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Babys sind Traglinge

Maik Schwede

„Ist es gut, wenn ich mein Baby ständig herumtrage? Oder verwöhne ich es dann vielleicht schon zu sehr? Immer wenn ich das Baby ablege, fängt es an zu schreien – will es mich womöglich ärgern?“

Fragen über Fragen

Mutter trägt Baby Babys sind Traglinge    

Beim Tragen des Babys gibt es durchaus eine gewisse Unsicherheit von Seiten der Eltern. Aber keine Sorge! Was das Umhertragen Eures Babys anbetrifft,  kann ganz klar Entwarnung gegeben werden. Wenn Ihr also Bedenken habt, euer Baby den ganzen oder auch nur den halben Tag lang herumzutragen – sei es nun auf dem Arm oder im Tuch bzw. einer Trage – so sind diese unbegründet.Verwöhnen kann man ein Baby nämlich noch nicht! Weder durch Herumtragen, noch durch zu viel Nähe – denn beides sind schlichtweg Grundbedürfnisse des kleinen neuen Erdenbürgers.

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Es ist doch auch nahe liegend und einleuchtend, warum das so ist: Schließlich wurde das Baby im Mutterleib auch geschaukelt und getragen und es erfuhr in dieser Zeit eine permanente Stimulierung der Haut und der Sinne.

Babys, die getragen werden und die viel Hautkontakt genießen dürfen mit Mama oder Papa, schlafen besser, entwickeln sich altersgemäß und sind insgesamt oft ruhiger und zufriedener.

Es gibt dafür aber auch noch eine andere Begründung. Machen wir hierfür mal einen kurzen Ausflug ins Reich der Tiere, zu denen der Mensch ja zweifellos ebenfalls gehört, und erinnern wir uns an den Biologieunterricht zurück, so wissen wir, dass Säugetiere und Vögel in zwei Gruppe eingeteilt werden: die Nesthocker und die Nestflüchter. Bei genauerer Betrachtung wird aber schnell klar, dass das Menschenbaby weder in die eine, noch in die andere Gruppe so recht zu passen scheint. Warum? Ganz einfach: weil das Menschenbaby aus biologischer Sicht vielmehr in die Kategorie der Traglinge gehört.

Menschenbabys sind Traglinge

Menschenbabys sind Traglinge

Streng genommen werden menschliche Babys ohnehin viel zu früh geboren. Kaum ein anderes Säugetier kommt so „unfertig“ zur Welt und ist noch so lange Zeit auf die Hilfe der Mutter angewiesen. Außerdem gibt es auch hier Parallelen zum Tierreich: So gehören nämlich Affen, Koalabären und Kängurus ebenfalls zur Familie der Traglinge. Denn gerade bei diesen Säugetieren ist es von Mutter Natur so vorgesehen, dass das Kleine die ersten Wochen oder Monate am Körper der Mutter getragen wird. Dafür spricht auch der frühkindliche Klammerreflex, der beim Menschenbaby zu beobachten ist. Hebt man das Baby an, wird es die so genannte Spreiz-Anhockhaltung einnehmen – so bereitet es sich auf die Sitzposition auf der Hüfte vor. Es passt also regelrecht auf die Hüfte von Mama und Papa – schon von Natur aus!

Warum trägt man das Baby überhaupt?

Die Antworten auf die Frage, warum es gut ist, Babys zu tragen, fallen immer wieder ähnlich aus. Zumindest wenn man sie afrikanischen Eltern stellt. Babys wachsen besser, sie werden ruhigerschlafen besser und scheinen sogar generell glücklicher und zufriedener zu sein, wenn sie getragen werden.  

Hierzulande gehen die Mütter immer noch davon aus, dass man Babys früher so viel trug, um sie vor den Gefahren in der Wildnis zu schützen und um der Mutter mehr Freiraum zu ermöglichen, weil sie damit ja dann beide Hände frei hat. Genau das scheint sich aber nicht zu bewahrheiten. 

In diesem Fall haben nämlich afrikanische Mütter recht, die längst erkannt haben, was Sache ist: Babys, die lange Zeit an ihre Bezugsperson gekuschelt sind, sprich die getragen werden, scheinen sich tatsächlich besser zu entwickeln. Und dieses Wissen hat man in Naturvölkern nicht erst seit gestern, sondern schon seit Generationen. Genau deswegen hat es dort eine jahrhundertealte Tradition 

Wer westlich geprägt ist, ist der Meinungdass Babys einfach immer mal wieder schreien und das ist der Natur der Dinge liegt. Erstaunlicherweise sehen auch das andere Kulturen anders. Dort gilt Schreien nämlich überhaupt nicht als Norm. Babys werden den ganzen Tag getragen und sind zufrieden. Nur nachts werden sie zum Schlafen abgelegt – direkt neben ihrer Mutter. Erstaunlicherweisschreien die Babys dort vergleichsweise tatsächlich viel weniger als hier bei uns.  

Warum entwickeln sich Babys im Tragetuch schneller? 

Dafür gibt es gleich ein paar gute Gründe. Zum Beispiel den: das Baby wird sanft hin- und hergeschaukelt, was sein Gleichgewichtsorgan anregt. Genau dies ist ganz wichtig dafür, dass Baby wächst und dass seine Atmung unterstützt wird. Vor allem gilt das offenbar für frühgeborene Kinder und das sind genau jene, die ein größeres Risiko haben, an SIDS zu sterben als die Vergleichsgruppe. Man glaubt heute sogar, dass diStimulation, die durch Schaukeln erzeugt wird, einen positiven Effekt auf die gesamte kindliche Physiologie und auf seine motorische Entwicklung hat.  

Welche Effekte kann man bei getragenen Babys feststellen? 

Babys, die viel getragen werden, zeigen nicht nur ein schnelleres Wachstum, sondern auch ein stabilere Atmung, stabilere Herzfrequenzen, weniger häufig periodische Atmung, sie schreien weniger und schlafen besser. Babys, die den Atem des Erwachsenen hören, werden sozusagen daran „erinnert“, selber weiter zu atmen. Das ist eine interessante Beobachtung, die nebenbei auch die These stützt, dass es positiv ist, wenn Baby im Elternschlafzimmer schläft.  

Sogar dann, wenn das Baby neben einen Teddybär gelegt wird, der automatisch atmet, treten weniger Apnoephasen auf. Dass anstatt des Teddys Mama oder Papa die bessere Lösung ist, liegt nahe 

Die hier aufgelisteten Vorteile sind medizinisch belegt und sind für euch und eurem Baby überaus wichtig. Aus eigener Erfahrung, wissen wir, wie es ist mit seinem Baby auf den einen Arm und dem Kinderwagen in der anderen Hand, spazieren zu gehen. Nicht nur, dass man den verdammten Kinderwagen möglichst gerade lenken muss, da man sonst irgendwelche parkenden Autos demoliert oder in irgendeiner Hecke landet, nein man fragt sich immer wieder, wie können 4-8 Kilo so schwer werden.

  • enge Bindung (euer Baby fühlt sich unvergleichlich sicher und extrem wohl)
  • regt die positive Entwicklung eures Kindes an
  • beruhigend bei Koliken oder Ängsten
  • endlich freie Hände und mobil unterwegs
  • getragene Kinder schreien deutlich weniger
  • Tragen kann deutlich dazu beitragen, die elterliche Feinfühligkeit zu stärken
  • Tragen in der Anhock-Spreiz-Stellung beugt nachweislich Hüftdysplasie vor
  • stärkt enorm das Urvertrauen

Das Kind will zum einen die Möglichkeit haben, mit euch in einer Interaktion zu treten, zum Beispiel, in dem es mit euch Blickkontakt hat oder euch (falls ihr es auf dem Rücken trägt) zumindest mit seinen Händchen etwas mitteilen kann. Jedes Kind will seine Umgebung kennen lernen. Allerdings läuft dies bei Babys noch eher behutsam ab; es lernt, dann mag es sich wieder zurückziehen, dann lernt es wieder und so weiter. Eine Pause zwischen all dem Neuen, was es zu entdecken gibt, ist deswegen immer wichtig.

Tragen mindert das SIDS Risiko – warum eigentlich? 

Um herauszufinden, warum Tragen möglicherweise dabei helfen kann, das Risiko des plötzlichen Säuglingstods (SIDS) zu minimieren, ist es wichtig, sich einmal genauer anzusehen, welche Faktoren den SIDS begünstigen 

Bei SIDS handelt es sich um eine Störung der Atmungskontrolle und der Grund dafür ist eine Art neurologische Unreife, so vermutet man. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es wichtig ist, dass das neurologische System des Babys noch weiter reifen sollte bzw. dass man es dabei unterstützt. Und – tadaaa! Genau das wird durch das Tragen tatsächlich begünstigt 

Wie kommt es zum plötzlichen Säugingstod? 

Vollständig geklärt sind die Ursachen noch nicht, es gibt aber einige Studien, aus denen man Rückschlüsse ziehen kann. Meistens tritt der Plötzliche Säuglingstod nachts auf. Zum Beispiel liegt das Baby auf dem Bauch oder sein Gesicht wird von irgendetwas verdeckt. Dadurch entsteht ein Stau von Kohlendioxid zwischen dem Gesicht und der Matratze. Durch den Defekt im Stammhirn registriert der Körper den Anstieg von CO² nicht – Kinder, die diese neurologische Unreife nicht haben, wachen also naturgemäß auf, die anderen hingegen möglicherweise nicht 

Mitunter kann es auch sein, dass der Blutdruck während des Schlafs abfällt – eigentlich eine ganz normale Sache, aber auch hier ist jenes Baby, dessen neurologisches System nicht nicht ausgereift ist, nicht in der Lage, die Sauerstoffzufuhr aufrecht zu erhalten. Das heißt, dass in diesem der Fall der Kindstod eigentlich gar nichts mit Ersticken zu tun hat.  

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Wie atmen Babys eigentlich? 

Der Atemreflex von uns Menschen wird gesteuert durch so genannte Chemorezeptoren, die den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut messen. Wenn die Sauerstoffkonzentration sinkt oder die Kohlendioxidkonzentration steigt, melden Rezeptoren des zentralen Nervensystems, dass der Mensch entweder weiter atmet oder aufwacht. Allerdings ist genau dieses zentrale Nervensystem erst mit etwa 6 Monaten bis 1 Jahr vollständig ausgereift. Kein Wunder also, dass es bei Babys zu Problemen kommen kann.  

Tragen beeinflusst die Atmung von Babys positiv 

Es stimmt tatsächlich: Während Babys getragen werdenatmen sie gleichmäßiger. Warum das so ist? Man konnte beobachten, dass Babys in ihrer Art zu atmen von demjenigen Erwachsenen, der sie trägt, beeinflusst werden. Es ist sogar so, dass das Baby ebenfalls tief atmet, wenn auch der Tragende das tut. Der Atmen des Tragenden scheint also das Baby regelrecht zu stimulieren. Das geschieht übrigens auch durch das Heben und Senken des Brustkorbs – auch dies animiert Babys dazu, tief zatmen. Wenn ihr euer Baby tragt, könnt ihre diese Beobachtung möglicherweise auch selber machen.  

(Quelle: Dr. W. Sears, SIDS Berlin) 

Fazit: Probiert unbedingt das Tragen aus aber in der für euer Baby korrekten Position!

Mutter trägt Baby im Tragetuch Also: Wenn ihr euer Baby tragt – und das solltet ihr unbedingt tun – dann tragt es bitte ausschließlich mit dem Gesicht zu euch, also Bauch auf Bauch, oder eben auch etwas später auf dem Rücken, Bauch an Rücken oder auf der Hüfte. Auch wenn es immer noch einige Hersteller von Tragehilfen gibt, die das anders bewerben und auch wenn man es im Film immer wieder anders sieht! Gebt ihm die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurückzuziehen und zu kuscheln.

Wenn es etwas sehen will, dann bindet das Tragetuch oder die Tragehilfe anders, so dass das Köpfchen frei ist und sich bewegen kann. Oder ihr setzt es euch, wenn es schon etwas größer und neugierig ist, tatsächlich auf euren Rücken oder auf eure Hüfte. Von dort hat es nämlich einen wunderbaren Rundumblick!

Das Baby richtig tragen, aber wie?

Wir möchten euch gerne aufzeigen, welche Fehler beim Tragen eures Babys  unbewusst entstehen können. Wir erklären euch, warum ihr euer Baby nicht mit dem Gesicht nach vorne tragen solltet!

Gerade wenn ihr ein Schreibaby habt, bringt das Tragen in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe euch und eurem Baby eine Erleichterung. Euer Baby wird durch das Tragen, sofort wieder in seine bekannte Welt zurückversetzt. Es ist eng an dich/euch geschmiegt, wird gehalten und geschaukelt. Euer Baby spürt eure Körperwärme und hört euren beruhigenden Herzschlag. Gerade Schreibabys sollten vor zu vielen Sinneseindrücken abgeschirmt werden. Es fühlt sich wieder rundum „zu Hause“. Zusätzlich findet eine wichtige unterschwellige Kommunikation zwischen euch und eurem Baby statt.

Allerdings kann man beim Tragen tatsächlich auch so einiges falsch machen. Viele Eltern sind der Meinung, sie tun ihrem Sprössling etwa Gutes, wenn sie es „verkehrt herum“ in die Tragehilfe setzen, sprich, mit dem Gesicht nach vorne, weg vom Tragenden. Denn dann kann das möglicherweise quengelnde Kind etwas sehen und wird abgelenkt. „Mein Kind ist so neugierig, es will immer etwas sehen“. Nur: Ist das wirklich so gut fürs Kind?

Mit dem Gesicht nach vorne? Bitte nicht!

Natürlich wollen Babys ab einem gewissen Alter nicht mehr ganz eng an Mamas Busen gedrückt getragen werden, sondern von ihrer Umgebung etwas mitbekommen. Dennoch ist es eine Fehlannahme, dem Baby etwas Gutes zu tun, wenn man es mit dem Gesicht nach vorne trägt. Warum? Aus folgenden Gründen:

  • Die Anhock-Spreiz-Stellung, die für das Baby so wichtig ist (der tiefste Punkt beim Sitzen im Tuch oder in der Trage ist der Po. Die Knie hingegen befinden sich auf Bauchnabelhöhe  ("M" Position). Tragt ihr euer Baby mit dem Gesicht nach vorne, kann es diese Position nicht mehr einnehmen. Die Beine des Kindes baumeln nach unten, die Oberschenkel sind nicht gestützt. Es sitzt nicht ergonomisch und zudem ist diese Haltung unbequem: das Gewicht eures Babys lastet dabei auf seinem Genitalbereich! Dass das unangenehm sein muss, könnt ihr euch sicher unschwer vorstellen. Außerdem: Babys haben einen Rundrücken, der mit dem Tuch oder der Trage sanft unterstützt werden soll. Schaut es nach vorne, geht es vielmehr ins Hohlkreuz – das ist schlecht für den Rücken! 
  • Das Kind ist möglicherweise zu vielen Reizen ausgesetzt. Das Resultat wäre genau das Gegenteil von dem, was ihr eigentlich erreichen wollt. Denn es mag zwar sein, dass Baby etwas erleben will, wenn es getragen wird, wenn es jedoch mit dem Gesicht zum Tragenden getragen wird (so, wie es empfohlen wird), kann es sich bei Bedarf, wenn ihm alles zu viel wird, einfach mal zurückziehen und eine Runde kuscheln. Mit dem Gesicht nach vorne ist dies nicht möglich! Es kann sich der Menge an Reizen, die auf es einprasseln, gar nicht entziehen. Vor allem für sensible Kinder, worum es sich bei Schreibabys zweifellos handelt, kann dies schnell zu viel werden. 
  • Sollte das Baby einschlafen, hängt sein Kopf irgendwie herunter, weil es ihn nicht abstützen kann, wie es anders herum der Fall wäre. Bequem ist auf jeden Fall anders! 
  • Wenn du mitsamt deinem Baby vor dem Bauch jemanden triffst und dich mit ihm unterhältst, kommt dieser dem Baby möglicherweise ungewollt zu nahe. Wir alle – auch Erwachsene - haben sozusagen einen Wohlfühl-Abstand, den wir normalerweise anderen gegenüber wahren. Das Baby fühlt sich hier möglicherweise bedrängt und kann sich ebenfalls wiederum nicht zurückziehen.

Woran erkennt man eine gute Tragehilfe?

Babys sind Traglinge gute Tragehilfen

Mit der richtigen Tragehilfe ist das so eine Sache. Der Markt ist überschwemmt von verschiedenen Tragehilfen, die von elastischen Tüchern über Ring Slings, Mai Teis und klassische Tücher bis hin zu luxuriösen Komforttragen reichen.

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Aber woran erkennt man eigentlich eine wirklich gute Trage? Und wie definiert sich überhaupt eine gute Trage?

Tragehilfe muss zum Baby und zu euch passen

Eine gute Trage definiert sich zum einen dadurch, dass sie für das Baby aus gesundheitlicher Sicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Sprich, dass es auch bei längerem Tragen keinen Haltung- oder Rückenschaden bekommt, dass sie seine Entwicklung unterstützt und nicht behindert und natürlich soll es auch bequem fürs Baby sein.

Zum anderen sind auch die Eltern wichtig – was nützt die beste Trage, wenn die Eltern davon Rückenschmerzen bekommen?

Ergonomisch sollte sie also sein, die Trage und zwar sowohl für den Tragling als auch für den Tragenden.

Rückenfreundlich für die Eltern wird eine Trage vor allem dann, wenn sie über einen breiten Gurt verfügt, der um die Hüfte gelegt wird und somit das Gewicht des Babys etwas abmildert und davon den Schultern auf die Hüften „umlenkt“ bzw. verteilt. Ganz ähnlich also wie bei einem guten Outdoor- oder Wanderrucksack.

Tragehilfe Rücken

Wer mal ein Baby mit 10 Kilogramm oder mehr in einem Tragetuch und zum Vergleich in einer Komforttrage getragen hat, wird wissen, wie groß der Unterschied sein kann. Beim Tragetuch gibt es schließlich keinen breiten Hüftgurt – woher auch.

Sinnvoll sind vor allem für den Tragenden weiche und gut gepolsterte Schultergurte, ein breiter Hüftgurt und die Möglichkeit, die Gurte ganz individuell für den Tagenden einzustellen.

Das Tragetuch – prima für die erste Zeit

Was aber natürlich nicht heißen soll, dass ein Tuch nichts taugt. Ganz im Gegenteil. Ein Tuch, egal, ob es sich dabei nun um ein elastisches Tuch, ein klassisch gewebtes oder um einen Ring Sling handelt, ist in der Regel für kleiner Babys und die ersten Monate prima geeignet. Mit dem Ringsling kann man auch prima auf der Hüfte tragen.

Ein Qualitätsmerkmal für ein gutes Tragetuch ist auf jeden Fall die Webart. Es sollte diagonal gewebt sein und somit leicht in beide Richtungen nachgeben. Es wird dadurch minimal elastisch. Außerdem sollte der Stoff nicht zu dünn sein und das Tuch weder zu kurz, noch zu schmal.

Kauf einer Komfortrage – die Qual der Wahl

Bei dem Kauf einer so genannten Komforttrage wird es schon etwas schwieriger. Hier gibt es nämlich durchaus auch Modelle auf dem Markt, mit denen man das Baby lieber nicht tragen sollte. Generell gibt es 3 Kriterien, die eine Traghilfe erfüllen sollte:

  1. Das Kind muss breit genug gespreizt sitzen können (in der so genannten Anhock-Spreizstellung). Genau dies ist bei vielen Tragehilfen leider nicht der Fall. Der Steg – das ist der Bereich, auf dem das Kind sitzt – muss eine gewisse Breite haben und idealerweise möglichst stufenlos mit dem Kind mitwachsen. Ideale Sitzposition ist, wenn die Knie des Babys genau die gleiche Höhe haben wie sein Bauchnabel. Das nennt man die die „M-Position“, bei der der Popo der tiefste Punkt ist. Der Stoff zwischen den Beinen sollte bis zur Kniekehle reichen! Bei sehr vielen Tragehilfen schneidet dieser, wenn das Baby ein bisschen größer ist, im Oberschenkel oder sogar in den Geschlechtsteilen ein. Die Beine baumeln einfach hinunter – genau das ist ein Zeichen dafür, dass eine Tragehilfe nichts taugt. Mal ganz davon abgesehen, dass dies für die Hüftentwicklung des Babys nicht förderlich ist, ist es schlichtweg auch unbequem. Wenn Baby in so einer Trage weint, dann womöglich nicht deswegen, weil es nicht gerne getragen wird, sondern eher weil es unbequem sitzt. 

"Das muss sich in etwa so anfühlen, wie wenn man als Erwachsener freihändig auf einem Schwebebalken sitzen würde!"

Also: die Stoffbahnen zwischen den Beinen sollen immer schön bis zur Kniekehle reichen, so dass nur der Unterschenkel herunterbaumelt. Bei einem Tuch ist dies problemlos regulierbar, bei einer Tragehilfe eben nicht immer.

  1. Der Rücken sollte leicht gerundet sein und dabei unterstützt werden.

Der Stoff der Trage sollte sich dem Rücken so anschmiegen, dass die gebogene Form des Babyrückens erhalten bleibt, das Kind aber nicht in sich zusammensackt. Dies ist in den meisten Tragehilfen allerdings gegeben. Ein Tuch sollte daher auch niemals zu locker gebunden werden.

  1. Der Kopf muss gerade bei Neugeborenen gut gestützt werden, so dass auch dann, wenn man sich leicht nach vorne beugt, das Köpflein nicht nach hinten kippen kann. Bei einigen Tragehilfen, die es so zu kaufen gibt, ist dies ein klares Manko: der Kopf des Babys wird nicht fixiert und kann hin- und herbaumeln, oftmals muss dann der Tragende den Kopf mit einer Hand unterstützen. Was natürlich zu vermeiden ist, schließlich soll eine gute Tragehilfe es ermöglichen, beide Hände frei zu haben und Dinge tun zu können, die man mit Baby auf dem Arm nicht kann. Bei einer guten Tragehilfe muss man nirgendwo festhalten oder unterstützen, da das Baby von allein so sitzt, wie es sollte!

Glücklicherweise gibt es zwar einerseits viele Modelle, die wirklich nichts taugen, aber auch eine große Auswahl an wirklich guten Tragehilfen. Wenn ihr unsicher seid, fragt am besten eure Hebamme oder eine Trageberaterin zu dem Thema. Das Kind in einer ungeeigneten Trage zu tragen, ist wirklich kontraproduktiv und könnte beim Baby Schäden verursachen, was in einer guten und richtig konzipierten Tragehilfe nicht der Fall ist.

Außerdem ist natürlich auch auf die Herstellerangaben zu achten, ab welchem Gewicht das Baby damit getragen werden kann.

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Weitere wichtige Aspekte

Übrigens sollte das Kind niemals mit dem Rücken zum Tragenden getragen werden, sondern immer mit dem Gesicht. Alles andere ist für die Haltung schädlich und ist ganz davon abgesehen in einer wirklich guten Trage auch gar nicht möglich.

Frühchen sollten nur in speziell dafür vorgesehenen Tragen getragen werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der, wie das Problem des Mitwachsens gelöst ist. Bei manchen Tragen gibt es einen integrierten Neugeborenen-Einsatz (da ein Neugeborenes natürlich noch nicht so weit gespreizt sitzt wie ein 6 Monate altes Kind), wieder andere bieten für kleine Babys ein extra Kissen als Sitzverkleinerer oder auch einen Bändiger an, mit der der Bereich zwischen den Beinen angepasst werden kann. Alles hat Vor- und Nachteile.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Trage individuell für Baby und Tragenden passen und bequem sein sollte – dann habt ihr sicher viel Spaß damit.

Weitere Informationen:

Elastische Tücher eigenen sich wunderbar ab Geburt. Je fester Du es bindest, desto länger wirst Du damit Freude haben. In der Trageschule Hamburg, lernst Du wie professionelle Trageberaterinnen elastische Tücher binden. Probiere es aus und fühle den Unterschied!

Babys sind Traglinge

Baby schreit, Babys sind TraglingeUnd keine Sorge, wenn Baby sofort, nachdem man es abgelegt hat, zu schreien anfängt: Das bedeutet keineswegs, dass es Euch Eltern ärgern will – im Gegenteil. Weggelegt werden bedeutete für Menschenbabys zu Urzeiten schlichtweg eins: Gefahr! Insofern ist es auch wieder logisch, dass Babys, die weggelegt werden und alleine sind, protestieren. Man nennt das übrigens „Kontaktweinen“ – es ist sogar ein ganz natürlicher Reflex! Also, bitte: das Baby nicht schreien lassen, sondern darauf reagieren, indem Ihr es hochnehmt! Es will Euch ganz sicher nicht ärgern und nein, Ihr habt es auch noch nicht verwöhnt – es hat einfach Angst, alleine gelassen zu werden und will in Eurer Nähe sein. Da sich in der ersten Zeit das Urvertrauen bildet, sollte man auf dieses Schreien unbedingt reagieren. Was ja aber nicht heißen muss, das Ihr euer Kind schon beim kleinsten Mucks hochnehmen müsst – aber schreien lassen ist nun wirklich nicht (mehr) angesagt.

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Und noch was: Verwöhnen kann man seine Kinder sehr wohl – aber eben nicht im ersten halben Jahr. Die meisten Eltern machen sich viel zu viele Gedanken darüber, ob sie wohl ihr Neugeborenes verwöhnen (welches Nähe und Liebe definitiv quasi im Überfluss braucht) und verwöhnen dann aber viel mehr ihr Kind, wenn es größer und älter ist.

Euer Baby kann nicht genug an Liebe und Nähe bekommen! Und es darf auch getragen werden, solange es ihm und Euch Spaß macht.

Fazit: Wenn ihr euer Baby so viel wie möglich tragtverwöhnt  ihr es in keinster Weise, ganz im Gegenteil: Euer Baby profitiert davon, weil es sich pudelwohl fühlt, es wird geschaukelt und dabei wird seine Entwicklung geschult. Das hört sich doch schon mal gut an, oder?  

Außerdem habt ihr eure Hände frei und könnt viel mehr nebenher erledigen. Hinzu kommt: Euer Baby schreit weniger und schläft besser - all das dürften also mehr als genügend Gründe sein, Babys gerade wenn sie klein sindmöglichst oft zu tragen.  

Ihr tut euch damit quasi gegenseitig etwas Gutes.  

 

Nicht nur das Tragen, sondern auch das Schaukeln und Wiegen in der swing2Sleep Federwiege gibt eurem Baby ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit. So könnt ihr eurem Baby auch zu Hause ein einzigartiges Gefühl von Entspannung und Sicherheit geben, ohne es immer tragen zu müssen. 

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"Wenn du still bist, verstehen dich nur die Menschen, die dich fühlen."
Das Team von swing2Sleep wünscht euch eine gelungene und kuschelige Tragezeit.

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1 Kommentar

  • Nina

    Feb 12, 2019

    Meine Kinder waren Gott sei Dank keine Schreibabys und getragen wurden sie auch nicht sooo gerne. Dafür hatten wir andere Baustellen, wenn auch nicht mit solch riesengroßer Belastung.
    Die Federwiege erscheint mir als ein wirklich tolles Hilfsmittel.
    Allen geplagten Eltern wünsche ich viel Kraft!
    Nina


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