Ultraschall Schwangerschaft: Alles, was ihr wissen müsst

Der allererste Ultraschall in der Schwangerschaft ist für viele Eltern ein aufregendes Erlebnis. Sehen sie dann erstmals die Bewegungen ihres Babys. Doch das (allein) ist nicht der Grund für die Untersuchung. Tatsächlich ist ein regelmäßiger Ultraschall in der Schwangerschaft wichtig, um die normale Entwicklung des Babys im Auge zu behalten. Was euch bei den Terminen erwartet, erklären wir im Detail. 

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Wie oft wird ein Ultraschall in der Schwangerschaft gemacht? 

Das erste Mal die kleinen Hände des ungeborenen Kindes sehen, zum ersten Mal den Herzschlag hören, zu Hause dann das kleine Ultraschallbild an den Kühlschrank pinnen: Das sind Momente, die werdende Eltern wohl niemals vergessen. Seit den späten 1970er Jahren gibt es die Möglichkeit, ungeborene Babys via Ultraschall zu sehen und zu untersuchen. Als Teil der Vorsorge gehören drei große Termine während der Schwangerschaft dazu: Ein Termin pro Trimester. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Sollte es im Laufe der Schwangerschaft medizinische Gründe geben, weitere Ultraschall-Untersuchungen vorzunehmen, beispielsweise bei einer Risikoschwangerschaft, trägt die Krankenkasse auch diese Kosten.

Kann man mehr als drei Ultraschalltermine vereinbaren?

Noch bis Ende 2021 gab es die Möglichkeit, zusätzlich zu den drei großen Untersuchungen, weitere Ultraschalltermine zu vereinbaren. Beispielsweise, um das ungeborene Kind mit Hilfe eines 3 D-Ultraschalls noch intensiver zu beobachten. Dies fiel unter so genannte IGe-Leistungen in der ärztlichen Praxis. Die neue Strahlenschutzverordnung verbietet aber das zusätzliche Baby-Kino. Im Gesetzestext heißt es: „Bei der Anwendung von Ultraschallgeräten zu nicht-medizinischen Zwecken darf ein Fötus nicht exponiert werden.“ Begründet wird dies damit, dass es sich bei dem Fötus um eine schutz­be­fohlene Person handele. Durch die neue Strahlenschutzverordnung soll das Baby vor unnötigen Einwirkungen geschützt werden, da das “Baby-Kino” für den Fötus und dessen Gesundheit keinen weiteren Nutzen darstellt.

Was kann mit der Ultraschalluntersuchung alles gesehen werden?

Bereits ab der 5. Schwangerschaftswoche lässt sich eine Fruchthöhle auf dem Ultraschall und eventuell sogar ein kleines Pünktchen erkennen. Um nach einem positiven Schwangerschaftstest die Schwangerschaft zweifelsfrei festzustellen, warten die meisten Frauenärzt:innen aber bis zur 9. Schwangerschaftswoche. Denn hier lässt sich bereits ein Embryo erkennen. 

Die drei Basis-Ultraschalluntersuchungen dienen vor allem dazu, abzuschätzen, ob die Schwangerschaft und die Entwicklung des ungeborenen Kindes normal verlaufen. Was das im Detail bedeutet, erklären wir dir weiter unten. Auch eine Eileiterschwangerschaft oder eine nicht intakte Schwangerschaft können auf diese Weise ausgeschlossen werden. Das ist im Übrigen die Regel: Von 100 Schwangeren bringen 96-98 Frauen ein gesundes Kind zur Welt. Sollte es bei einem der drei Basis-Ultraschalls dennoch Auffälligkeiten geben, können weitere Untersuchungen euch Klarheit bringen. 

9.-12. SSW: Der erste große Ultraschall in der Schwangerschaft

Der erste Ultraschall ist meist besonders aufregend. Er findet in der Regel ab der 9. SSW statt. Hier lässt sich erkennen, ob sich der Embryo erfolgreich in der Fruchthöhle eingenistet hat. Dabei wird bei diesem Termin der Ultraschall vaginal durchgeführt, denn so lässt sich das Baby besser erkennen. Der Arzt oder die Ärztin kann jetzt auch benennen, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest. Sprich: Bei diesem Ultraschall wird der genaue Geburtstermin errechnet. Zudem könnt ihr auf dem Monitor den Herzschlag zum ersten Mal wahrnehmen. Sicher festgestellt werden kann auch, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Das Geschlecht des Babys erfahrt ihr bei diesem Termin allerdings noch nicht. Dafür ist es zu früh.

19.-22. SSW: Der zweite große Ultraschall

Jetzt lässt sich euer Baby schon richtig gut erkennen. Bei diesem Termin werden Bauchumfang, Kopfumfang sowie die Länge des Oberschenkelknochens gemessen und deine Ärztin oder dein Arzt kann die altersgerechte Entwicklung bestätigen. Zudem wird die Lage der Plazenta überprüft, während ihr auf dem Ultraschall die Bewegungen eures ungeborenen Kindes verfolgen könnt. Übrigens: Jetzt ist auch der Zeitpunkt, bei dem festgestellt werden kann, welches Geschlecht euer Baby hat. Ihr müsst vorab dem Arzt oder der Ärztin Bescheid geben, wenn ihr es nicht wissen wollt. 

Optional könnt ihr in diesem Zeitraum einen erweiterten Basis-Ultraschall wählen. Dieser fällt ebenfalls unter die Kassenleistung. Allerdings dürfen ihn nur Frauenärztinnen und -ärzte vornehmen, die eine entsprechende Wissensprüfung absolviert haben. Folgende Dinge können beim erweiterten Basis-Ultraschall zusätzlich festgestellt werden: 

  • Sind Kopf und Hirnkammern normal entwickelt und ist das Kleinhirn sichtbar?
  • Haben sich Hals und Rücken bis hierhin normal entwickelt?
  • Wie ist das Größenverhältnis von Herz und Brustkorb, sind alle vier Kammern ausgebildet und schlägt das Herz rhythmisch?
  • Ist die vordere Bauchwand geschlossen?

29.-32. SSW: Der dritte große Ultraschall

Dies ist der letzte große Ultraschall während der Schwagerschaft. Euer Ungeborenes wird noch einmal ausgemessen. Kindslage wie auch Lage der Plazenta werden überprüft. Beides ist wichtig für eure Geburtsplanung und den Ablauf. Doch keine Sorge: Sollte euer Kleines bei diesem Termin noch nicht mit dem Köpfchen nach unten liegen, müsst ihr euch nicht stressen. Viele Babys drehen sich meist erst gegen Ende der Schwangerschaft, manchmal auch erst kurz vor der Geburt. Einige Ärzt:innen haben übrigens für diesen Termin ein 3 D-Ultraschallgerät, das es euch ermöglicht, euer Wunder in all seiner Pracht und mit vielen Details zu bewundern.

Kann ein Ultraschall auch schaden?

Bei der Ultraschalluntersuchung handelt es sich um eine sehr gut erforschte Anwendung. Nach heutigem Wissenstand schaden die Schallwellen weder der Schwangeren noch dem Kind. Dass die Strahlenschutzverordnung dennoch weitere Ultraschalltermine verbietet, hängt damit zusammen, dass unnötige, nicht medizinisch indizierte Ultraschalluntersuchungen eingedämmt werden sollen, allein, um etwaige Risiken für den Fötus noch weiter zu minimieren. 

Kann man auf den Ultraschall verzichten?

Es steht werdenden Eltern frei, auf alle oder einzelne Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft zu verzichten. Das hat keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz bei den Krankenkassen. Vielleicht möchtet ihr auch nur erfahren, ob sich euer Baby altersgemäß entwickelt, aber nicht, ob es Fehlbildungen hat oder welches Geschlecht es wird. Vielleicht möchtet ihr aber auch gar keinen Ultraschall in der Schwangerschaft vornehmen, weil ihr euch nicht den damit verbundenen, möglichen Unsicherheiten, Zweifeln und Entscheidungsnöten aussetzen wollen. All das steht euch gänzlich frei, denn es ist eure Schwangerschaft. Aus rein medizinischer Sicht ist es allerdings allemal ratsam, die Vorsorge-Termine entsprechend der Vorgaben wahrzunehmen. Und meist steigt die Vorfreude durch so einen Ultraschalltermin nur noch einmal mehr.