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Warum will mein Baby immer nur auf dem Arm einschlafen?

Kerstin Schwede

Viele Babys haben Probleme mit dem Einschlafen oder sie lassen sich nicht ablegen. Was aber, wenn das Baby es tatsächlich schafft, einzuschlafen und dann aber immer und immer wieder aufwacht? Das ist schließlich auch nicht wirklich besser. Nicht jedem Baby – oder sollen wir sagen, nicht allen Eltern? – ist ein stundenlanger, friedlicher Schlaf gegönnt. Vielfach trifft das auch auf jene Babys zu, die auf dem Arm einschlafen. Willst du das Baby dann ablegen, ist Schluss mit lustig: es wird wach.

Vielleicht klapp es aber auch doch ganz gut mit dem Ablegen und trotzdem ist nach nicht mal einer Stunde das Schläfchen schon wieder beendet, obwohl du deinem Zwerg eindeutig anmerkst, dass es noch gar nicht wirklich ausgeschlafen ist. Es quengelt nämlich weiter. Und nun?

Kurze Schlafphasen sind ganz normal

Woran liegt das nur? Es gibt dafür tatsächlich eine recht simple Erklärung, die noch aus unserer Vor-Vergangenheit stammt, genauer gesagt aus der Urzeit. Damals war der Mensch so programmiert, dass er niemals über einen längeren Zeitraum tief und fest schlief. Dafür waren die Gefahren, die überall lauerten einfach viel zu groß. Vor allem kleine Kinder, die fest schliefen und abgelegt wurden, waren theoretisch immer der Gefahr von wilden Tieren ausgesetzt. Das heißt, dass sie immer wieder aufwachten, auch, um abzuchecken, ob sie sich noch einigermaßen in Sicherheit befinden.

Auf heute übertragen heißt das: Baby wacht also nach einer Tiefschlafphase, die niemals länger als eine Stunde andauert, auf und checkt, ob alle Bedingungen, die es umgeben, noch dieselben sind wie beim Einschlafen. Ist das nicht der Fall, z.B. weil der Schnuller, Mamas Brust in der Nähe oder das angenehme Geschaukel während des Einschlafens fehlt – dann ist das fürs Baby ein Alarmsignal. Die logische Konsequenz: Es weint.

Bewegung bitte!

In einer Trage, im Auto oder im Kinderwagen ist das eher nicht der Fall, ganz einfach deswegen, weil Baby hierdrin permanent bewegt wird. Wacht es aus der Tiefschlafphase auf, wird es die Bewegung wahrnehmen und friedlich weiterschlummern – alles paletti. Bewegung kann also durchaus bei diversen Ein- und Durchschlafproblemen hilfreich sein. Nur bitte nicht mit dem Bewegen aufhören, hier kann die Federwiege eine Hilfe sein.

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Alleine im Bettchen einschlafen? Niemals!

Baby liegt im Kinderbett

Diese Problematik kennen viele Eltern. Baby will nicht alleine einschlafen oder es wacht immer wieder auf. Es ist allerdings gar nicht so einfach, hier eine Lösung zu finden. Ideal wäre es natürlich, wenn Baby von Anfang an ganz alleine in seinem Bettchen einschlafen würde. Denn dann wäre die Situation, wenn es aufwacht, dieselbe: es liegt alleine im Bett und kann getrost weiterschlafen. Das aber funktioniert eben leider in den meisten Fällen nicht. Kinder sind, so hat man festgestellt, Traglinge und es von Natur aus gewohnt, getragen zu werden und somit eben nicht alleine einzuschlafen. Babys fühlen sich nur dann sicher, wenn sie Mama oder Papa in der Nähe wissen und Körperkontakt haben. Sie sind schlichtweg auf den Schutz und die Hilfe von euch, den Eltern, angewiesen. Insofern ist es also völlig normal, wenn Baby viel lieber auf dem Arm einschläft als alleine im Bettchen.

Das Baby also ins Bett zu legen und zu erwarten, dass es doch bitte dort alleine einschlafen soll, ist eher unrealistisch – auch wenn das vielleicht vereinzelt mal funktionieren mag.

Das heißt, es muss ein Kompromiss gefunden werden. Schläft das Kind z.B. im Elternbett, kann es gut sein, das es recht schnell wieder in den Schlaf findet, wenn einer der beiden Eltern – und sei es auch nur in der Phase, in der es aufwacht – neben ihm liegt.

Warum will mein Baby immer nur auf dem Arm einschlafen?

Wir wissen, es kann ganz schön anstrengend sein: Das Baby will partout nichts davon wissen, alleine – so, wie sich das die meisten Eltern eben vorstellen – in seinem Bettchen einzuschlafen.
Ganz im Gegenteil: Sobald man es ablegt, droht massiver Protest. Dabei kann man doch in zahlreichen Elternratgebern immer wieder nachlesen, dass das Baby möglichst bald daran gewöhnt werden sollte, ausschließlich in seinem Bett einzuschlafen und nicht etwa immer nur auf dem Arm einschlafen oder gar ganz woanders.Zeitungsausschnitt warum Babys besser auf dem Arm einschlafen können

"In der nicht-westlichen Welt brauchen Babys keine Babybetten und Kinderzimmer – jeder erwartet das Baby nach der Geburt in der Nähe seiner Mutter. Gekuschelt an denselben Körper, aus dem es gerade erst heraus kam und in dem es neun Monate verbracht hat.
In den meisten anderen Kulturen der Welt gilt das Familienbett als Norm."

So erinnert z.B. die Atmung der Mutter durch das Geräusch beim Ein-und Ausatmen, das Heben und Senken des Brustkorbs und das Kohlenstoffdioxid, das vom einen eingeatmet und vom anderen ausgeatmet wird, das Baby daran, selbst zu atmen: Ein Sicherungssystem, falls die Atmung des Babys einmal ins Stocken gerät.
Alleine zu schlafen, stellt eine neurobiologische Krise für das Baby dar, da es in dieser Umgebung auf sich selbst und seine grundlegenden Bedürfnisse gestellt ist, aber dafür nicht ausgerüstet ist.

"Im Körperkontakt reguliert ein Baby lebenswichtige Körperfunktionen wie seine Atmung, Temperatur, Sauerstoffsättigung und seinen Blutdruck, sowie sein Wachstum und Stressniveau."

Und nun? Warum haut das einfach nicht so hin, wie man es gerne hätte?

Dass Babys am liebsten auf dem Arm der Eltern einschlafen und weniger gerne in ihrem Bettchen – so schön dieses auch sein mag – hat mehrere Gründe.
Wie du vielleicht schon an andere Stelle gelesen hast, leiden Babys häufig nach der Geburt an  Anpassungsschwierigkeiten. Was eigentlich auch nicht wirklich verwunderlich ist. Im Bauch der Mutter war es nicht nur warm und kuschelig, es war auch niemals hell und schon gar nicht laut. Das Baby war in permanentem Kontakt mit der Mutter und es einfach so gewohnt, zu keiner Zeit alleine zu sein. Wenn man sich das vor Augen führt, wird relativ schnell klar, dass dies schon mal einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass Babys normalerweise lauthals protestieren, wenn man sie vom Arm weglegt. Logisch: ganz alleine zu sein, ohne Mama und Papa und völlig ohne Hautkontakt, das ist einfach äußerst ernüchternd und für Babys noch dazu beängstigend.
Die Veränderungen, die die Geburt mit sich bringt, sind so gravierend, dass das Baby sich die erste Zeit nichts sehnlicher als zurück in Mamas Bauch wünscht: schön warm, friedlich, geborgen, angenehmes Schaukeln, gedämpftes Licht und gedämpfte Geräusche rund um die Uhr.

"Dazu der vertraute Herzschlag der Mutter und alles war gut."

Ein weiterer Grund, warum Babys gerade in den ersten Wochen partout nicht alleine einschlafen wollen, ist vermutlich der, dass das menschliche Baby generell viel zu früh geboren wird. Die Natur hat es nur deswegen so eingerichtet, dass die Geburt um den 9. Monat herum stattfindet, weil der Kopf des Babys ansonsten einfach für den Geburtskanal und die Scheide zu groß wäre.
Dennoch: Wirklich reif ist das Neugeborene zu diesem Zeitpunkt keineswegs.
Menschenbabys werden im Vergleich zu anderen Säugetieren in einem absolut unvollständigen Entwicklungsstadium geboren. Nur zu verständlich, das es genau aus dem Grund auch nicht alleine einschlafen will. Denn eigentlich wäre sein perfekter Platz eben immer noch im Bauch.

 

Was kann man machen?

Ganz ignorieren kann man diese Tatsache natürlich nicht. Dennoch kann man einem Baby, welches sich schwer damit tut, alleine einzuschlafen und welches am liebsten ausschließlich auf dem Arm einschlafen würde, etwas unterstützen. Wenn man nämlich seine Bedürfnisse kennt, kann man viel besser darauf eingehen.
Zum Beispiel, indem man ihm die ersten, schwierigen Wochen so angenehm wie möglich macht. Die Zeit, in der es noch in Mamas Bauch war, kann man zwar nicht zurückholen, aber vielleicht doch ein wenig imitieren und den Übergang in die Erwachsenenwelt etwas vereinfachen.
Dazu gehört zum Beispiel, dass man die Enge oder auch die Geräusche, die es im Mutterleib begleiteten, versucht, nachzuahmen – indem man es eng einwickelt, also puckt, oder indem man das Baby zur Unterstützung in eine Federwiege legt, oder vielleicht es mit Geräuschen wie Summen oder Brummen versucht zu beruhigen.
Natürlich wirkt das Umhertragen des Babys (idealerweise mit einem Tragetuch oder einer Tragehilfe) ebenfalls beruhigend auf den Zwerg.

Weiße Rauschen – White Noise

Das sogenannte „Weiße Rauschen“ klingt für Baby sehr ähnlich nach den Geräuschen, die es im Mutterleib aufgenommen hat: Blutfluss, Ein- und Ausatmen, die vibration der Stimmbänder. Diese Mutterleib-Ähnlichen Geräusche können Ihr Baby (insbesondere Neugeborene) schnell beruhigen.

Das konstante, weiche Rauschen, kann Deinem Kind ebenfalls helfen durchzuschlafen, weil es unregelmäßige (für das Kind noch komplett unbekannte) Hintergrundgeräusche wie z.B. Autos, zufallende Türen, etc. ausblendet.

Dr. Ralph Pascualy, Medizinischer Direktor vom „Northwest Hospital Sleep Center“ in Seattle, erklärt, dass unser Gehirn konstant nach Sinneseindrücken sucht. Während des Schlafs kann jedes noch so kleine Geräusch, wie ein vorbeifahrender LKW oder eine knirschende Holzdiele, das Gehirn aktivieren und dadurch den Schlaf unterbrechen. Ein konstantes weißes Rauschen gibt dem Unterbewussten etwas, auf das es sich Fokussieren kann und dadurch nicht so leicht von unregelmäßigen Geräuschen gestört wird

Hier unser Lieblingstrick bei unseren 3 Kindern

Wenn das Baby schon ca. drei Monate alt sein sollte und immer noch gerne auf dem Arm einschlafen möchte, ist es häufig eine Hilfe, einen kleinen Freund beim Einschlafen zu haben. Wir reden allerdings von einem kleinen Freund, der nach Mama riecht.

Wie Mamas Geruch? Das ist recht einfach: Nehme dir einen Teddy oder ein “Schnuffeltuch” Deines Babys für ein paar Nächte zu dir in Dein Bett. Dadurch nimmt der Teddy Deinen natürlichen Körpergeruch an.

Dein Baby hat dann das Gefühl, in Ihrer Nähe zu sein, wenn es den eigenen Geruch über z.B. das Schnuffeltuch wahrnimmt.
Im Klartext bedeutet das nichts anderes, als dass ihr versuchen solltet, genau auf die Bedürfnisse eures kleinen, neuen Erdenbürgers einzugehen: Geborgenheit, getragen und geschaukelt werden, leise Geräusche und gedämpftes Licht, Wärme, gewohnte Gerüche etc. – das ist das, was Babys so dringend brauchen.

Wenn das Baby also am liebsten getragen werden will – dann tragt es so lange es geht und lasst euch ggf. von einer Federwiege unterstützen.
Hauptsache, ihr beide seid zufrieden!

Das Baby lässt sich nicht ablegen ? Das geht vorbei

Im Übrigen ist dieses Schlafverhalten bei den meisten Kindern auf die Anfangszeit begrenzt. Ist es dann ein paar Monate alt, gelingt das Ablegen des Babys oftmals ohne Probleme. Wichtig allerdings ist dabei, dass das Baby genauso abgelegt wird, wie es zu diesem Zeitpunkt schläft. Wenn es nämlich einen Lagerungswechsel erfährt, wird es vielleicht wieder wach, weil ihm dies Gefahr signalisiert.

Tipp zum Wechsel von der Federwiege ins Bettchen

Am besten erwärmst Du das Bettchen mit einer Wärmflasche, dann ist der Übergang nicht so schwer, wer mag schon in ein kaltes Bett, das mag ich ja bis heute nicht ;-).

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Kerstin von swing2sleep


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