Verhütung nach der Geburt: Darauf solltet ihr achten

Nach der Schwangerschaft und der Ankunft eures Schatzes steht eure Welt vermutlich erst einmal Kopf. Oftmals gehen da Themen wie die Verhütung nach der Geburt unter. Allerdings: Wenn ihr nicht gleich wieder schwanger werden möchtet und euch zunächst auf euer Kleines konzentrieren wollt, ist die Frage nach Verhütung nicht unerheblich. Worauf gilt es also zu achten? Und welche stillverträglichen Optionen gibt es? Die Antworten haben wir. 

Verhuetung nach Geburt

Verhütung nach der Geburt: Stillen schützt nicht vor Schwangerschaft

Oft glauben Paare, dass sie nach einer Geburt erst einmal gar nicht schwanger werden können. Insbesondere, wenn das Kind voll gestillt wird. Tatsächlich stimmt das nur zum Teil. Die Natur hat es zwar so eingerichtet, dass beim Stillen das milchbildende Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Das schränkt die Eierstockaktivität ein. Ein Eisprung wird verhindert. Allerdings ist dieser natürliche Verhütungsschutz nach der Geburt nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Der Pearl Index liegt bei 2-4. Das bedeutet, dass mindestens zwei bis vier Frauen innerhalb eines Jahres trotz Stillen nach der Geburt schwanger werden können. Andere Untersuchungen sprechen sogar von fünf bis zehn Prozent. 

Voll Stillen bedeutet in diesem Falle:

  • Am Tag stillst du mindestens alle vier, nachts mindestens alle sechs Stunden. 
  • Ganz grundsätzliche sind die Stillpausen nie größer als 6 Stunden. 
  • Abpumpen und Fütterung mit der Flasche zählen nicht zum Stillen. 
  • Du stillst täglich mindestens 80 Minuten. 
  • Ihr füttert nicht zu. 
  • Du hast noch keine Monatsblutung. Als Regelblutung gilt, wenn du mehr als acht Wochen nach der Geburt eine Blutung für mindestens zwei Tage hast (kein Wochenfluss).

Kurzum: Davon auszugehen, dass Stillen allein vor einer erneuten Empfängnis schützt, ist nicht sicher. Wenn ihr also erst einmal keine weitere Schwangerschaft wünscht, dann solltet ihr auf diese Dinge in Sachen Verhütung nach der Geburt achten. 

Lass dich erst einmal beraten

Solltest du aus Gründen nicht stillen, könnt ihr euer Verhütungsmittel relativ frei wählen. In der Stillzeit wiederum braucht es eine zuverlässige Verhütungsmethode, die die Gesundheit deines Babys und auch deine Milchbildung nicht beeinträchtigt. Deswegen ist es sinnvoll, wenn du deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt konsultierst und dich einmal beraten lässt. Danach könnt ihr gemeinsam die Vor- und Nachteile der einzelnen Verhütungsmethoden besser einschätzen. So kann es beispielsweise sein, dass ihr während der Stillzeit anders verhütet, als danach.

Verhuetung nach Geburt

Verhütung nach der Geburt mit der Barrieremethode
Mit “Barrieremethode” sind Kondom oder Diaphragma gemeint. Sie eignen sich besonders gut als Verhütungsmethode nach der Geburt, da sie keine Auswirkungen auf Milchproduktion oder Baby haben. Ihr könnt dies also bedenkenlos nutzen. Achtet aber darauf, dass das Diaphragma neu angepasst wird und es korrekt sitzt. Denn durch die Entbindung hat sich dein Körper verändert, insbesondere dein Beckenboden. Nur die korrekte Anwendung von Kondom oder Diaphragma sorgt für einen sicheren Schutz.

Pille oder Mini-Pille
Nicht alle Pillen-Präparate können während der Stillzeit bedenkenlos eingenommen werden. So ist beispielsweise die Kombi-Pille keine gute Idee. Enthalten sind Östrogene, die die Milchproduktion beeinflussen können. Wenn du nicht stillst, kannst du aber durchaus die Kombi-Pille einehmen – und zwar frühestens drei Wochen nach der Geburt oder später. Ansonsten ist das Thromboserisiko in der ersten Zeit des Wochenbetts zu hoch. 

Die Minipille wiederum ist niedriger dosiert als die Kombinationspille und enthält ausschließlich das Hormon Gestagen. Sie ist also für stillende Mamas eine Option, denn sie beeinflusst die Milchproduktion nicht. Deswegen wird sie auch gerne mal als Stillpille betitelt. Wenn du voll stillst, kannst du die Minipille frühestens sechs Wochen nach Entbindung einnehmen. Stillst du nicht, kannst du mit der Anwendung jederzeit beginnen. 

Kupferspirale
Die Kupferspirale eignet sich wunderbar als Verhütungsmethode nach der Geburt. Sie kann oftmals bereits sechs bis acht Wochen nach der Entbindung von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt eingesetzt werden – denn dann hat sich die Gebärmutter weitestgehend zurückgebildet. Allerdings: Das Einsetzen der Spirale ist nicht ganz schmerzfrei. Dein Körper braucht nach der Geburt meist noch Zeit, um sich zu erholen. Überlege dir also in Ruhe, wann du dich bereit für das Einsetzen einer Kupferspirale fühlst. 

Hormonspirale
Ähnlich wie die Mini-Pille ist auch die Hormonspirale niedrig dosiert. Soll heißen: Auch sie eignet sich als Verhütungsmethode in der Stillzeit. 

Hormonimplantat
Ebenfalls eine Option für stillende Mamas sind Hormonstäbchen, die im Oberarm unter die Haut gesetzt werden. Sie enthalten in der Regel nur das Hormon Gestagen und bieten einen Schutz von bis zu drei Jahren. Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Datenlage rund um Hormonimplantate und Menge sowie Qualität an Milch relativ gering ist. Es gibt noch nicht so viele Erfahrungswerte bei dieser Verhütungsmethode nach der Geburt. 

Dreimonatsspritze
Auch bei der Dreimonatsspritze ist ausschließlich Gestagen enthalten. Es ist theoretisch eine Option für Stillmamams. Dabei kann sie frühestens sechs bis acht Wochen nach der Entbindung gesetzt werden. Allerdings vertragen viele Frauen die Spritze aufgrund ihrer Nebenwirkungen nicht. Lass dich also hier noch einmal genau beraten.

Vaginalring
Der Vaginalring ist wiederum keine empfehlenswerte Methode zur Verhütung nach der Geburt und während der Stillzeit. Denn wie bei östrogenhaltigen Pillen, werden auch hier Hormone freigesetzt, die die Milchproduktion einschränken können. Gleiches gilt für das Verhütungspflaster, das ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen ist. Für nicht-stillende Mama kann der Vaginalring hingegen eine Verhütungsmethode nach der Geburt sein.

Nur im Notfall: Die Pille danach
Sollte es zu einer kleinen Panne gekommen sein, könnt ihr im Notfall die Pille danach nutzen. Allerdings solltet ihr hier folgendes beachten: 

  • Ist in dem Mittel der Wirkstoff Levonorgestrel enthalten, sollte das Präparat direkt nach dem Stillen eingenommen werden. Zudem bedarf es einer Stillpause von mindestens 12 Stunden. 
  • Enthält das Präparat wiederum Ulipristalacetat, ist eine Stillpause von mindestens 36 Stunden empfohlen.

Werden die Stillpausen nicht eingehalten, nimmt euer Baby den Wirkstoff über die Muttermilch mit auf. Obacht: Trotz Stillpause solltest du die Muttermilch fortwährend abpumpen, damit die Milchproduktion nicht eingeschränkt oder vermindert wird. Wie gesagt, ist die Pille danach wirklich nur ein Notfallmittel. 

Verhütung nach der Geburt: Wenn die Lust zurückkommt

Es ist im Übrigen von Paar zu Paar und insbesondere von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, wann nach der Geburt die Lust auf Sex wiederkehrt. Bei manchen passiert das relativ schnell, bei anderen kann es einige Wochen oder sogar Monate dauern. Solltet bei euch letzteres der Fall sein, lasst euch davon nicht verunsichern. Es ist ganz natürlich, dass gerade bei stillenden Frauen die Libido noch ein wenig träge ist. Findet im Baby-Alltag einfach andere Wege, intim miteinander zu werden. Kuschelt als Paar oder gemeinsam mit eurem kleinen Schatz als Familie: Das setzt Glückshormone frei und ist ganz wunderbar. Wichtig ist, dass ihr euch nicht zu sehr in das Thema reinstresst. Ihr gebt das Tempo vor.

Und: Sollte euch die Lust dann doch mal überkommen, ist die swing2sleep ein toller Helfer, um euer Kleines selig schlummern zu lassen, während ihr es euch im Bett gemütlich macht und ein wenig Erwachsenenzeit genießt.