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Rauchen in der Schwangerschaft: Folgen und Risiken

Maik Schwede

Dass Rauchen während der Schwangerschaft keine wirklich gute Idee ist, sollte eigentlich mittlerweile jeder wissen. Denn mal ehrlich: heutzutage weiß bereits jedes Kind darüber Bescheid, dass Rauchen aus mehrerlei Gründen gefährlich ist. Dennoch gibt es eigentlich kann man sich darüber nur wundern – noch immer viele Mütter, die während der Schwangerschaft uneinsichtig sind und einfach weiterqualmenWas sie ihrem ungeborenen Kind damit tatsächlich für einen Schaden zufügen, ist ihnen meist nicht wirklich bewusst. Oder sie verdrängen diesen unangenehmen Gedanken lieber malPro Jahr, so sind die aktuellen Zahlen, werden immer noch 170.000 Babys von ihren Müttern dem schädlichen Tabakqualm ausgesetzt 

schwangere Frau hält Zigarette in der Hand

Noch vor wenigen Jahren gab es sogar Ärzte, die werdenden Müttern dazu rieten, die Zigarette besser nicht von jetzt auf nachher abzusetzen, sondern lieber weiterzurauchen, damit das Kind keinen Entzug erleidet. Eine praktische Ausrede für die Mutter, um nicht aufhören zu müssen, heute jedoch weiß man es besser. Alles ist besser, als weiterzurauchen.

Wer schwanger ist, sollte sofort ein für alle Mal die Finger von der Zigarette lassen. Warum das so ist, erfährst du im folgenden Artikel und im nachfolgendem Video.  

Warum ist Rauchen eigentlich so schädlich? 

In einer Zigarette finden sich mehr als 3800 Substanzen, die nicht nur süchtig machen, sondern auch extrem ungesund sind. Dazu gehört allen voran Nikotin und Kohlenmonoxid, aber auch Teer, Ameisensäure und Ammoniak – wer hätte das gedacht? 

Das größere Problem dabei ist, dass das Baby im Bauch der Mutter die giftigen Stoffe ungefiltert direkt über die Plazenta verabreicht bekommt. Sie gelangen also direkt in den Blutkreislauf des kleinen Menschleins und verengen dort seine Blutgefäße und reduzieren den Sauerstoffgehalt in Babys Blut. Dass das fatale Folgen hat, ist nicht weiter verwunderlich 

Baby raucht mit! 

Absolut gruselig ist die Vorstellung, dass Ungeborene, deren Mütter in der Schwangerschaft circa 15 Zigaretten am Tag rauchen, bereit zum Zeitpunkt ihrer Geburt sage und schreibe 4000 Zigaretten geraucht haben ohne dass sie überhaupt das Licht der Welt erblickt haben! Das verdeutlicht ganz klar, dass Kindern von Raucherinnen kein normaler Start ins Leben vergönnt ist – eigentlich traurig, oder nicht? 

qualmende Zigarette mit Stop Schild

Frühgeburt, Fehlgeburt, Totgeburt 

Mal im Ernst: Wer würde sich das ernsthaft wünschen wollen, dass sein Baby zu früh auf die Welt kommt oder eine Fehlgeburt bekommt? Fakt ist: raucht die Mutter während der Schwangerschaft, steigt das Risiko in allen drei Fällen drastisch an – sowohl für eine Fehlgeburt als auch für eine Früh- oder eine Totgeburt.  

Erkrankungen wie Allergien und Asthma 

Eigentlich ist auch das nicht weiter verwunderlich: Babys von Raucherinnen haben ein deutlich höheres Risiko, später mal an Allergien oder Asthma zu erkranken. Nur: wer als Jugendlicher Asthma bekommt, wird dies möglicherweise gar nicht direkt damit in Verbindung bringen, dass seine Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat. Ohnehin ist es ja dann aber auch zu spät, um noch etwas daran zu ändern.  

Herzfehler, unterentwickelte Lunge 

Kinder von Raucherinnen haben bei der Geburt eine schlechter ausgebildete Lunge und sogar angeborene Herzfehler treten häufiger auf. Klingt nicht wirklich verlockend, oder? 

Wachstums- und Entwicklungsstörungen 

Babys von Raucherinnen kommen nicht nur mit durchschnittlich 250g weniger Geburtsgewicht zur Welt, sie leiden im Laufe ihres Lebens auch viel öfter an Entwicklungs- und sogar LernschwierigkeitenNoch schlimmer: Wer raucht,  setzt damit regelrecht die Intelligenz seines Kindes aufs Spiel. Das bezeugen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Der IQ von Kindern rauchender Mütter ist deutlich geringer und rauchende Schwangere haben doppelt so häufig geistig zurückgebliebene Kinder als Nichtraucherinnen. 
Schon alleine diese Tatsache sollte zu denken geben.  

Außerdem treten Krankheiten wie ADHS und Hyperaktivität häufiger auf. Werden sie erwachsen, leiden sie häufiger an Stoffwechselerkrankungen, Diabetes oder Übergewicht.  

SIDS 

Last but not least steigt das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod, SIDS, signifikant an. Man geht heute sogar davon aus, dass dies der Hauptrisikofaktor ist: eine rauchende Mutter.  

Rauchen vor der Schwangerschaft und während der Schwangerschaft 

Man geht davon aus, dass vor allem das Rauchen in der frühen Schwangerschaft schädlich ist – das ist einleuchtend, wenn man bedenkt, dass genau zu dieser Zeit beim Ungeborenen die allermeisten Fehlbildungen entstehen. Frühe Schwangerschaft, 
das heißt in diesem Fall in den allerersten Wochen. Also leider genau dann, wenn die meisten Frauen noch gar nicht wissen, dass sie ein Kind erwarten.  

Deshalb ist es am sinnvollsten, bereits dann mit dem Rauchen aufzuhören, wenn ein Kinderwunsch besteht. Denn selbst wenn sich die Frau, nachdem sie weiß, dass sie schwanger ist, dazu entscheidetaufzuhören, gelingt ihr das nicht immer – bis zu 25% rauchen zum Zeitpunkt der Geburt nämlich leider immer noch.  

Doch selbst wenn du erfährst, dass du schwanger bis und die ersten Wochen bereits vorüber sind - auch das ist kein Grund, weiterzurauchen nach dem Motto jetzt ist es eh schon ums Eck“. Ganz im Gegenteil! Denn auch dann kann noch das Risiko von Komplikationen und Schäden deutlich gesenkt werden. Kurz und knapp: Uaufzuhören, ist es eigentlich niemals zu spät. 

Aufhören – aber wie? 

Leider ist es keine gute Idee, die Menge der gerauchten Zigaretten nach und nach zu reduzieren. Jede einzelne Zigarette schadet deinem Baby. Heutzutage wird vielmehr empfohlen, am besten sofort damit aufzuhören. Die Meinung, dass das Baby dabei einen Entzug erleidet, ist heute demzufolge nicht mehr vertretbar.  

Ist die E-Zigarette eine Alternative? 

Leider nein. Auch E-Zigaretten sind schädlich und deswegen solltest du erst gar nicht darüber nachdenken. Das absolut einzig Sinnvolle ist, komplett mit dem Rauchen aufzuhören – ohne Wenn und Aber!  

Wie ist das mit dem werdenden Vater? 

Natürlich gilt das mit dem Rauchen für die (werdenden) Väter ganz genauso. Mal davon abgesehen, dass sich die Spermienqualität durch das Rauchen deutlich verschlechtert, tun rauchende Väter ihrem Nachwuchs ebenfalls keinen Gefallen. Denn das bedeutet in der Regel, dass die werdende Mutter zur Passivraucherin wird. Dass Passivrauchen genauso schädlich ist wie aktives Rauchen, weiß man heute.  

Auch bleibt der Rauch in der Kleidung hängenSelbst wenn der Papa also immer im Freien raucht, lässt es sich nicht vermeiden, dass seine Kleidung nach Rauch stinkt – zum Leidwesen des Kindes.  

Man kann es also nicht oft genug erwähnen: Babys haben ein Recht darauf, zu 100% rauchfrei aufzuwachsen. Die Liebe zu eurem Kind sollte definitiv größer sein als die Liebe zur Zigarette.  

Wenn ihr euch nur mal vor Augen haltet, wieviel Geld ihr spart, wenn ihr nicht mehr raucht, ist schon alleine diese Tatsache ausgesprochen verlockend 

Solltet ihr es alleine nicht schaffen, dann nehmt euch professionelle Hilfe –Möglichkeiten hierfür gibt es mehr als ausreichend, zum Beispiel bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder auf der Seite rauchfrei-info.de. 

Das absolut einzig Sinnvolle ist, mit dem Rauchen aufzuhören – ohne Wenn und Aber!  


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