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Wie Babys lernen zu sprechen

Maik Schwede

Eltern wundern sich immer wieder darüber, wie scheinbar spielend leicht Kinder das Sprechen lernen. Das geht ganz automatisch, so sollte man meinen. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Im Gehirn eines Babys geht ganz schön viel vor sich, wenn die lieben Kleinen lernen, ihre ersten Worte und Sätze zu sprechen. Eigentlich eine echte Meisterleistung, was dein Nachwuchs da vollbringt.  

Sprachforscher und Pädagogen erforschen das Sprechenlernen 

Immer wieder ist es für Sprachforscher und Pädagogen ausgesprochen interessant, darüber zu forschen, wie genau das Lernen einer Sprache vor sich geht.
Fest steht, dass es beim Baby spielerisch und quasi nebenher läuftwährend wir Erwachsenemühsam
jedes Wort einzeln erlernen müssen – jeder, der mal eine Fremdsprache im Erwachsenenalter gelernt hat, wird das bestätigen können. Der Erwerb der Sprache scheint unseren Kindern also regelrecht angeboren zu sein.  
Interessant ist dabei die Frage, wie viele Worte welches Kind in welchem Alter „drauf hat“ und ob zum Beispiel der soziale Status der Eltern ebenfalls eine Rolle dabei spielt, wie schnell und wie viel ein Kind lernt. Je nachdem, welches Umfeld das Kind hat, bekommt es am Tag mal mehr, mal weniger Wörter zu hören. Und siehe da: genau das beeinflusst die frühen Sprachkenntnisse des Kindes – und zwar völlig unabhängig, aus welchem sozialen Status die Eltern stammen. Viel reden heißt offensichtlich viel lernen. 

Infografik Abschnitte der Sprachentwicklung 0 - 8 Monate

 

Infografik Abschnitte der Sprachentwicklung 8 - 24 Monate

 

Infografik Abschnitte der Sprachentwicklung 24 Monate - 6 Jahre

Auswertung von Gesprächen der Eltern mit ihrem Nachwuchs 

Wissenschaftler werteten hierfür aus, wieviel Eltern zuhause mit ihren Kindern sprechen. Je mehr dies stattfindet, desto mehr konnte das Gehirn des Kindes davon profitieren. Wichtigste Voraussetzung: die Eltern sprechen dabei kindgerecht mit ihrem Nachwuchs und nicht etwa in Erwachsenen Sprache. Das aber tun fast alle Eltern ohnehin ganz automatisch. Wer würde auch schon auf die Idee kommen, mit einem Baby genau gleich wie mit einem Gleichaltrigen zu sprechen? Wohl jeder Erwachsene passt, wenn er mit einem Baby oder einem Kleinkind spricht, seine Sprache automatisch diesem an. Die Höhen und Tiefen werden dann oftmals besonders deutlich betont, was dem Kind dabei hilft, aufmerksam zu bleiben. Das ist ganz normal und offensichtlich auch gut so.  

Allerdings soll das nicht heißen, dass man permanent in Babysprache mit dem Kind redet. Verkürzte und somit grammatikalisch falsche Sätze zum Beispiel sind niemals gutwenn das Kind zum richtigen Sprechen animiert werden soll. Einfache, korrekte Sätze, so scheint es, sind hier am hilfreichsten 

Dialoge sind für die Sprachentwicklung förderlich 

Können Konversationen dem Kind das Lernen erleichtern? Offensichtlich ja. Auch hier wurde von Wissenschaftler untersucht, welche Auswirkungen Dialoge zwischen Eltern und Kind, aber auch zwischen Gleichaltrigen oder unter Geschwisterkindern haben.  

Das Fazit: Kinder lernen besser und schneller, wenn die Eltern nicht ausschließlich auf sie einreden, sondern wenn ein Dialog stattfindet. Das geht natürlich erst dann, wenn das Kind bereits in der Lage ist, ein paar Sätze zu redenKinder lernen also im Dialog besser. 

Das Broca Areal im Hirn des Kindes 

Dieses Areal ist ein wichtiger Teil des Sprachzentrums im Gehirn. Es steuert nicht nur die Sprachmotoriksondern hilft auch dabei, die Sprache besser wahrzunehmen. Es arbeitet eng mit dem Wernicke Areal zusammen. Die Erkenntnis, zu der die Forscher gelangtenKinder, die sich oft mit ihren Eltern unterhielten, hatten ein besser ausgeprägtes Broca Areal als andere.  

Sprachen lernen mit dem deklarativen und dem prozeduralen Gedächtnis 

Tatsächlich spielen beim Lernen einer Sprache zwei Formen unseres Gedächtnisses eine Rolle. Das deklarative Gedächtnis ist dafür da, dass wir uns Fakten merken und wiedergeben können. Hier geht es also um die pure Theorie. Das prozedurale Gedächtnis hingegen findet quasi durch learning bei doing statt - so wie zum Beispiel beim Fahrradfahren. Irgendwann weiß man, wie es geht und denkt nicht mehr groß darüber nach.  

Auch das Erlernen einer Sprache lässt sich auf diese beiden Gedächtnissysteme aufteilen. Das Erlernen von Wörtern hängt eher von deklarativen Gedächtnis ab. Bei der Grammatik hingegen kommen beide Gedächtnis Arten zum Tragen.  

Wer als Erwachsener eine Sprache lerntnutzt zu Beginn für die Grammatik nur das deklarative Gedächtnis. Erst zu einem Zeitpunkt, zu dem man die Sprache einigermaßen sicher beherrscht, kommt das prozedurale Gedächtnis ins SpielDas Erlernen der Vokabeln hingegen bleibt die Aufgabe des deklarativen Gedächtnisses.  

Ganz klar: Kinder lernen die Sprache von ganz alleine. Dennoch könnt ihr als Eltern etwas dafür tun, dass eurem Kind die Sache leichter fällt und es dabei unterstützen. Gute Sprachfähigkeiten sind im späteren Leben schließlich niemals verkehrt.  

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Viele Eltern warten sehnlichst auf die ersten Worte ihres Kindes. Es ist eine wundervolle Erfahrung, wenn das Kind zum allerersten Mal "Mama" und "Papa" sagt.

 

Quelle:

baby-und-familie.de: So funktioniert das Sprechen lernen


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