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Babys berühren: Berührung beeinflusst Schmerzempfinden

Maik Schwede

Dass es sich auf Babys positiv auswirkt, wenn Eltern sie viel berühren und streicheln, das war uns vermutlich allen schon längst klar. Babys genießen Streicheleinheiten und Berührungen einfach rundum. Aber es gibt noch weitere Erkenntnisse: Werden Neugeborene berührt, scheint sich das auf ihr Schmerzempfinden auszuwirken. Das ist eine interessante Tatsache, vor allem deswegen, weil der Rhythmus und die Geschwindigkeit der Berührungen dabei eine wichtige Rolle zu spielen scheint.  

Der Rhythmus bestimmt die Wirkung 

Es ist tatsächlich wichtig, wie genau diese Streicheleinheiten ausfallen: Je langsamer, so haben Wissenschaftler festgestellt, desto mehr haben sie eine schmerzlindernde Wirkung auf das Baby. Und diese Erkenntnis ist ziemlich neu. Sanfte Berührungen und langsames Streicheln sind also nicht nur beruhigend, sondern haben einen Einfluss auf die Schmerzempfindung von Neugeborenen und Babys. Festgestellt wurde das in einer Studie an der University in Oxford, bei der mehr als 60 Neugeborene in Bezug auf die Auswirkungen des Streichelns untersucht wurdenGemessen wurde dabei die Hirnaktivtiät während man den Babys aus der Ferse eine Blutprobe entnahm. Digemessene Hirnaktivität fiel bei denjenigen Kindern, die mit einer weichen Bürste langsam und sanft gestreichelt wurden, deutlich geringer aus als bei der Vergleichsgruppe von Babys, die überhaupt keine Streicheleinheit währenddessen bekamen. Eine andere Gruppe an Babys, die man sehr schnell streichelte, war schmerzempfindlicher, was man an deren Hirnaktivität deutlich sehen konnte. 

Der schmerzlindernde Effekt war tatsächlich ähnlich groß, wie wenn man äußerliche Mittel zur Betäubung angewendet hätte – zum Beispiel lokal betäubende Gels oder Cremes. Sogar am Gesichtsausdruck der „gepieksten“ Babys konnte man feststellen, dass unter denen, die langsam gestreichelt wurden, die Grimasse – also das schmerzverzerrte Gesicht - deutlich geringer ausfiel. Man konnte ihnen also regelrecht am Gesicht ablesen, dass der Schmerz weniger intensiv war 

Mutter berührt und küsst Baby

Erklärt wurde dieses Phänomen von den Forschen insofern, als dass beim Streicheln eine bestimmte Gruppe von Nervenfasern in der Haut aktiviert würde, was allerdings nur bei einer langsamen Geschwindigkeit funktioniert, nicht jedoch, wenn das Streicheln zu schnell oder zu hektisch ausfällt.  

Eine in diesem Zusammenhang ebenfalls interessante EntdeckungEltern streicheln ihr Kind offensichtlich intuitiv genau in diesem Tempo – um genau zu sein sind es drei Zentimeter pro Sekunde.  

Mit genau dieser seriösen Studie wurde zum ersten Mal bewiesen, dass das Streicheln auf Babys einen positiven Effekt hat – und zwar nicht nur, wie bislang immer angenommen, einen beruhigenden Effektsondern auch eine schmerzlindernden 

Baby schreit? Streicheln im richtigen Tempo! 

Der Schluss liegt also nahe, dass Berührungen ein analgetisches Potenzial haben, ganz ohne dass es dabei zu irgendwelchen Nebenwirkungen kommt. Dank dieser neuen Erkenntnisse können Eltern viel besser agieren und reagieren, wenn ihr Baby viel schreit. Auch bei Neugeborenen, die die ersten Tage ihres Lebens noch in der Klinik verbringen müssen, könnte dieses Streicheln ganz besonders wichtig sein, da sich damit ihr Wohlbefinden auf ganz einfache Weise steigern lässt. Denn gerade ein Neugeborenes muss während des Aufenthalts im Krankenhaus einige unangenehme Dinge über sich ergehen lassen.  

Natürlich ist Streicheln dennoch nicht immer ein Wundermittel und nicht immer wird ein Baby sofort verstummen, wenn du es nur im richtigen Tempo streichelst. Trotzdem kann man sich dieses Wissen zu Herzen nehmen.

Das sanfte Berührungen dem Baby gut tun, wisst ihr als Eltern ohnehin schon längst. Dennoch kann man sich dieses Wissen des öfteren zu Herzen nehmen. 

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 Das Team von swing2sleep wünscht unendlich viele schöne Stunden des Streichelns und Kuschelns. 


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