Frühförderung für Kleinkinder: Fördern, Fordern, Überfordern

Viele Eltern glauben, dass sie ihren Nachwuchs so früh und so intensiv wie möglich fördern sollten. Schließlich will man ihnen für das spätere Leben die bestmöglichen Bedingungen mit auf den Weg geben. Doch auch hier lauern Tücken, denn es ist gar nicht so einfach, das richtige Gleichgewicht zu finden auf dem schmalen Grat zwischen Fördern und Überfordern.  

Frühförderung: je früher und je mehr, desto besser?

Es ist für Eltern ganz schön schwierig, die Grenze zwischen Fördern und Überfordern zu ziehen. Wohl alle hegen den Wunsch, ihrem Nachwuchs das Beste mit auf den Weg geben und scheuen sich deshalb nicht, ihren Sprössling schon frühestmöglich zur Klavierstunde, zum Ballett oder gar zum Eiskunstlauf, Fußball oder Englischkurs anzumelden. Hintergrund ist die feste Überzeugung, dass sie ihrem Kind damit etwas Gutes tun und ihm den Weg in die Zukunft ebnen 

Nur: Kann das gutgehen? Ist Frühförderung wirklich so wichtig? Eltern, die ihre Kinder schon früh fördern, wollen in der Regel einfach nur das Beste für ihr Kind. Doch der Schuss kann ziemlich nach hinten losgehen 

Freiraum zum Trödeln, Träumen, Spielen 

Was viele Eltern dabei leider völlig außer Acht lassen: Kinder brauchen neben den ganzen Förderkursen und Terminen unbedingt auch Zeiträume, in denen sie frei spielen können – Zeiten, in denen sie nicht verplant sind und in denen sie sich vielleicht sogar langweilen. Zu einer unbeschwerten Kindheit gehört nämlich auch, dass Kinder toben, spielen und träumen data-contrast="auto"> können. Dass sie sich mit den Freunden verabreden, auf die sie gerade Lust haben, und nicht jede Minute von den Eltern verplant wird. Nur allzu oft ist allerdings genau das der Fall. Die lieben Kleinen haben schon Terminkalender wie ein Manager. Dass da kein Freiraum für individuelles Spielen bleibt, liegt auf der Hand – und das ist nicht nur ausgesprochen schade, sondern schädlich!  

Kleinkind sitzt vor dem Tisch auf einem Stuhl

Denn Leistungsstress macht Kinder krank.

Wer montags zum Reitunterrichtdienstags zum Klavierunterricht,
mittwochs zur Sprachförderung und am Wochenende zum Wettbewerb gekarrt wird und zwischendurch auch noch für die Schule lernen muss, gerät bald in die Spirale des Leistungsdrucks. Schnell kommen Aggressionen, Lernausfälle, Kopf- und Bauchschmerzen, manchmal auch Schlafprobleme hinzu. 
 

Was sind die Warnsignale? 

Nicht immer äußern sich Kinder direkt, wenn es ihnen zu viel wird. Sie wollen vielmehr ihre Eltern nicht enttäuschen und machen sozusagen gute Miene zum bösen Spiel. Deswegen sollten Eltern ganz genau hinschauen und hinhören, ob Signale zu erkennen sind, mit denen das Kind zeigt: Eigentlich ist mir das alles zu viel. Gerade die oben genannten Symptome können darauf hinweisen, dass Kinder sich überfordert fühlen. Das sollte unbedingt ernst genommen werden.

Wie kommt es überhaupt dazu, dass Eltern ihre Kinder immer wieder überfordern?

Wir leben heutzutage in einer Zeit des Perfektionismus mit einem permanenten Optimierungsdrang – dem Streben nach Vollkommenheit. Dies hat auch Auswirkungen auf die Erziehung der Kinder. Häufig fängt das schon beim Baby an. Welches schläft schon durch? Welches kann schon krabbeln, brabbeln, laufen? Viele Eltern versuchen - leider - ihre Kinder auf Perfektion zu drillen. Vielleicht, weil sie der Meinung sind, dass diese nur so in der Lage ren, später den Alltag zu meistern und den hohen Anforderungen des Lebens gerecht zu werden. Nur: Perfektionismus ist alles andere als kindgerecht. Kleine Kinder sind numal keine Perfektionisten, ganz im Gegenteil.

Betroffene Kinder leiden ständig unter einem hohen Druck und permanenter Anspannung. Sie können sich nicht frei fallenlassen, weil sie immer das nagende Gefühl haben, sie müssten etwas noch besser machen, um ihren Eltern zu gefallen. Was für eine Last wird den Kindern damit aufgebürdet 

Eltern sollten ihre Kinder vielmehr bedingungslos lieben – ganz egal, welche Leistungen sie in der Schule oder im privaten Bereich erbringen.  

Kinder buhlen immer um die Anerkennung ihrer ElternDas ist ganz normal. Entsprechend gravierend können die Auswirkungen sein, wenn sie das Gefühl haben, sie bekommen diese Anerkennung nicht ausreichend oder nur in Verbindung mit Leistungen. 

Das Ziel sollte im Umkehrschluss natürlich nicht sein, alles schleifen zu lassen und alle Anlagen und Talente der Kinder ungefördert sich selbst zu überlassen. Vielmehr gilt es, einen gesunden Mittelweg zu finden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, das Selbstwertgefühl des Kindes zu steigern und ihm die Gewissheit zu geben: „Ich bin gut, so wie ich bin, auch mit einer Drei in Mathe und auch dann, wenn ich nur ein mittelmäßiger Fußballspieler oder Klavierspieler bin.“

Das Akzeptieren der eigenen Schwächen ist eine ganz wichtige Erfahrung, von der unser Nachwuchs auch im späteren Leben profitieren wird. Fehlerfrei ist keiner, also müssen Fehler grundsätzlich auch erlaubt sein.  

Leistungsanforderungen 

Ein weiterer Faktor, der hinzukommt: Die Leistungsanforderungen, die in der Schule und darüber hinaus auf unsere Kinder zukommen, nehmen permanent zu. Das setzt Eltern verständlicherweise unter Zugzwang. Vielen von ihnen standen die Bildungsangebote, die es heute gibt, als Kinder selber nicht zur Verfügung und wollen sie gerade deswegen ihrem
Kind ermöglichen.

Je besser und ausgesuchter die Kinderkrippe, desto besser sind Bildungschancen. Das verleitet natürlich dazu, unter dem großen Angebot die beste Krippe für den Sprössling herauszusuchen. Und tatsächlich: Der Besuch einer guten Kinderkrippe ermöglicht dem Kind einen besseren Start ins Schulleben und eine erfolgreichere schulische Karriere 

Kann man Überforderung definieren? 

Eine Überforderung droht immer dann, wenn Eltern versuchen, ihrem Kind Fähigkeiten aufzudngen, die es nicht braucht oder (noch) nicht will. Die Kinder machen dabei eine negative Lernerfahrung, was eher das Gegenteil des eigentlich erwünschten Effektes bewirkt. In der Schule kann das schnell in einer Null-Bock-Haltung mündenKinder unter Druck zu setzen, kann sich schnell als Bumerang erweisen 

Die Lösung: Gar nicht fördern? 

Natürlich sollten Eltern ihre Kinder generell fördern – sie überhaupt nicht mehr zu fördern, wäre sicherlich der komplett falsche Weg. Außerdem sollten Kinder immer auch ein Stück weit zu Leistung motiviert werden – nur eben in einem gesunden Maß. Sollte das Kind ein gesetztes Ziel mal nicht erreichen, muss es von den Eltern vermittelt bekommen, dass es deswegen noch längst kein Versager ist. Ein Kind darf weder das Gefühl bekommen, dass es ein schlechter Mensch sind, weil es in Mathe eine Fünf geschrieben hat, noch dass seine Eltern es nicht mehr lieb haben, weil es beim Sportwettbewerb die Medaille verpasst hat 

Es ist vor allem ausgesprochen wichtig, dass Kinder sich mal langweilen und Zeit haben, genau das zu tun, was sie wollen: sich mit Freunden verabreden, lesen, Musik hören, was auch immer. Und das geht nur dann, wenn ihm auch genügend Freiräume zugestanden werden.  

Beachtet werden sollten drei grundlegende Dinge: Kinder wollen sich geborgen fühlen, sie brauchen Erfahrungsmöglichkeiten, die ihren Bedürfnissen entsprechen, und sie müssen die Möglichkeit haben, mit anderen Kindern zu spielen. Dazu ist nicht unbedingt ein spezieller Kurs notwendig 

Eltern sollten also versuchen, die goldene Mitte zu finden: einerseits den Ehrgeiz des Kindes zu wecken, dabei aber auf jedes Ausüben von Druck zu verzichten. Und das ist zugegebenermaßen ganz schön schwierigAußerdem sollten sie ihrem Kind zuhören und es respektieren, wenn es auf etwas absolut keine Lust hat. Zudem dürfen Eltern ihrem Kinauch gerne etwas zutrauen. Viele wissen nämlich selber ganz genau, was gut für sie ist und was nicht 

Gerade in Bezug auf die Entwicklung von Kindern gilt: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht 

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