Schreien lassen entgegen der eigenen Intuition?

Wissenschaft ist eine tolle Sache. Sie ergründet das ansonsten Unbegreifbare, entdeckt das Unbekannte und findet Lösungen für bisher Unlösbares. Es werden immer neue Theorien entwickelt, infrage gestellt, verworfen und neu gedacht. Doch was bei Naturwissenschaften gut und sinnvoll ist, sorgt in der Erziehungswissenschaft für Verwirrung. Ständig ist plötzlich etwas ganz anderes das Beste für das Kind. Generationen geraten in Auseinandersetzungen darüber, wie das Baby wohl am besten zu erziehen sei, anstatt sich gegenseitig zu unterstützen. Häufig dreht sich das um Fragen wie „Trösten oder schreien lassen?“. Dabei ist eigentlich jede Mutter mit einem inneren Kompass und dem perfekten Rüstzeug ausgestattet. Ihrer Intuition.

Schreien lassen widerspricht der Intuition

Wer ein Problem hat, sucht nach Lösungen.

Wer ein Schreibaby hat, hat ein riesengroßes Problem. Häufig hat sich die Verzweiflung schon breitgemacht, wenn Eltern anfangen, das Internet oder die Buchläden nach Antworten zu durchstöbern. Besonders gern glauben wir dabei Menschen in weißen Kitteln, die mit schlauem Gesichtsausdruck schlaue Worte in die Kamera sagen oder schlaue Bücher schreiben. Es soll eine Lösung her, die funktioniert. Und wenn sie sogar wissenschaftlich bestätigt ist, muss es ja funktionieren.

Das Dumme daran ist, dass Wissenschaft nie fertig wird und sich auch gern mal widerspricht. Gerade bei der Kindererziehung ist auffällig, wie sehr sich die pädagogischen Glaubenssätze dem Zeitgeist anpassen. In Preußen und im Dritten Reich wurden Kinder anders erzogen als in den 1970ern. Dabei sind die kindlichen Bedürfnisse jedoch immer gleich geblieben. Sie sind noch dieselben wie vor tausenden von Jahren.

Nun sind Eltern und insbesondere Mütter aber seit mindestens ebenso langer Zeit mit einem natürlichen Gespür ausgestattet. Instinktiv wissen sie, was jetzt für das Kind das Richtige ist. Wir nennen das Intuition oder auch: den Mutterinstinkt.

Mütter leiden mit, wenn ihr Kind leidet. Wenn daher eine Studie besagt, dass die Kinder nicht darunter leiden, wenn ihre Eltern sie einfach schreien lassen und bestenfalls ohne Körperkontakt mit Worten zu trösten versuchen, bürstet das einen uralten Instinkt gegen den Strich.

Darunter leidet nicht nur das Kind, die Mutter auch.

Der Intuition vertrauen

 

Seit der Aufklärung, in der das Primat der Ratio, also die Herrschaft des logischen Denkens, festgezurrt wurde, haben Instinkte oder die Intuition einen schweren Stand. Intuition hat den Ruch des Unaufgeklärten, des Primitiven oder sogar des Esoterischen. Tatsächlich ist es allerdings die Antwort von Mutter Natur auf das schreiende Baby. Es ist die Jahrtausende alte Programmierung, das Kind mit allem zu versorgen und vor Schaden zu bewahren.

Das Problem mit der Intuition ist nur, dass sie eine recht leise Stimme ist, die im ständigen Geplapper des Verstandes allzu leicht untergeht.

Um sie wahrzunehmen, muss sich das innere Brausen legen. Wenn ihr auf eure Intuition hören wollt, müsst ihr euch einen Moment Zeit nehmen, tief durchatmen und wenigstens für ein paar Minuten zur Ruhe kommen. 

Dann gebt ihr dieser inneren Stimme die Chance, sich Gehör zu verschaffen. Und während die Wissenschaft mit vielen Stimmen spricht, ihren Standpunkt häufig ändert und sich nur allzu oft nach kurzer Zeit wieder selbst widerspricht, sagt die Intuition nach Jahrtausenden immer noch dasselbe.

Das kann man als wissenschaftsfeindlich oder rückwärtsgewandt betrachten. 

Man kann aber auch den Standpunkt vertreten, dass Babys keine Versuchskaninchen für kurzlebige wissenschaftliche Theorien sein sollten. 

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Dieser Beitrag wurde von unserer Facebook-Gruppe „Schreibabys“ inspiriert. In dieser Gruppe könnt auch ihr euch vernetzen, wertvolle Tipps erhalten und euch mit anderen Betroffenen austauschen.

Herzlichst,

euer Maik Schwede

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