Dunstan Baby Language: Die Sprache der Babys

Was will das Baby nur, wenn es weint? Bei fast allen Eltern macht sich große Ratlosigkeit breit, sobald das Baby zu schreien anfängt. Wäre es nicht großartig, wenn ihr euer Baby immer verstehen würdet – egal, ob es schreit, jammert oder weint? Eine geniale Vorstellung, aber wer kann schon das eine Geschrei vom anderen unterscheiden? Ist das überhaupt realistisch? Verfechter der Dunstan Baby Language sagen: Ja, ist es.  

Ist die Dunstan Baby Language eine universelle Babysprache?

Die Australierin Priscilla Dunstan ist mit einem außergewöhnlichen Talent gesegnet: Sie hat das absolute Gehör. Das ist für sie nicht nur als Opernsängerin und Violinistin praktisch, es hat sie auch auf etwas stoßen lassen, das den meisten Menschen ansonsten verborgen geblieben wäre. Ihr fiel auf, dass ihr kleiner Sohn anscheinend unterschiedliche Laute für unterschiedliche Befindlichkeiten erzeugte. Sie forschte daran ganze acht Jahre, doch am Ende sah sie ihre Vermutung bestätigt: Alle Babys auf der ganzen Welt haben dieselben fünf Grundlaute für bestimmte Situationen.  

Wie funktioniert die „Babysprache“? 

Natürlich ist die Dunstan Baby Language keine Sprache im herkömmlichen Sinne, über die ihr komplexe philosophische Diskussionen über das Leben, das Universum und den ganzen Rest mit eurem Baby führen könntet. Vielmehr handelt es sich dabei schlicht um angeborene Reflexe, die allen Babys zu eigen sind. Kurz bevor sie anfangen zu weinen, geben sie kurze Laute von sich. Und die sind je nach Anliegen eures Sprösslings unterschiedlich 

Baby schreit schwarz-weiß Foto

Welches Bedürfnis hat mein Baby?  

Am Anfang mag es noch schwerfallen, die einzelnen Laute auseinanderzuhalten, doch mit der richtigen Anleitung und ein bisschen Übung habt ihr den Bogen irgendwann raus, und dann könnt ihr klar erkennen, was euer Schatz auf dem Herzen hat. Das kann das Leben aller Beteiligter deutlich erleichtern, denn wenn das Baby nicht gleich verstanden wird, will es seinem Bedürfnis lautstark Nachdruck verleihen, bis der Missstand behoben ist. Es wird schreien. Mit der Dunstan Baby Language könnt ihr die Situation frühzeitig erkennen und entschärfen. Das erspart euch und dem Baby viel Verzweiflung und Stress.

Weil es sich um frühkindliche Reflexe handelt, hat diese Sprache bei jedem Kind ein Verfallsdatum. Mit zunehmender Entwicklung bilden sich die Reflexe zurück, und nach etwa sechs Monaten haben sich die Laute verflüchtigt. Schon nach dem dritten Monat verändern sich die Laute von Baby zu Baby unterschiedlich. Dadurch wird es zunehmend schwieriger, das Bedürfnis des Kindes zu deuten.  

Der Wortschatz: „Neh“, „Owh“ oder „Heh“?  

Zum Reinschnuppern haben wir euch hier die fünf Grundlaute einmal aufgeführt. Könnt ihr sie bei eurem Nachwuchs heraushören?

Neh – „Ich habe Hunger!“

Owh – „Ich bin müde. Lass mich schlafen.

Heh – „Mich nervt etwas.“ (zu warm/kalt, Windel voll usw.)

Eh, eh, eh – „Ich muss ein Bäuerchen machen.“

Eiar – „Ich habe Blähungen. Mein Bauch tut weh.“

Mutter hält Baby im Arm mit Sprechblasen Illustration

In der Theorie hört sich das alles eigentlich ganz einfach an, allerdings kann man ohne das entsprechende Training schnell an seine Grenzen stoßen. Die Laute werden kurz vor dem Weinen geäußert. Das Zeitfenster ist also kurz, und ist es verstrichen, stellt sich wieder Ratlosigkeit ein.

Darum gibt es deutschlandweit spezielle Kurse für die Dunstan Baby Language, in denen frischgebackene Eltern lernen können, genau auf die Laute ihres Babys zu hören und zu erkennen, was es ihnen sagen will. Wenn in eurer Nähe kein Kurs angeboten wird, könnt ihr auch auf eine Dunstan-App oder eine DVD zurückgreifen.

Fazit

Die Dunstan Baby Language bietet eine faszinierende Methode, die Bedürfnisse eures Babys besser zu verstehen, doch sie eigenständig zu erlernen, ist schwierig. Das Baby beginnt gleich nach der Äußerung des entscheidenden Lauts zu weinen, und so fällt es schwer, sich die „Vokabeln“ einzuprägen. Außerdem könnt ihr die Sprache nur maximal sechs Monate lang anwenden. Danach sind diese lautlichen Reflexe verschwunden. Daher empfiehlt es sich, die Sprache über einen Kurs, die App oder eine DVD zu erlernen, und zwar noch bevor das Kind auf der Welt ist. So könnt ihr ihm gleich nach der Geburt jeden Wunsch von den Lippen abhören, und es ist sicherlich ein sehr beglückendes Erlebnis, sein Kind auf diese Weise verstehen zu können.

Spannend ist es allemal und mit Sicherheit einen Versuch wert. Um es mit den Worten von Priscilla Dunstan selbst zu sagen: „Jedes Baby soll gehört werden“.

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