Die Eltern-Community: gemeinsam stark

Das Bilden von Netzwerken hat im beruflichen Umfeld schon seit einiger Zeit eine immer größere Bedeutung erlangt. Es liegt ja auch auf der Hand: Jeder erhält Zugriff auf Kompetenzen, Fähigkeiten und Ressourcen, die er selbst möglicherweise nicht besitzt. Im privaten Umfeld ist solch ein gezieltes Suchen nach nutzbringenden Beziehungen eher unüblich. Dabei ist auch hier der Nutzen von Eltern-Communities offensichtlich, gerade für Mütter!  

Eine Eltern-Community ist Networking für Familien 

Mit der Ankunft des Babys ist nichts mehr, wie es war. Auf euch stürzt viel Neues ein, das kleine Wesen braucht ständig eure Aufmerksamkeit, verlangt euch viel ab und lässt euch kaum mal eine Minute zum Durchatmen. Das Baby braucht eure Nähe und Liebe rund um die Uhr. Außerdem will es natürlich getragen, gewickelt, gefüttert und auch bespielt werden.  

Diese Zeit ist für euch ganz schön anstrengend. Die meisten Eltern haben sich die erste Zeit mit Baby zwar durchaus nicht nur in rosaroten Farben ausgemalt, doch wie sich das Zusammenleben mit einem Kind tatsächlich konkret darstellt, ist wohl den wenigsten wirklich klar gewesen. Gerade wenn das Baby viel schreit, seid ihr dann ganz schnell am Ende eurer Kräfte.

Statt Vorzeigefamilie und Friede, Freude, Eierkuchen sind Frust, Einsamkeit und Müdigkeit angesagt. Noch dazu leidet eure Partnerschaft, weil ihr einfach keine Zeit mehr habt – weder für euch selbst noch zum Pflegen eurer Partnerschaft 

Und genau dann wäre es fantastisch, wenn ihr auf ein Netzwerk mit anderen Müttern zurückgreifen könntet. Das Potenzial dafür ist groß, immerhin seid ihr mit diesem Problem nicht alleine. Auch wenn manche Mutter nicht gern zugibt, dass sie völlig überfordert ist, tut es letzten Endes allen gut, sich mit anderen Eltern auszutauschen, die in genau der gleichen Situation sind. Im Gespräch zeigt sich dann eben doch schnell, dass es bei allen nicht so rosig ist, wie sie es sich gewünscht hätten, und dass alle Hilfe gut gebrauchen könnten.

Fotocollage Schreibaby Community

Aber mal ganz davon abgesehen, wie wichtig es ist, dass ihr euch mit anderen Eltern verbal austauschen könnt, bietet das Netzwerk noch einen weiteren, ganz handfesten Vorteil: Ihr könnt euch gegenseitig helfen und unterstützen. Wenn ihr andere Mütter oder Eltern in eurer Nähe habt, könnt ihr euch möglicherweise beim Einkaufen abwechseln, ab und zu gegenseitig auf das Kind aufpassen oder euch bei allen möglichen anderen Dingen gegenseitig unterstützen. Außerdem tut es wirklich gut zu sehen, dass auch in andereFamilien nicht alles perfekt läuft! So stärkt ihr euch gegenseitig und helft euch, eure Erwartungen an euch selbst realistisch zu halten. Oftmals entstehen aus solchen Kontakten Freundschaften fürs Leben. Vielleicht gewinnt euer Kind ja einen netten Spielkameraden für später, und wenn die Chemie stimmt, könnt ihr in den nächsten Jahren noch viele, viele gemeinsame Unternehmungen machen.   

Andere Mütter kennenlernen – aber wie? 

Es gibt keinen Grund, schüchtern zu sein, denn die anderen Mütter befinden sich in der gleichen Situation und sehnen sich nach Verständnis, Hilfe und Entlastung. Gerade bei jungen Müttern mit einem weitgehend kinderlosen Freundeskreis kann sich schnell ein Gefühl der Isolation einstellen. Das Leben ihrer bisherigen Freunde ist bestimmt durch Beruf, Hobbys und Partnerschaft, während es in ihrem nur noch ein Thema gibt: das Baby. 

Deswegen ist es durchaus sinnvoll, wenn ihr euch frühzeitig auch neue Kontakte zu Gleichgesinnten sucht und diese aufbaut, insbesondere zu anderen Eltern, die etwa um den gleichen Zeitpunkt herum Nachwuchs bekommen.  

Möglichkeiten dafür gibt es viele: den Geburtsvorbereitungskurs, die Schwangerschaftsgymnastik, den Säuglingspflegekurs oder das Schwimmen für Schwangere. Natürlich wäre es am besten, solche Kontakte schon vor der Geburt zu knüpfen, aber auch danach gibt es es viele Gelegenheiten: Babyschwimmen, Krabbelgruppe, Pekip, Babymassage usw.  

Netzwerk auch mit Nachbarn und Großeltern 

Doch so ein Netzwerk beschränkt sich nicht nur auf Eltern mit gleichaltrigen Kindern. Auch Nachbarn, Freunde oder Großeltern können so ein Netzwerk enorm bereichern. Generell gilt natürlich, dass es ein Geben und Nehmen ist. Wenn ihr euren Nachbarn hin und wieder einen Gefallen tut, werden sie wahrscheinlich gern bereit sein, gelegentlich auf das Kind aufzupassen. Nette Nachbarn sind in jedem Fall eine sehr nützliche Sache, aber für gute Freunde gilt das natürlich umso mehr. Je mehr Menschen ihr habt, auf die ihr euch blind verlassen könnt, desto besser.


Großeltern haben Baby auf dem Arm

Soziale Kontakte statt Großfamilie 

Ein nigerianisches Sprichwort sagt: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen.“ Dies macht deutlich, was für Ressourcen eigentlich nötig sind, um ein Kind mit allem zu versorgen, was es braucht – von Liebe und Zuwendung über Nahrung bis hin zu Erziehung und Bildung. Früher konnte auch in Deutschland bei der Kindeserziehung zumeist noch auf einen großen Familienverbund zurückgegriffen werden. Doch im Zuge des gesellschaftlichen Wandels ist diese Möglichkeit hierzulande immer mehr weggefallen. Andere Länder machen uns hier vor, wie es besser geht: Tanten, Onkel, Großeltern und ältere Geschwister – alle sind mit eingebunden. Alle sind füreinander da, und das kann für Eltern gerade in der ersten Zeit eine wertvolle Hilfe sein. Zu wissen, dass jemand da ist, der einem in der schwierigen Zeit unter die Arme greift, ist einfach unbezahlbar. 

Nach dem weitgehenden Wegfall der Großfamilie in Deutschland stehen Eltern hierzulande vor der Wahl, sich selbst durchzubeißen und sich dabei aufzureiben, oder die familiäre Infrastruktur durch außerfamiliäre soziale Kontakte und Bindungen zu ersetzen. Wie in einer Familie ist man für einander da. Man leistet Hilfe, wenn sie gebraucht wird, muss aber auch bereit sein, selbst welche anzunehmen – oder gar einzufordern –, wenn man selbst einer helfenden Hand bedarf.  

Stürzt euch also hinein in die Communities, Foren und Chatgruppen. Viele nette Kontakte findest du auch in der Facebook-Gruppe „Schreibabys“ von swing2sleep. Außerdem macht es immer Spaß, neue Menschen kennenzulernen. Und mit eurem kleinen Sonnenschein, gehen euch garantiert niemals die Themen aus. 

Schreibabys Gruppe Button

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