Großeltern und Enkelkinder: Eine besondere Beziehung

Großeltern sind etwas Wundervolles, deswegen hat man im besten Fall auch zwei von jedem Exemplar. Sie haben die Ruhe und Abgeklärtheit großer Lebensweisheit und die praktische Erfahrung, mindestens ein Kind vom Säugling bis zum Erwachsenenalter begleitet zu haben. Für Eltern sind sie ein Segen, weil sie oft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und für das Enkelkind sind Oma und Opa oft eine Mischung aus Oase der Ruhe und Schlaraffenland. Großeltern finden häufig einen ganz besonderen Zugang zu ihren Enkeln. Dabei ist das keine Hexerei, sondern das Ergebnis jahrelanger praktischer Erfahrung.

Großvater hält Enkelkind im Arm

Ein Fall für Oma: Beruhigung des Enkelkinds

Während eines Flugs von Hamburg nach Dubai habe ich eine zierliche asiatische Großmutter dabei beobachtet, wie sie ihr weinendes Enkelkind schnell und unkompliziert beruhigt hat.

Mitten im Flug fing der Säugling in ihrem Arm plötzlich an, untröstlich zu weinen. Nach ein paar durchdringenden Schreien stand die rüstige alte Dame auf, nahm ihren verzweifelten Reisegefährten in den Arm und begann eine ganze Symphonie von Handlungen: Sie kuschelte den Bauch des kleinen Mädchens an ihre Schulter, machte ein anhaltendes „Shhhhh“ in ihr Ohr, klopfte ihr rhythmisch auf den Popo und schwenkte gleichzeitig ihren Oberkörper auf und ab und hin und her, von Seite zu Seite – wie eine Schlange, die sich einen Hügel hochschlängelt. In weniger als einer Minute war ihr kleines Bündel eingeschlafen.
Man könnte durchaus annehmen, dass jemand, der Babys so gut beruhigen kann, ganz einfach die Gabe dazu hat, aber das stimmt so nicht. Auch wenn es fast magisch erscheinen mag, wie diese alte Dame ihr Enkelkind im Handumdrehen beruhigt hat, beruht diese Kunst auf langer Erfahrung und Übung. Doch tatsächlich hat sie – instinktiv oder nicht – fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse angewendet und bestätigt.

Das 4. Trimester

Viele Tricks und Kniffe, die sich Großeltern im Laufe der Zeit angeeignet haben, beruhen im Grunde auf einer ganz einfachen und natürlichen Tatsache: Unsere Babys werden 3 Monate zu früh geboren! Zum Zeitpunkt der Geburt sind sie noch sehr unreif. Pferdebabys, zum Vergleich, können gleich laufen, sogar schon am ersten Tag ihres Lebens. Unsere Neugeborenen hingegen brauchen Hilfe – sogar, um bloß ein Bäuerchen zu machen.

Der eigentlich zu frühe Zeitpunkt der Geburt ist ein Kompromiss der Natur. Das Baby kommt zu einem Zeitpunkt zur Welt, an dem sein Körpersystem schon außerhalb des Mutterleibs überleben kann. Bei noch länger anhaltender Schwangerschaft, um ein Ausreifen des Kindes zu ermöglichen, würde allerdings der Kopf des Kindes für den Geburtskanal zu groß werden. Die letzte Etappe der Schwangerschaft findet also gewissermaßen außerhalb des Mutterleibs statt. Entsprechend sind die ersten drei Lebensmonate eines Babys sozusagen das vierte Trimester des fötalen Stadiums. Um die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen, besteht unsere Aufgabe als Erwachsene darin, die Gebärmutter so gut es eben geht nachzuahmen.

Wie ist es denn in der Gebärmutter?

Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt ist die Gebärmutter ein extrem enger Lebensraum. Sie bietet kaum Platz, um Arme und Beine zu bewegen. Ein weiteres Merkmal ist, dass das Kind durch die Bewegungen der Mutter praktisch ständig geschaukelt wird. Doch am überraschendsten ist womöglich, dass es in der Gebärmutter sehr laut ist. Tatsächlich ist es Studien zufolge im Mutterbauch lauter als ein Staubsauger!
Außerdem ist es dank der Körpertemperatur der Mutter warm, und das Kind wird über die Nabelschnur mit allem versorgt, was es zum Leben braucht, während sie gleichzeitig Schadstoffe aus seinem Körper entfernt.

Nach der Geburt

Nach der Geburt kann das Kind schon alleine atmen, trinken und die aufgenommene Nahrung verdauen und ausscheiden. Allerdings fehlen ihm die Enge, die Wärme, die konstanten Bewegungen und sogar der Lärm. Dieses Unbehagen drückt es auf die einzige Weise aus, zu der es in der Lage ist: mit Schreien.
Dies stellt viele junge Eltern vor eine echte Nervenprobe, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Kind effektiv und schnell beruhigen können. Hier kommen dann die Großeltern ins Spiel, die sich all die Fertigkeiten gründlich angeeignet haben. Auch Eltern kuscheln und schaukeln ihre kleinen weinenden Sprösslinge instinktiv und machen dabei schon vieles richtig. Großeltern, wie die eingangs beschriebene Oma, haben es dabei allerdings zu wahrer Meisterschaft gebracht. Sie schaukeln die Kinder in engem Körperkontakt nach allen Regeln der Kunst und genau im richtigem Rhythmus. Und gleichzeitig sorgen sie für eine vertraute Geräuschkulisse, dank der die Kleinen schnell ins Reich der Träume sinken.


Großeltern-Tricks zur Beruhigung von Babys

Auch wenn ihnen das 4. Trimester möglicherweise kein Begriff ist, wissen Großeltern meist ganz genau, wie sie das weinende Kind trösten und in den Schlaf wiegen können. Dabei wenden sie instinktiv Techniken an, mit denen sie in gewisser Weise die Zustände in der Gebärmutter simulieren. Und in der vertrauten Umgebung fällt es dem Baby leichter, sich zu entspannen.
Fünf Großeltern-Tricks sind im Folgenden genannt:

Pucken – Die Arme sind eng umfasst, sodass sie eng am Körper anliegen. Das gibt dem Kind die vertraute Enge der Gebärmutter zurück und wirkt beruhigend. Hierfür gibt es auch entsprechende Wickeltechniken.
Seiten- oder Bauchlage –  In der Seiten- oder Bauchlage beruhigt sich das Kind schnell. Zum Schlafen ist diese Position allerdings in dem Alter noch ungeeignet und sogar gefährlich.
Ein lauter Zischklang – Zischlaute simulieren die Geräuschkulisse in der Gebärmutter und schaffen ein Umfeld, in dem sich das Kleine schnell beruhigen kann.
Schaukeln (oder kleine Schwingbewegungen) – simulieren ebenfalls die Gebärmutter und sind seit jeher ein bewährtes Mittel, um das Kind in den Schlaf zu wiegen.
Nuckeln – Viele Kinder nuckeln am Daumen, um sich zu beruhigen. Noch besser ist allerdings ein Schnuller, weil er weicher ist und damit ein geringeres Risiko für Zahnfehlstellungen birgt. Außerdem lässt er sich später leichter entwöhnen.

Bei den meisten Babys reicht es, einen oder zwei dieser Tricks anzuwenden. Bei besonders unruhigen Kindern müssen aber zuweilen auch mal alle fünf auf einmal aufgefahren werden. Alle diese Kniffe haben allerdings auch noch eine positive Nebenwirkung: Sie wirken besonders bindungsfördernd. So ist es dann auch kein Wunder, dass die Beziehung zwischen Enkelkindern und Großeltern oft vom ersten Moment an eine ganz besondere ist.
 

Übrigens

Großeltern heißen Großeltern, weil sie großartig sind, und unsere  automatische Federwiege kann niemals ein vollwertiger Ersatz für Oma und Opa sein. Allerdings kann sie sowohl Eltern als auch Großeltern eine wertvolle Hilfe und Entlastung sein, da auch sie ein paar Großeltern-Tricks auf Lager hat, um ein schreiendes Kind schnell zu beruhigen. Dank der kuscheligen Enge in unserer Babyhängematte kann sich das Kind schnell entspannen, und die Schwingbewegungen wiegen es sanft in den Schlaf.

Liebe Omas und Opas,
ich wünsche viel Spaß und kuschelige Momente mit dem Enkelkind.

Maik Schwede

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