schreibaby

Regulationsstörungen bei Babys

Maik Schwede

Wenn Babys durch exzessives Schreien zu viel Luft schlucken 

Vielleicht hast Du den Begriff ja schon mal irgendwann irgendwo gehört? Im Zusammenhang mit exzessiv schreienden Babys, hört man als Elternteil oft die Begriffe Dreimonatskoliken oder die sogennante Regulationsstörung.

Dreimonatskoliken bedeuten umgangssprachlich  “krampfartige Leibschmerzen” und beschreiben eher einen Zustand als eine echte Erkrankung. Sie treten meist während der ersten drei Lebensmonate auf. Sie beschreiben exzessives Schreien oder anfallsartige Schreiattacken eines Babys. Oft sind sie eine Begleiterscheinung nach der Nahrungsaufnahme oder in den frühen Abendstunden. Das Baby krümmt sich regelrecht vor Bauchschmerzen, zieht die Beinchen an und überstreckt seinen Rücken. Es hat dabei häufig ein rotes Gesicht und einen richtigen Blähbauch. Als Elternteil kann man schnell verzweifeln, da man sein Baby anscheinend durch nichts eine Linderung verschaffen kann.

Diese Theorie ist allerdings ziemlich veraltet. Fachleute gehen heute davon aus, dass tatsächlich nur ein ganz geringer Anteil von Säuglingen wirklich an einem nicht ausgereiften Magen-Darm-Trakt leiden. Meist sind Blähungen bei Schreibabys eher eine Begleiterscheinung und nicht der hauptsächliche Grund. Die überwiegende Zahl der Babys schlucken durch das exzessive Schreien (Regulationsstörung) zu viel Luft und bekommen so einen richtigen Blähbauch. Das ist dann trotzdem sehr unangenehm.

Gegen die Dreimonatskoliken sprechen:

  • Auftreten zu einer bestimmten Uhrzeit ( Ein schmerzhafter Blähbauch, würden sich genau wie die Mahlzeiten über den ganzen Tag bemerkbar machen.)
  • Schreien nachdem die Winde entweicht sind (denn das müsste für einen kurzen Moment Linderung verschaffen.)
  • Babys lassen sich durch andere Maßnahmen, die nichts mit den Blähungen zu tun haben, beruhigen

Was aber kann man sich unter Regulationsstörungen denn nun konkret vorstellen?

Regulationsstörung bei Babys bedeutet also, exzessives Schreien im Säuglingsalter. Die Babys leiden an unstillbare und dauerhafte Schrei- und Unruhe- Attacken. Hierfür ist leider oftmals kein ersichtlicher Grund erkennbar. Die betroffenen Säuglinge werden dann als Schreibabys bezeichnet.

Das anfallartige Schreien beginnt meist nach den ersten beiden Lebenswoche. Nehmen ab der sechsten Lebenswoche noch einmal an Intensivität zu und enden ab Beginn des vierten Lebensmonats. Man schätzt, dass etwa 16-29 Prozent aller Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten davon betroffen sind. Bei etwa 8 Prozent der Babys besteht das Verhalten sogar noch über den dritten Lebensmonat hinaus.

Es geht dabei um folgende Problematik: Kinder, die häufig schreien, also Schreibabys, haben oftmals Probleme damit, abzuschalten und sind leider sehr offen für Reize jeglicher Art. Sie können verschiedene und auch neue Situationen häufig schlecht einschätzen, sie sind sehr sensibel und reagieren nicht, wie viele andere Babys, gelassen auf neue Einrücke, sondern vielmehr gereizt. Zuerst muss das Baby nämlich lernen, wie es mit den vielen verschiedenen, neuen Situationen klar kommt. Es muss also sozusagen sein Verhalten „regulieren“ bzw. dieses eben erst lernen. Ist dies noch nicht – sagen wir mal – „ausgereift“ und das Baby reagiert mit übermäßigem Schreien, spricht man dabei in der Fachsprache von Regulationsstörungen.

Die swing2sleep Federwiege hat ein spezielles Schlafnetz. Das sorgt dafür, dass dein Baby nicht zu vielen Reizen ausgesetzt ist und durch die rhythmischen Schwingen geborgen und sicher entspannen und zur Ruhe kommen kann.

swing2sleep Federwiege mieten

Ab wann spricht man von einem Schreibaby? Experten haben hierzu eine 3er-Regel aufgestellt, die besagt, dass es sich um ein exzessiv schreiendes Baby handelt, wenn es:

  • mindestens an 3 Tagen pro Woche
  • über 3 Stunden täglich schreit und
  • dieses Verhalten länger als 3 Wochen anhält.

Regulationsstörung, wenn das Baby ständig nur schreit

Jedes Baby schreit, da es für Säuglinge die einzige Möglichkeit ist, mit uns zu kommunizieren. Säuglinge können sich noch nicht auf eine so vielfältige Art und Weise verständigen wie wir Erwachsenen.

Für unsere Babys ist Schreien ein letztes Notsignal. Das Baby zeigt damit an, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt wurden. Zunächst versucht es durch sein Verhalten mitzuteilen, dass ihm etwas fehlt oder etwas sein Unbehagen ausgelöst hat. Erst wenn das nicht von uns wahrgenommen wird, greift es zum letzten Mittel, dem Schreien. Schreien ist also ein Notsignal und deshalb hat es für uns Eltern eine so besondere Wirkung. Das hat die Natur geschickt eingerichtet, denn so ist das Überleben unserer Nachkommen besser gesichert. Das Bedürfnis, sich sofort um schreiende Babys zu kümmern, ist biologisch tief in uns verankert. Genau das ist der Grund, warum es sich so furchtbar anfühlt, wenn ihr euer schreiendes Baby nicht beruhigen könnt.

Mit dem Schrein teilen sie uns mit, dass sie Hunger haben, ihre Windel voll ist, sie Angst oder Schmerzen haben oder sie sich nach Liebe und Zuneigung sehnen.

Sollte das Schreien jedoch über einen längeren Zeitraum und über mehrere Stunden ohne ersichtlichen Grund andauern und ihr euer Baby nur schwer, beziehungsweise überhaupt nicht, beruhigen könnt, kann es sich um ein exzessiv schreiendes Baby handeln, dass eventuell unter Regulationsstörungen leidet.

Typische Anzeichen die ein Baby mit Regulationsstörung aufweist:

  • langanhaltendes Schreien (Quengeln) und Unruhe
  • eine generelle Unzufriedenheit
  • ein schlechter Schlaf-Wach Rhythmus
  • Einschlafprobleme
  • oftmals sehr kurze Tagesschlaf-Phasen (dadurch meist eine Übermüdung zum Abend hin)
  • das Baby ist schwer bzw. gar nicht zu beruhigen oder zu trösten
  • geblähter Bauch (Vielen bekannt unter den Begriff “Dreimonatskoliken”)
  • hohe Anspannung der Muskeln (Anziehen der Beine, Ballen der Fäuste und oftmals überstrecken des Rückens)
  • rötliche Hautverfärbung

Ernsthafte Erkrankungen

Natürlich sollten vorab vom Kinderarzt ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden. Die bei eurem Baby Schmerzen verursachen und somit Auslöser für das langanhaltende Schreien sein könnten.

  • Milcheiweißunverträglichkeit: Einige Säuglinge haben eine Unverträglichkeit gegenüber den Proteinen in der Kuhmilch. Diese können in der Säuglingsnahrung aber auch in der Muttermilch enthalten sein. Die Symptome sind hier sehr vielfältig.
  • Harnwegsinfektion: Eine Harnwegsinfektion ist sehr schmerzhaft aber schwierig zu erkennen. Da die Babys vermehrt schreien beim Wasserlassen, was für uns aber nicht zu deuten ist, da sie den ganzen Tag ihre Windel tragen.
  • Darmverschluss: Ist eine krankhafte Unterbrechung der Darmpassage. Es handelt sich hierbei um eine akut lebensbedrohliche Situation. Ein Darmverschluss kann viele Ursachen haben, wie z.B. verschluckte Kleinteile oder verwickelte Darmschlingen.
  • Verstopfung: Verstopfungen kommen eher bei Kindern vor, die mit der Flasche (Milch-Zusatznahrung) gefüttert werden oder beim Zufüttern. Euer Baby hat starke Probleme den Stuhl abzusetzen oder der Stuhlgang bleibt ganz aus.
  • Gastroösophagealer Reflux: Ein weiterer Grund für exzessives Schreien kann der schmerzhafte Reflux sein. Die gefütterte Milch fließt vom Magen zurück in die Speiseröhre. Der Muskel, der für die Schließung der Speiseröhre verantwortlich ist, ist noch nicht richtig ausgereift.
  • KISS – Syndrom: Manche Fachleute sehen einen Zusammenhang beim anhaltenden Schreien mit einer Störung, die vom Kopfgelenk ausgeht und zwar ist es eine Fehlstellung im Bereich der oberen Halswirbelsäule.
  • Mittelohrentzündung: Leider werden unsere Kinder nicht vor Krankheiten verschont, gerade im Säuglingsalter kann es schnell zu einer Mittelohrentzündung kommen, die sehr schmerzhaft für unsere Babys ist.
  • Leistenbruch: Der Leistenbruch oder auch Leistenhernie kommt bei 4% aller Neugeborenen vor. Bei 50% der Kinder tritt die Leistenhernie im ersten Lebensjahr auf.

Kann man Regulationsstörungen eigentlich vorbeugen?

Mutter hält Baby mit Regulationstörung im Arm

Man vermutet zumindest, dass Regulationsstörungen dann häufiger auftreten, wenn die Eltern-Kind-Beziehung in irgendeiner Form nicht intakt ist. Das wiederum passiert vor allem dann, wenn die Eltern massivem Stress ausgesetzt sind. Sprich: Baby schreit, das macht den Eltern Stress und dies wiederum verstärkt die Regulationsstörung bzw. ruft sie hervor.

Vorbeugen kann man am ehesten, in dem man gerade solch sensiblen Babys einen regelmäßigen Tagesablauf gönnt: Rituale, wenig Hektik, wenig Hintergrundgeräusche – sprich, die Reizüberflutung sollte möglichst auf ein Minimum reduziert werden.

Die swing2sleep hat schon so vielen Eltern mit Babys, die an Regulationsstörungen leiden, Linderung verschafft und geholfen. Mit Sicherheit auch euch!

Federwiege swing2sleep mieten

Reizüberflutung bei Babys

Hier gibt es 28 Tipps Dein Baby zu beruhigen 

Im unserem nächsten Beitrag geht es um das Thema: Was passiert in der Schreiambulanz?


Tags



Älterer Post Neuerer Post



Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen