrei und schreit – warum nur? 

Für das Schreien gibt es immer einen Grund – mal ist er ganz simpel, mal komplex. Mal ist er sofort erkennbar, meistens aber leider nicht. Das Baby schreit nämlich nicht, weil es die Eltern ärgern will, sondern weil ihm irgendetwas fehlt.  

Und genau hier setzt der Soforthilfe-Newsletter an: er umfasst verschiedene Erfahrungsberichte von Eltern, Beruhigungs-Methoden, die auch von Hebammen empfohlen werden sowie Lösungsansätze, die vielleicht nicht sofort naheliegend erscheinen, aber dennoch Erleichterung bringen könnten.  

Zudem rundet viel Wissenswertes rund um Schreibabys und um die elterliche Kommunikation mit ihrem Kind den Soforthilfe-Newsletter ab. 

Und zu guter Letzt, wenn so gar nichts helfen mag, ein paar Tipps, was Eltern in dem Fall tun könnten: nämlich Hilfe von außen annehmen.  

Schreitagebuch – manchmal der Schlüssel zum Aha-Erlebnis 

Heute schreit das Baby, weil es Hunger hat. Oder weil es zahnt. Wohingegen es gestern geschrien hat, weil es total übermüdet war. Oder war das vorgestern…? Moment mal…  wie war das doch gleich? 

Hierbei den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Und bei der Suche nach der wirklichen Ursache für die anstrengenden Schrei-Attacken wäre es durchaus von Vorteil, wenn man ein Bild davon hätte, was das Baby zu stören scheint und wann es wiederum eher friedlich ist.  

Klar, generell schreien Schreibabys ausgesprochen oft – aber vielleicht steckt dahinter ja sogar ein bestimmter Rhythmus? Ein Schema? Nach dem Baden Geschrei, nach dem Füttern vorbei?  

Nachdem die Mutter Orangen gegessen hat, ist es besonders schlimm? Oder wenn man tagsüber viel Stress hatte? Durchaus hilfreich, wenn die Eltern einen Zusammenhang zwischen Schreiphasen und dem Tagesablauf erkennen würden. Und da hilft nur eins: genau notieren, wann das Baby schreit. 

24 Schreiprotokoll

Schreitagebuch – wofür? 

Es mag sich vielleicht etwas befremdlich anhören, wenn man das Geschrei des Babys auch noch minutiös festhalten soll. Das ist es aber keineswegs! Nur so lässt sich mit etwas Abstand betrachtet nämlich möglicherweise herausfinden, was genau dahinterstecktVielleicht ist ein Schrei-Tagebuch ja tatsächlich der Schlüssel zum „Erfolg“? Denkbar wäre es. Denn was auf den ersten Blick als permanentes Geschrei erscheint, kann sich bei genauerem Hinsehen durchaus als Schema entpuppen.  

Das heißt, es bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als ein paar Wochen lang genau zu dokumentieren, wann genau das Baby geschrien hat, wie lange und vor allem was konkret vorher geschah. Und auch, was ihm vielleicht letztendlich dann doch zur Ruhe verholfen hat.  

Ein Tagebuch kann Klarheit bringen! 

Nicht alle Babys, die viel schreien, sind so genannte Schreibabys. Oftmals erscheinen einem die Schreiphasen viel länger, als sie wirklich sind. Also: In einem Schreitagebuch sollte genau festgehalten werden – über einen Rhythmus von 24 Stunden versteht sich – wann genau das Baby schläft, wann es wieviel isst, wann es quengelt und wann es richtig schreit. Vielleicht ist es dann ganz schnell offensichtlich, dass das Baby mit zu viel Stress oder immer neuen Reizen (etwa dann, wenn man zuerst einkaufen, dann bei der Oma und am Schluss noch beim Babyschwimmen war) überfordert ist.  

Selbst wenn die stressgeplagten Eltern nicht auf Anhieb daraus erkennen können, was Sache ist: sollte irgendwann mal der Gang zum Kinderarzt oder in die Schrei-Ambulanz anstehen, ist ein Tagebuch von enormem Vorteil.  

Federwiegen ansehen Button

Also: mit Stift und Tabelle bewappnet kann es auch schon losgehen.  


Tags



Älterer Post



Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen