magazin

Selbstregulation: Können Babys sich alleine beruhigen?

Maik Schwede

Wie schön wäre es doch, wenn das Baby dazu in der Lage wäre, sich auch mal selber zu beruhigen, wenn es weint oder Kummer hat. So, dass ihr als Eltern nicht immer sofort zur Stelle sein müsst, denn vor allem nachts kann das auf Dauer ganz schön anstrengend werden. Es ist aber wie so oft: Das eine Kind schafft es locker, sich selber zu beruhigen, wohingegen das andere dabei immer Unterstützung von Mama oder Papa braucht. Zum Beispiel durch Tragen, Singen, Kuscheln – eben einfach durch Trost und Geborgenheit. Denn das verschafft ihm Sicherheit und emotionale Stabilität 

Kann man es einem Baby denn ein Stückweit beibringen, dass es ihm auch mal ohne seine Eltern gelingt, sich wieder zu beruhigen? Ja und nein.  

Selbstberuhigungskompetenz – was ist das? 

Dies ist der Fachausdruck dafür, wenn jemand – egal, ob erwachsen oder als Baby  dazu in der Lage ist, bei innerer Anspannung oder Stress wieder auf ein normales Level zurückzufinden. Für ein Baby ist das verständlicherweise deutlich schwieriger als für einen Erwachsenen. Wenn Baby Unwohlsein empfindetbeispielsweise durch Stress, hat es keine andere Wahl, als dies durch Schreien auszudrücken. Deswegen ist es auch schwierig, es ganz alleine zu bewerkstelligen, sich wieder zu beruhigen. Einigen Kindern gelingt das aber tatsächlich durch Saugen. Denn jedes Baby hat bekanntermaßen den angeborenen Saugreflex, der nicht ausschließlich der Nahrungsaufnahme dient, sondern auch der Beruhigung. Saugen spendet Babys also nicht nur Essen, sondern mitunter auch Trost. Dies kann ganz einfach geschehen, indem das Baby an seinem Daumen saugt oder aber mithilfe eines SchnullersDabei besteht jedoch wieder das Problem, dass es sich letzteren noch nicht alleine in den Mund schieben kann - also ist es genau genommen wieder auf eure Hilfe angewiesen.  

Die gute Nachricht: Babys Selbstberuhigungskompetenz entwickelt sich weiter 

Auch wenn es gerade am Lebensanfang eures Babys schwierig ist, sich selber zu beruhigen, bleibt das nicht zwangsläufig so. Im Gegenteil: Diese Kompetenzsich selber zu beruhigen, wird nämlich nach und nach besser. Aber nur dann, wenn euer Baby in der ersten Zeit von euch dabei unterstützt wird. Das heißt, wenn es weiß, dass es sich auf euch felsenfest verlassen kann, wenn es schreit. Im Klartext: wenn ihr prompt darauf reagiert und es tröstet. Dabei bilden sich Stressregulationsmechanismen aus, die dem Baby es irgendwann mal ermöglichen, auch alleine mit stressigen Situationen klarzukommen. Diese sind für das spätere Leben des Kindes enorm wichtig und helfen ihm im Kindergarten, in der Schulzeit und sogar als Erwachsener, mit kritischen Situationen auch mal alleine klarkommen zu können 

Ganz wichtig: Das Urvertrauen 

Das funktioniert aber eben nur dann, wenn Baby zu euch ein gesundes Urvertrauen aufbauen kann. Und genau das tut es dann, wenn es weiß, dass es mit seinen Sorgen und ten von euch ernst genommen wird. Ein gesundes Urvertrauen sorgt dafür, dass Baby ein gutes Selbstwertgefühl bekommt, es fühlt sich zudem sicher und geborgen. Ein starkes Urvertrauen wird eurem Baby dabei behilflich sein, eine gute Selbstberuhigungskompetenz aufbauen zu können.  

Fotocollage mit Babys

Das sich-selbst-beruhigen-können ist also ein Prozess, der durchaus eine ganze Zeit lang dauern kann. Denkbar ist es auch, dass ihr deswegen sozusagen Schritt für Schritt vorgeht – das klappt aber nur bei größeren Babys ab etwa einem halben Jahr. Zum Einschlafen könnt ihr erst das Händchen halten, später setzt ihr euch dann nur noch daneben, bis es eingeschlafen ist. Das ist sozusagen ein „Abschied auf Raten“.  Irgendwann klappt es dann vielleicht auch von alleine.  

Loslassen ist wichtig! 

Außerdem - auch für Eltern gilt: lernt, loszulassen! Je größer euer Baby wird, desto weniger braucht es permanent Körperkontakt zu euch. Wenn es sich allein beschäftigt, umso besser. Wenn es auf der Krabbeldecke liegt und zu quengeln anfängt, kann es ab einem gewissen Alter durchaus auch mal ein oder zwei Minuten warten, bis Mama oder Papa kommt und nach ihm sieht. Das heißt: Legt euer Baby zwischendurch ruhig auch mal ab, damit es überhaupt die Möglichkeit hat, sich mit sich selber zu beschäftigen. 

Auch kurze Trennungen von Mama und Papa können dabei hilfreich sein – zum Beispiel, in dem das Baby ab und zu zur Oma oder einer Freundin geht. Auch so lernt es, dass nicht zwingend Mama oder Papa immer um es herum sein muss. Denn Selbstregulation bedeutet nämlich auch, dass das Baby sowohl mit kleinen Frustrationen als auch mit kurzen Trennungen von Mama und Papa besser umgehen kann.  

Also: Klare Sache – ein Patentrezept gibt es nicht. Und es gibt Kinder, bei denen es schneller gelingt, bei anderen dauert es deutlich länger als ein Jahr, bis sie in der Lage sind, sich selber zu beruhigen. Außerdem hängt es natürlich immer von der Situation ab. Ein Dreijähriges, welches stürzt und sich das Knie aufschlägt, wird auch dann noch den Trost seiner Mama oder seines Papas suchen. Und das ist natürlich auch ganz normal. Das heißt ihr müsst euer Baby mit viel Geduld und Liebe dabei begleiten und unterstützen, so dass es irgendwann mal nicht mehr grundsätzlich und sofort darauf angewiesen ist, dass ihr es tröstet. Einfachstes Beispiel: Ewacht in der Nacht auf und schafft es dann aber auch, wieder alleine in den Schlaf zu finden. Bis es jedoch soweit ist, kann es durchaus ein paar Monate, wenn nicht Jahre dauern.  

Hier geht´s zum Shop Button

12 Irrtümer zum Thema Babyschlaf 

Schlaf, Kindlein schlaf. Über das Thema Schlaf gibt es beim Baby eine Menge Mythen, Gerüchte und wertvolle“ Tipps, die man getrost vergessen kann. Allerdings ist das Thema Babyschlaf auch ein vielschichtiges Thema, was Eltern verständlicherweise die ersten Monate und Jahre permanent begleitet und beschäftigt.  

  • Abends mit dem Baby herumtollen macht es müde 

Das stimmt leider nicht immer. Denn oftmals bewirkt ihr dadurch nur das Gegenteil: Euer Knirps wird aufgedreht und putzmunter und kann danach erst recht nicht einschlafen. Wichtig ist es also vielmehr, den Tag ruhig ausklingen zu lassen. 

  • Das Baby am Tag nicht zu lange schlafen lassen, dann schläft es nachts eher durch 

Auch das stimmt nicht immer. Klar – wenn euer Baby am Tage überdurchschnittlich viel schläft, ist es womöglich nachts eher wach. Und trotzdem: Lasst ihr euer Baby tagsüber mit Gewalt wach, ist es möglicherweise abends übermüdet und findet dann erst recht nicht in den Schlaf.  

  • Wen absolut nichts hilft: Ab ins Auto mit dem Kind und eine Runde fahren 

Es mag zwar kurzfristig zutreffen, dass euer Kind dann tatsächlich einschläft. Langfristig erreicht ihr damit aber eher das Gegenteil: nämlich dass euer Kind irgendwann nur noch einschläft, wenn es ein Motorengeräusch hört. Mal ganz davon abgesehen ist es auch vom Umweltaspekt her nicht wirklich das Gelbe vom Ei.  

  • Zum Einschlafen sollte es dunkel sein 

Auch das trifft in den wenigsten Fällen zu. Ganz kleine Babys schlafen, wenn sie müde sind, auch bei Licht ein. Dass dieses jedoch nicht zu grell sein sollte, ist auch klar. Ganz dunkel muss es aber nicht sein – manche Kinder, vor allem ältere, fürchten sich nämlich, wenn es komplett düster ist.  

  • Lege das Baby am besten schlafend ins Bett! 

Nein, das solltest du lieber nicht tun. Denn damit wird es daran gewöhnt, dass es immer woanders einschläft als im Bett. Die Folge: Es lernt dabei auf jeden Fall schon mal nicht, wie es allein in seinem Bettchen einschlafen kann – und das sollte ja irgendwann das Ziel sein. Wacht es dann nämlich in der Nacht auf, wird es protestieren. Warum? Weil es wieder in seiner gewohnten Umgebung – also nicht im Bettchen – einschlafen will.  

  • Das Baby sollte so schnell wie möglich lernen, alleine einzuschlafen 

Wie gesagt, das ist irgendwann mal das Ziel – aber keinesfalls so schnell wie möglich. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo ist dies mit Gewalt durchsetzen zu wollen, wäre sicherlich der falsche Weg. Bei keinem Baby könnte dies sogar zu Trennungsängsten führen – gerade dann ist es wichtig, dass sich das Urvertrauen aufbaut. Das geht nur dann, wenn ihr euer Baby beim Einschlafen unterstützt.  

  • Wenn das Baby nachts schreit: hochnehmen und herumtragen hilft 

Das mag zwar sein, dennoch ist es gerade in der Nacht ab einem gewissen Alter (etwa einem halben Jahr) eher sinnvoll, dem Nachwuchs zu signalisieren, dass es jetzt Nacht ist und daher nicht das gleiche „Programm“ abläuft wie tagsüber. Das bedeutet, dass ihr natürlich nach eurem Baby schaut, es streichelt, beruhigend auf es einredet aber erstmal nicht sofort aus dem Bettchen nehmt.  

  • Das Baby holt sich seinen Schlaf schon selber 

Leider auch falsch. Es kommt nämlich ganz darauf an, ob der Rahmen dafür auch passt. Babys, die unter warum auch immer unter Stress leiden (zu viele Reize etc.) finden nicht in den Schlaf, obwohl sie ihn eigentlich so dringend nötig hätten. Das kann dann fatal enden, weil sich das Kind immer mehr hineinsteigert, aufgrund der Müdigkeit schreit und aufgrund des Schreins nicht in den Schlaf findet. Gerade deswegen ist es wichtig, dass ihr auf bestimmte Schlafrituale achtet, wenn euer Baby ein gewisses Alter erreicht hat (etwa ab einem halben Jahr). Somit weiß es: Jetzt ist Schlafenszeit, ich kann beruhigt und sicher einschlafen.  

Kann man also tatsächlich beim Thema Schlafen so viel falsch machen? Ja, kann man. Dennoch, zu eurer Beruhigung: Es gibt so oder so kein Patentrezept für gutes Schlafen bei eurem Baby. Das eine hat es nach wenigen Wochen draufdurchzuschlafen, das andere schafft es mit drei Jahren noch nicht. Und übrigens heißt es auch noch lange nicht, wenn ein Kind mit vier Wochen durchschläft, dass das so bleibt. Es kann sich immer wieder etwas ändern und jedes Mal müsst ihr euch von Neuem darauf einstellen. Fakt ist, dass sehr viele Babys  Ein- und Durchschlafprobleme haben und dasdie meisten Eltern sich die Sache mit dem Schlaf dann doch ein bisschen einfacher vorgestellt haben. 

Gebt eurem Baby den richtigen „Rahmen“. Mit der Federwiege von swing2sleep, sorgt ihr für ein gleichmäßiges Ritual, kontinuierliche Rhythmen und Ruhe. Alles andere gibt sich früher oder später von selbst.  

Federwiegen ansehen Button

Das Team von swing2sleep wünscht erholsame Nächte.

Tags



Älterer Post Neuerer Post



Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen