Der Moro-Reflex: Pucken als Abhilfe?

Der Moro-Reflex ist eine schreckhafte Bewegung, bei der das Baby beide Hände ausstreckt und die Finger spreizt. Ein Überbleibsel aus unserer Zeit als aktive Traglinge. Diese Bewegung reißt die Kinder bei Lageänderungen häufig aus dem Schlaf. Allzu oft ist es um die Nachtruhe dann mal wieder geschehen. Ließe sich der Moro-Reflex nicht durch Pucken unterdrücken? 

Bietet das Pucken Vorteile beim Moro-Reflex?

Ganz früher wurde es schon praktiziert, dann war es lange Zeit aus der Mode gekommen und in den letzten Jahren wird es wieder verstärkt von Hebammen empfohlen: das Pucken.

gepucktes Baby schläft

In zahlreichen Ländern wurden Babys schon immer gepuckt, nur bei uns war dieses enge Einwickeln des Kindes lange in Vergessenheit geraten. Jetzt besinnt man sich wieder darauf zurück. Mit gutem Grund: Durch das enge Einwickeln verhindert ihr den Moro-Reflex bei eurem Baby, der bis zum fünften Lebensmonat für unkontrollierte Zuckungen verantwortlich ist. Durch das enge Anliegen der Arme wird dieser Reflex unterbunden, damit euer Baby ruhiger und ohne Störungen schlafen kann. Darüber hinaus sorgt das Pucken dafür, dass euer Baby sich geborgen fühlt, da es die kuschelige Enge noch aus dem Mutterbauch kennt. Nach der Geburt ist das Neugeborene auf einmal mit einer schrillen, grellen, kalten und weiten Außenwelt konfrontiert. Da fühlt es sich verständlicherweise verloren und quittiert das mit Schreien. Legt man es in ein normaler Kinderbett, fehlt ihm die umgebende Begrenzung, die ihm zuvor Halt und Sicherheit gegeben hat.

Was ist eigentlich der Moro-Reflex?

Unter dem Moro-Reflex versteht man einen frühkindlichen Überlebensreflex. Er wurde nach dem Arzt Ernst Moro benannt, der ihn 1918 erstmalig beschrieb. Dieser Reflex tritt bei plötzlichen Lageänderungen des Kinds aber auch in Schrecksituationen auf. Der Mund des Babys öffnet sich, es atmet deutlich hörbar ein und bewegt zugleich die Arme aufwärts weg vom Körper. Die Hände sind zuerst offen, die Fingerchen ganz gestreckt. Danach atmet das Kind aus, legt dabei die Arme wieder an den Körper an und ballt die Hände zu Fäustchen. Das Ein- und Ausatmen hört sich fast ein bisschen an wie ein Seufzer.

Etwas einfacher ausgedrückt kann man den Reflex auch so beschreiben, dass das Baby zusammenzuckt und die Arme in die Luft reißt.

Dieser Reflex war früher Überlebenswichtig für Neugeborene, weil es sich dadurch in Gefahrensituationen bei der Mutter angeklammert hat. Auch heute noch trägt er dazu bei, die Lunge zu entfalten und die ersten Atemzüge zu ermöglichen. Den Moro-Reflex gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch bei anderen Primaten und einigen anderen Säugetieren, vor allem aber bei aktiven Traglingen. Das sind Säugetiere, die sich am Leib der Mutter anklammern und getragen werden.

In den meisten Fällen lässt der Moro-Reflex zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat nach und verschwindet danach vollständig

Wie wird dieser Reflex ausgelöst?

Der Moro-Reflex heißt unter anderem auch Schreckreflex, weil er eine unmittelbare Schreckreaktion ist. Allerdings kann er auch durch Geräusche, Licht oder andere Störfaktoren ausgelöst werden. Er kann sogar beim Übergang von einer REM-Phase in eine Tiefschlafphase auftreten. Für die Eltern sieht das dann aus, wie würde ihr Baby im Schlaf zucken.

Wenn der Moro-Reflex beim Schlafen stört

neugeborenes gepucktes Baby

Gerade schreckhafte Babys haben oftmals Probleme mit dem Schlafen, weil sie durch den im Schlaf ausgelösten Moro-Reflex immer wieder von ihren eigenen Bewegungen aufgeweckt werden. In dem Alter hat das Kind noch kein Ich-Bewusstsein: Es weiß nicht, dass die neben seinem Körper fuchtelnden Arme seine eigenen sind! Plötzliche hektische Bewegungen in Gesichtsnähe empfindet wohl jeder als bedrohlich – das Kind erst recht. Die Folge: Es wird wach, erschrickt sich – und schreit. Das weckt die Eltern, die das Kind dann mehr oder weniger mühsam wieder zum Einschlafen bewegen. Bei nicht wenigen Babys wiederholt sich dieses Spielchen immer wieder, was nicht nur dem Baby, sondern auch euch Eltern den Schlaf rauben kann.

Pucken gegen den Moro-Reflex?

Pucken gilt vielen als wirksame Abhilfe gegen den Moro-Reflex. Nicht nur weil sich das Kind in der kuscheligen Enge sicher und geborgen fühlt, sondern auch schlicht, weil die enge Wicklung das reflexhafte Hochreißen der Arme unterbindet und ein Aufschrecken des Kindes aus dem Schlaf verhindert.

Allerdings ist das Pucken nicht unumstritten.

Manche Kinderärzte führen ins Feld, dass die vermeintliche Ruhe des Kindes tatsächlich darauf zurückzuführen sei, dass die Kinder, hilflos gewickelt, aufgäben und in tiefe Resignation verfielen. Zudem würde den Kindern auch nicht die Enge des Mutterleibes vermittelt, da sie beim Pucken keine Embryonalhaltung einnähmen und in der Gebärmutter zudem eine gewisse Bewegungsfreiheit hätten, die ihnen gepuckt fehle. Auch würde Pucken mit den ernsten Gefahren einer Dehydrierung, einer Hüftfehlstellung (Hüftdyplasie) und von Nervenschäden aufgrund der engen Wicklung einhergehen.

Tatsächlich sind beim Pucken einige Sicherheitsmaßnahmen zu beachten. Die Wicklung darf nicht zu eng sein, die Beine sollten Bewegungsfreiheit genießen (etwa durch einen Pucksack),um eine Hüftdyplasie zu vermeiden, und ihr müsst dafür sorgen, dass euer Kind genug trinkt und nicht überhitzt. Identische Verhältnisse wie im Mutterleib werdet ihr schwerlich herstellen können, aber die meisten Fachleute sind sich einig: Enge beruhigt das Kind. Daher ist ein bisschen Enge besser als gar nichts. Selbst, wenn das Kind nicht in die Gebärmutter zurück kann.

Im Zweifelsfall gilt aber natürlich stets: Besprecht euch mit eurem Kinderarzt oder eurer Hebamme.

Auch eine swing2sleep hilft gegen den Moro-Reflex

Eltern haben auch mit motorisierten Federwiegen gute Erfahrungen beim Unterdrücken des Moro-Reflexes gemacht. Allerdings ist hier weniger die Enge ausschlaggebend. Zwar liegt euer Kind auch in einer swing2sleep in kuscheliger Enge, aber lange nicht so einschränkend wie beim Pucken. Dadurch entfällt natürlich auch die Gefahr, das Kind zu sehr einzuschnüren. Das Geheimnis der swing2sleep sind ihre sanften Auf- und Abbewegungen, die beruhigend auf das Kind einwirken. Der Moro-Reflex wird nämlich auch durch das Schaukeln des Babys unterdrückt. Bei einer swing2sleep vereinen sich also behagliche Enge und sanftes Schaukeln zu einem effektiven Mittel gegen den Moro-Reflex, das euch und euer Kind häufiger durchschlafen lässt. Es gleitet, ganz ohne zu erschrecken, aus leichtem Schlaf in die Tiefschlafphase

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gepucktes Baby in swing2sleep
       (Doppelt hält besser: Gepucktes Baby in einer Federwiege von swing2sleep

Das Pucktuch

Grundsätzlich eignet sich jedes leicht elastische Tuch zum Pucken, (z. B. eine Strickdecke). Beim Pucken ist darauf zu achten, dass das Baby nicht ins Tuch hineinrutschen kann. Das Kind wird fest eingewickelt und die Enden des Tuchs so festgesteckt, dass das Ganze auch hält.

Wie das genau funktioniert erfährst du in diesem Video und der schrittweisen Anleitung darunter.

  • Legt das Tuch in Rautenform vor euch auf den Wickeltisch.
  • Schlagt die obere Spitze nach unten ein.
  • Legt das Baby mit seinem Nacken auf die entstandene Falz.
  • Achtet darauf, dass die Arme eures Babys seitlich am Körper anliegen.
  • Deckt euer Baby mit der rechten Seite des Tuches zu. Anschließend wird das Tuch auf der linken Körperseite unter dem Rücken fest eingesteckt.
  • Schlagt nun die untere Spitze des Tuches bis zur Brust eures Babys nach oben um.
  • Legt die linke Seite des Tuches über den Körper eures Babys gelegt, und steckt das Ende unter dem Rücken ein.

Bei Fragen kann euch sicher eure Hebamme weiterhelfen.

Falls ihr es ganz bequem haben möchtet, gibt es auch einfacher anzulegende Pucktücher. Diese sind meistens schon vorgeformt und mit einem Klettverschluss verschließbar. Einfacher geht es kaum. Studien zeigen, dass gepuckte Babys schneller einschlafen, länger schlafen, besser durchschlafen und insgesamt weniger weinen. Insofern ist das Pucken durchaus einen Versuch wert.

Für doppelt erholsamen Schlaf könnt ihr auch mal ausprobieren, euer gepucktes Baby in eine swing2sleep zu legen. Damit schickt ihr euer Kind ziemlich sicher direkt ins Schlummerland. Pucken und das sanfte Schaukeln einer swing2sleep: eine unschlagbare Kombination!

Übrigens: Eine swing2sleep könnt ihr kaufen oder auch günstig mieten.
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"Wie ist eure Erfahrung mit dem Pucken? Was könnt ihr anderen Eltern mitgeben? Teilt es gerne in den Kommentaren!"

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