Wochenbett: Wie lange dauert es?

Es ist die magische Zeit nach der Geburt, in der sich Mutter und Kind, aber auch der Partner oder die Partnerin kennenlernen: das Wochenbett. Doch wie lange dauert es denn eigentlich? Im Internet schwirren die unterschiedlichsten Zahlen herum: 40 Tage? Sieben Wochen? Acht Wochen? Die Antwort – und weitere Tipps rund um die Kuschelzeit – haben wir. 

Wochenbett wie lange dauert es von swing2sleepWas genau ist das Wochenbett? 

Das Wochenbett trägt seinen Namen aus gutem Grund: In diesen Tagen und Wochen sollten Mutter und Kind vornehmlich liegend miteinander ihre Zeit verbringen. Ganz egal, was draußen passiert, was Freunde und Familie gerade machen: Während der Zeit des Wochenbetts steht an allererster Stelle, gemeinsam zu kuscheln, Kraft zu tanken, sich kennenzulernen und körperlich zu heilen. Es ist ein wunderschöner Ausnahmezustand, der so nicht zurückkommt.

Wie lange dauert das Wochenbett? 

Wenn man im Internet recherchiert, gibt es sehr unterschiedliche Angaben zu der Frage, wie lange das Wochenbett dauern kann. Manche Quellen sprechen von sechs Wochen, andere von acht. Wieder andere empfehlen exakt 40 Tage. Doch was stimmt denn nun? Die Antwort ist simpel: Das Wochenbett dauert so lange, wie es sich für euch richtig anfühlt. Es gibt keine klaren “Vorschriften”, aber ihr solltet der medizinischen Empfehlung folgen und mindestens zwei Wochen nach der Entbindung ruhen. Je länger ihr euch erholt und kuschelt und den Alltag einfach mal Alltag sein lasst, desto besser. 

Das Wochenbett unterteilt sich dabei grob in zwei Phasen: 

Frühwochenbett

Hier findet die wichtige Erholungsphase statt. Das Frühwochenbett umfasst etwa die ersten zehn Tage nach Entbindung. Dein Körper fängt nun an, Milch zu produzieren. Gleichermaßen beginnt der langsame Heilungsprozess. Und obendrein reguliert sich der Hormonhaushalt. All das ist sagenhaft kräftezehrend. Ruh dich also in jedem Fall aus und lass dich verwöhnen. Nichts ist gerade wichtiger als deine Gesundheit und die deines Babys. Wenn du dir strikte Ruhe erlaubst, beugst du Stillproblemen, aber auch Erkrankungen wie Wochenflussstau oder Kindbettfieber vor.

Spätwochenbett

Im Spätwochenbett stehen wiederum alle Zeichen auf “Genießen”. Diese Phase beginnt etwa am elften Tag nach der Geburt und stellt auch zugleich die letzte Etappe des Wochenbetts dar. Du bist jetzt wahrscheinlich körperlich schon wieder fitter und belastbarer. Dennoch solltet ihr euch nicht übernehmen. Nach wie vor können Alltagsdinge, wie der Haushalt, warten. Das Wichtigste ist, dass ihr nun alle gemeinsam im neuen Leben ankommt.

 

Warum ist das Wochenbett so wichtig?

Unabhängig von der Frage, wie lange das Wochenbett dauert, ist wohl unumstritten, dass diese Zeit besonders wichtig ist. Denn: Ein neuer kleiner Mensch ist geboren. Das ist etwas ganz Großes. Kein Wunder, dass man nach diesem einzigartigen Ereignis nicht direkt in den Alltag zurückkehren kann – und sollte. 

Das Wochenbett ist aus ganz verschiedenen Gründen eine wichtige erste Etappe für Mutter, Kind und Partner oder Partnerin. Zum einen dient diese magische Zeit dem Kennenlernen und dem sogenannten Bonding. Bonding beschreibt das Auflegen des nackten Neugeborenen auf die Haut der Mutter oder des Vaters, direkt nach der Geburt. Es dient der Eltern-Kind-Bindung. Im Wochenbett kann und solltet ihr als Eltern diese Methodik weiter fortsetzen. Kuschelt euch ohne Kleidung ein und sorgt für viel Hautkontakt. Das hat zahlreiche positive Auswirkungen. 

Bonding kann: 

  • Das Vertrauen von Kind zu den Eltern vom ersten Tag an stärken
  • Eltern und Kind gleichermaßen beruhigen und entspannen
  • die Atmung und die Herzfrequenz eures Babys regulieren
  • sich positiv auf das Stillverhalten des Kindes auswirken
  • helfen, die Temperatur des Babys zu regulieren. 

Das Wochenbett dient auch deiner körperlichen Heilung. In der Schwangerschaft hast du enorme körperliche Veränderungen durchlebt. Nicht nur dein Bauch ist gewachsen, auch all deine Organe haben sich verändert und verschoben, um Platz für dein Kind zu machen. Im Wochenbett durchläuft dein Körper verschiedene Prozesse, um wieder in seine alte Form zu kommen – innen wie außen. So bildet sich deine Gebärmutter von rund 1000 Gramm innerhalb von rund sechs Wochen auf etwa 60 bis 100 Gramm zurück. Dein Muttermund schließt sich wieder, die Schamlippen deiner Vagina bilden sich zurück und dein erhöhtes Blutvolumen reguliert sich wieder. Gleiches gilt auch für Harnblase, Darm und dein gesamtes Hormonsystem. Kurzum: Während des Wochenbetts leistet dein Körper (erneut) Unglaubliches. Das braucht Zeit. Und Ruhe. Gönn dir also weiter eine Auszeit und bleib viel im Bett mit deinem Kind. 

Beitrag von swing2sleep - Wochenbett wie lange dauert esHygiene und Wohlbefinden im Wochenbett

Wochenbett ist Bademantel-Zeit. Das bedeutet jetzt nicht, dass ihr als junge Eltern die ganze Zeit ungeduscht im Bademantel rumlaufen müsst. Doch gerade in den ersten drei Wochen braucht ihr eigentlich nichts, außer bequemen Klamotten (oder eben den Bademantel). Zudem ist es durchaus ratsam, nicht jeden Tag zu duschen. Klar sollt ihr euch waschen und sauber halten. Aber in der Wochenbettzeit geht es auch darum, sich im wahrsten Sinne zu “beschnuppern”. Euer Baby sollte euren natürlichen, unparfümierten Körpergeruch kennen (und lieben) lernen.

Hygiene ist selbstredend dennoch wichtig. Insbesondere, wenn du als Mama Wochenfluss hast. Der ist zwar nicht infektiös, enthält aber dennoch jede Menge Bakterien. Deswegen gilt: Regelmäßiges Händewaschen. 

Vor allem geht es aber im Wochenbett darum, dass sich die gesamte Familie – insbesondere aber Baby und Mama – wohlfühlen. Von dem vielen Liegen und dem Stillen kann die Mutter beispielsweise recht rasch Verspannungen im Nacken und Rücken bekommen. Hier helfen Kirschkernkissen oder Thermopflaster; oder auch eine Massage. Es gibt beispielsweise spezielle Unternehmen, die Wöchnerinnen Hausbesuche für spezielle Wochenbett-Massagen anbieten. Auch sanfte krankengymnastische Übungen können bei der Regeneration von Gebärmutter, Darmtätigkeit und Muskulatur der Harnblase helfen. Aufgepasst: hier vorab unbedingt mit Hebamme, Arzt oder Ärztin sprechen. Wer beispielsweise einen Kaiserschnitt hatte, sollte vorerst von Gymnastik absehen. Vollbäder solltest du als Wöchnerin erst einmal vermeiden. Einzig, wenn du einen Dammschnitt hattest, kannst du hin und wieder ein Sitzbad mit Kamillenextrakt zur Linderung machen. Achte hierbei auf eine Temperatur von 37 Grad Celsius und bade nicht länger als maximal 10 Minuten.

Holt euch Hilfe für das Wochenbett

Ob ihr nun vier, sechs oder acht Wochen im Wochenbett verbringt, bleibt euch überlassen. Klar ist aber eines: Du als Wöchnerin, dein Baby und auch dein:e Partner:in - ihr braucht Ruhe. Aktiviert also Familie, Freunde und Bekannte, um euch hier und da im Alltag während des Wochenbetts unter die Arme zu greifen. Nehmt die Hilfe an, die euch nun von allen Seiten angeboten wird: beim Einkaufen, Kochen und auch bei organisatorischen Pflichten und administrativen Aufgaben – wie beispielsweise dem Elterngeldantrag oder dem Kindergeldantrag. Achtet aber auch darauf, dass ihr nicht zu viel Besuch empfangt und sich der Trubel in Grenzen hält. Es ist eure erste Zeit als Familie. Diese besondere Phase im Leben kommt nicht wieder.

 

Photo by Aditya Romansa on Unsplash
Photo by Oleg Sergeichik on Unsplash