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Babys Weinen und Schreien

Maik Schwede

Babys Geschrei: total unterschätzt 

Jedes Baby schreit - das eine mehr, das andere weniger. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern, weil diese nämlich oftmals gar nicht wissen, was denn nun genau los ist und warum ihr Kind schon wieder schreit. Wem sagen wir das – ihr kennt das vermutlich zur Genüge. 

Interessant sind in diesem Zusammenhang aber ein paar Erkenntnisse: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Babys Geschrei oftmals total unterschätzt wird. Und dass BabyGeschrei tatsächlich ganz schön komplex ist, meistens aber dennoch einem bestimmten Muster folgt 

Baby weint

Schreien Jungs eigentlich mehr als Mädchen? 

Tatsächlich haben Forschungen ergeben, dasJungs zumindest im Durchschnitt etwas mehr schreien als weibliche Säuglinge. Warum das so ist? Vermutlich sind in dem Fall die Hormone daran schuld. Wie sollte es auch anders sein? Diese Hormone führen dazu, dass Jungs mehr schreien, Mädels dafür bereits mit zwei Monaten etwas melodischer weinen und später dann, mit etwa 5 Monaten, besser brabbeln können. Es scheint sie also wirklich zu geben, die geschlechtsspezifischen Unterschiede  – und das fängt beim Weinen schon an.  

Babys Weinen und Schreien: ein wichtiger Schritt zum Sprechen lernen 

So ganz unnütz ist das Weinen ganz sicher nicht. Nicht nur, dass das Baby damit Mama oder Papa rufen kann, wenn irgendwo der Schuh drücktsondern es lernt mit seinem kommunikativen Weinen auch nach und nach zu babbeln und zu plappern. Wer hätte das gedacht: Weinen ist also tatsächlich eine Art Vorstufe zum Spracherwerb – klar, etwas anderes als Weinen ist einem Baby ja auch noch nicht möglich 

Schon gewusst? Babys Weinen ähnelt dem Gesang von Singvögeln 

Naja, es erschient zwar auf den ersten Blick etwas weit hergeholt, scheint aber zu stimmen. Frisch geschlüpfte Vögel, so fand man heraus, erlernen ihren Gesang ganz ähnlich wie es der menschliche Säugling tut - auch wenn man annehmen sollte, dass es hier doch eher Ähnlichkeiten gibt mit dem Affen. Denn das ist schlichtweg falsch: Affenmütter kommunizieren mit ihrem Nachwuchs nämlich so gut wie gar nicht, zumindest nicht mit der Stimme. Hier sind die Körpersprache und die Gestik nämlich viel wichtiger. Bei Menschen hingegen ist es so, dass das Baby weint und die Mutter ihr Baby in welcher Art und Weise auch immer anspricht. Das Baby lernt dann nach und nach von seiner Mutter oder seinem Vater die richtigen Laute und versucht, diese nachzuahmen - und genauso ist es in der Natur bei Singvögeln ebenfalls.  

Babys Weinen: ein Überbleibsel aus der Urzeit 

Wissenschaftler haben zudem auch zurückverfolgt, wie sich Babys Weinen im Laufe der Jahre geändert hat bzw. wie die Sache mit dem Weinen bei unseren Vorfahren war. Damals war es so, dass das Baby sich am Fell seiner Mutter festgekrallt hat. Wurde es abgelegtbedeutete dies, dass es seinen Fressfeinden ausgeliefert war. Also schrie das Baby. Im Laufe der Zeit verlor der Mensch das Fell, der Gang wurde aufrechter und die Kinder wurden früher geboren, weil das Becken durch den aufrechten Gang auch enger wurde. Trotzdem ist es in den Millionen von Jahren dabei geblieben: Das Baby schreit, wenn es ängstlich ist und die Mutter kommuniziert mit ihrem Kind aufgrund ihrer Sprache 

Wird weltweit unterschiedlich geweint? 

Tatsächlich fand man auch heraus, dass beispielsweise französische Babys anders weinen als deutsche. Im letzten Schwangerschaftsdrittel hört das Baby vermehrt die Stimme seiner Mutter und beginnt, diese dann nach der Geburt nachzuahmen. Die Melodie beim Schreien eines französischen Babys mit drei Tagen steigt eher an, während die eines deutschen Babys eher abfällt 

Globus

Dennoch zeigen alle Babys, egal aus welchem Land und egal aus welcher Sprachkultur, vier melodische „Grundkonturtypen“.  

Intuitives Wissen bei der Kommunikation zwischen Eltern und Baby 

Heutzutage gibt es eine ganze Flut an Ratgebern, in denen Eltern lernen sollen, was ihr Kind will oder besser was ihm fehlt, wenn es weint. Dabei ist das total unnötig, so sehen es zumindest die Forscher. Denn auch das ist uns noch von früher übrig geblieben: das intuitive Wissen, mit dem wir es in den allermeisten Fällen genau richtig machen. Das Lesen dieser Ratgeber hindert uns nämlich oftmals sogar daran, uns auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Mütter und Väter heben beispielsweise ganz automatisch die Stimme an, wenn sie mit ihrem Baby kommunizieren. Zudem werden die Silben gedehnt. Und das hat ihnen vorher keiner beigebracht, das machen Eltern ebenfalls intuitiv.   

Generell aber, so meinen die Wissenschaftler, wird das Geschrei des Babys tatsächlich unterschätzt. Und nicht nur das:

Wir unterschätzen leider oftmals, was Babys in den ersten Lebenstagen und -wochen verstehen und empfinden können.  

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