magazin

Känguru Methode ideal für Früh- und Neugeborene

Maik Schwede

Viel Körpernähe - Der optimale Start 

Vermutlich habt ihr den Begriff schon mal gehörtKangarooing oder die Känguru Methode. Damit bezeichnet man eine Methode, bei der ein Frühgeborenes möglichst eng an der Köper von Mama oder Papa gebunden wird, damit die Bindung gestärkt wird und es sich geborgen fühltEben ganz ähnlich wie es bei Kängurus der Fall ist 

Baby liegt auf Mamas Brust Känguru Methode

Wie genau macht man Kangarooing? 

Bei der Känguru Methode wird das nackte Baby direkt auf den nackten Oberkörper von Mutter oder Vater gelegt. Damit es nicht auskühlt, deckt man es mit einem Tuch zu oder bindet es mit einem Tragetuch oder Umschlagtuch so ein, dass es auch getragen werden kann.  

Aufgrund der Körpernähe wird die Eltern-Kind-Bindung gestärkt, dies wiederum soll die emotionale Entwicklung des Babys stärken. Auch die Intelligenz wird gefördert 

Langzeitstudien zur Känguru Methode 

Eine Langzeitstudie hat untersuchtwelchen Unterschied es gibt zwischen Neugeborenen, die in den Genuss von Kangarooing kamen und jenen, bei denen man diese Methode nicht angewendet hat. Das Ergebnis spricht für sich: Offenbar profitieren gerade Frühchen ganz enorm davon, wenn sie mit der Känguru Methode getragen wurden. Und zwar sogar noch Jahrzehnte später!  

Man untersuchte hierbei Personen im Alter von ca. 20 Jahre, die allesamt als Frühchen geboren wurden. Die eine Gruppe wurde in den ersten Monaten auf die herkömmliche Weise im Brutkasten betreut, die anderen kamen in den Genuss der Kangarooing Methode 

Letztere hatten tatsächlich als Erwachsene noch einige Vorteile. Sie zeigten sich weniger aggressivimpulsiv und hyperaktiv als die Kontrollgruppe. Und es kommt noch besser: Im Durchschnitt hatten diese Kinder sogar einen höheren Intelligenzquotienten 

Dennoch sind alle diese Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten, weil es sich nur um kleine Kontrollgruppen handelte

Wie wichtig ist die Känguru Methode?

Hilary Whyte, Professor of Pedriatics am Hospital for Sick Children in Toronto, Kanada, spricht darüber, wann diese Therapiemethode eingesetzt werden kann und welche Vorteile sie bietet.

Positive Auswirkungen auf die ganze Familie 

Die Eltern der Känguru-Gruppen wurden ganz genau eingewiesen, wie sie auf die Bedürfnisse ihres Babys besser eingehen könnenAuch das hat vermutlich einen positiven Nebeneffekt. In jedem Fall fand man heraus, dass sich das Kangarooing nicht nur auf das Baby, sondern auf die ganze Familie positiv auswirkt: die Paare bleiben im Durchschnitt häufiger beieinander, wenn auch der Papa das Frühgeborene herumtragen durfte. Außerdem war die Grundstimmung innerhalb der Familie bzw. der Partnerschaft liebevoller und positiver 

Eltern lernen dabei, Berührungsängste zu überwinden, mit den zerbrechlichen Winzlingen umzugehen und eine Beziehung zu ihrem Frühchen aufzubauen. Liegt das Baby hingegen im Inkubator, ist das eher nicht möglich.  

Wenn ein Frühchen geboren wird, ist es häufig so, dass dessen medizinische Versorgung ganz im Vordergrund steht und die Mutter-Kind-Beziehung darunter häufig erst einmal leidet. Wird das Baby der Mutter gleich nacder Entbindung weggenommen, um es auf der Intensivstation zu versorgen, kommt es zu keiner Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin. Die Mütter empfinden dieses Wegnehmen ihres Babys oftmals als großen Verlust. Hinzu kommen manchmal Schuldgefühleweil sie ihr Baby keine neun Monate lang austragen konnten. Sie wollen etwas tun, so wollen ihrem Baby helfen. Und genau deswegen ist Kangarooing für beide Parteien ausgesprochen sinnvoll und wichtig.  

Woher kommt dieser positive Effekt? 

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es so, dass bei der Mutter beim Kangarooing mehr Oxytocin ausgeschüttet wird, ein Glückshormon, was auch als wichtiger Bestandteil der Mutter-Kind- Bindung gilt. Weil das Baby permanent die Stimme und den Herzschlag der Mutter hört, wird es zugleich stimuliert, aber auch beruhigt. Es fühlt sich angenehm zurückversetzt in die Zeit der Schwangerschaft. Schon allein das sorgt für ein wohliges Gefühl des Babys.  

Wird die Känguru-Methode praktiziert, soll sich dies sogar positiv auf die Stillbeziehung auswirken.  

Vorteile der Känguru Methode gegenüber dem Brutkasten 

Natürlich ist die Känguru Methode viel persönlicher für das Neugeborene als ein Brustkasten. Es gibt aber tatsächlich noch weitere Vorteile, mal abgesehen von der so wichtigen Nähe zu Mama oder Papa. Man fand nämlich heraus, dass die Brust der Eltern die Temperatur besser regulieren kann als der Inkubator. Das Kind kann dabei besser atmen, der Haut-an-Haut-Kontakt hilft ihm dabei, ruhiger zu werden und schneller an Gewicht zuzulegen.  

Seit wann gibt es eigentlich das Kangarooing? 

Diese Methode stammt ursprünglich aus Kolumbien. Weil es im Jahr 1979 in einer Klinik zu wenige Brustkästen gab, kamen die Ärzte auf die Idee, die Frühgeborenen stattdessen auf die Brust der Mutter zu legen. Man glaubte, dass dies der sicherste Platz für das Baby sei. Seit diesem Zeitpunkt griff diese Methode immer weiter um sich. In Deutschland wird Kangarooing seit den 80er Jahren angeboten.   

Wie lange dauert Kangarooing? 

Am besten ist es, wenn die Babys so lange wie möglich auf die Brust gelegt werden. Allerdings ist das Umlagern bei Babys, die künstlich ernährt werden und an Überwachungsgeräte angeschlossen sind, nicht ganz einfach. 
Empfohlen wird eine Zeitspanne von mindestens einer Stunde,
besser sogar zwei 

Es gibt Ärzte, die dafür plädieren, dass auch Frühgeborene, die nicht stabil sind und medizinisch überwacht und versorgt werden müssen, trotzdem möglichst oft auf die nackte Brust gelegt werden sollten. Die Brust sollte also grundsätzlich immer dem Inkubator vorgezogen werden.  

Gibt es auf der Brust eine Gefahr der Überhitzung? 

Nein, das kann man so nicht sagen. Ganz im Gegenteil ist es im Zweifelsfall für das Baby besser und natürlicher, von Mamas Brust gewärmt zu werden als vom Inkubator 

Ist die Känguru Methode auch geeignet für Babys, die nicht Frühchen sind? 

Unbedingt! Denn natürlich leiden Mutter und Kind auch dann unter einer Trennung, wenn es sich nicht um ein Frühchen handelt. Auch „normale“ Neugeborene genießen es, wenn sie möglichst viel Zeit auf der nackten Brust der Mutter verbringen dürfen.  

Kann man außer Kangarooing noch etwas für Frühchen tun? 

Ganz sicher. Gerade unreife Babys sind besonders empfindlich gegenüber jeglicher Art von Reizen, Licht, Lärm oder Kälte. Deswegen sollten Frühchen immer vor der Hektik des Klinikalltags geschützt werden. Man schirmt sie deswegen in vielen Kliniken von Anfang an bestmöglich gegen grelles Licht oder Lärm ab. Alle Arten von Routine werden dem Kind angepasst und nicht umgekehrt. 

Die Känguru Methode und Stillen 

Wird während des Kangarooings gestillt? Im Idealfall ja. Das ist zumindest das Ziel. Handelt es sich aber um ein sehr kleines Frühchen, wird es möglicherweise zuerst mal mit abgepumpter Muttermilch oder Sonde ernährt. Ab der 32. Schwangerschaftswoche darf das Frühgeborene dann an der Brust seine ersten Trinkversuche unternehmen.   

Alles große fängt im Kleinen an. Doch manchmal ist das Kleine aber auch das Allergrößte.

Für Frühchen ist unsere swing2sleep Federwiege eine wunderbare Erfahrung. Sie erschafft, die für euer Baby so wichtige Begrenzung. Darüber hinaus begleiten, beruhigende Schwingungen euer Baby in den Schlaf. Das ähnelt dem Gefühl in Mamas Bauch sehr stark. 

Federwiege swing2sleep mieten


Tags



Älterer Post Neuerer Post



Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen