Woran erkennt man eine gute Tragehilfe?

Woran erkennt man eine gute Tragehilfe?
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Mit der richtigen Tragehilfe ist das so eine Sache. Der Markt ist überschwemmt von verschiedenen Tragehilfen, die von elastischen Tüchern über Ring Slings, Mai Teis und klassische Tücher bis hin zu luxuriösen Komforttragen reichen.

Aber woran erkennt man eigentlich eine wirklich gute Trage? Und wie definiert sich überhaupt eine gute Trage?

Tragehilfe muss zum Baby und zu euch passen

Fidella tragehilfeEine gute Trage definiert sich zum einen dadurch, dass sie für das Baby aus gesundheitlicher Sicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Sprich, dass es auch bei längerem Tragen keinen Haltung- oder Rückenschaden bekommt, dass sie seine Entwicklung unterstützt und nicht behindert und natürlich soll es auch bequem fürs Baby sein.

Zum anderen sind auch die Eltern wichtig – was nützt die beste Trage, wenn die Eltern davon Rückenschmerzen bekommen?

Ergonomisch sollte sie also sein, die Trage und zwar sowohl für den Tragling als auch für den Tragenden.

Rückenfreundlich für die Eltern wird eine Trage vor allem dann, wenn sie über einen breiten Gurt verfügt, der um die Hüfte gelegt wird und somit das Gewicht des Babys etwas abmildert und davon den Schultern auf die Hüften „umlenkt“ bzw. verteilt. Ganz ähnlich also wie bei einem guten Outdoor- oder Wanderrucksack.

tragehilfe für babysWer mal ein Baby mit 10 Kilogramm oder mehr in einem Tragetuch und zum Vergleich in einer Komforttrage getragen hat, wird wissen, wie groß der Unterschied sein kann. Beim Tragetuch gibt es schließlich keinen breiten Hüftgurt – woher auch.

Sinnvoll sind vor allem für den Tragenden weiche und gut gepolsterte Schultergurte, ein breiter Hüftgurt und die Möglichkeit, die Gurte ganz individuell für den Tagenden einzustellen.

Das Tragetuch – prima für die erste Zeit

Was aber natürlich nicht heißen soll, dass ein Tuch nichts taugt. Ganz im Gegenteil. Ein Tuch, egal, ob es sich dabei nun um ein elastisches Tuch, ein klassisch gewebtes oder um einen Ring Sling handelt, ist in der Regel für kleiner Babys und die ersten Monate prima geeignet. Mit dem Ringsling kann man auch prima auf der Hüfte tragen.

Ein Qualitätsmerkmal für ein gutes Tragetuch ist auf jeden Fall die Webart. Es sollte diagonal gewebt sein und somit leicht in beide Richtungen nachgeben. Es wird dadurch minimal elastisch. Außerdem sollte der Stoff nicht zu dünn sein und das Tuch weder zu kurz, noch zu schmal.

Kauf einer Komfortrage – die Qual der Wahl

Bei dem Kauf einer so genannten Komforttrage wird es schon etwas schwieriger. Hier gibt es nämlich durchaus auch Modelle auf dem Markt, mit denen man das Baby lieber nicht tragen sollte. Generell gibt es 3 Kriterien, die eine Traghilfe erfüllen sollte:

  1. Das Kind muss breit genug gespreizt sitzen können (in der so genannten Anhock-Spreizstellung). Genau dies ist bei vielen Tragehilfen leider nicht der Fall. Der Steg – das ist der Bereich, auf dem das Kind sitzt – muss eine gewisse Breite haben und idealerweise möglichst stufenlos mit dem Kind mitwachsen. Ideale Sitzposition ist, wenn die Knie des Babys genau die gleiche Höhe haben wie sein Bauchnabel. Das nennt man die die „M-Position“, bei der der Popo der tiefste Punkt ist. Der Stoff zwischen den Beinen sollte bis zur Kniekehle reichen! Bei sehr vielen Tragehilfen schneidet dieser, wenn das Baby ein bisschen größer ist, im Oberschenkel oder sogar in den Geschlechtsteilen ein. Die Beine baumeln einfach hinunter – genau das ist ein Zeichen dafür, dass eine Tragehilfe nichts taugt. Mal ganz davon abgesehen, dass dies für die Hüftentwicklung des Babys nicht förderlich ist, ist es schlichtweg auch unbequem. Wenn Baby in so einer Trage weint, dann womöglich nicht deswegen, weil es nicht gerne getragen wird, sondern eher weil es unbequem sitzt.

Das muss sich in etwa so anfühlen, wie wenn man als Erwachsener freihändig auf einem Schwebebalken sitzen würde!

Also: die Stoffbahnen zwischen den Beinen sollen immer schön bis zur Kniekehle reichen, so dass nur der Unterschenkel herunterbaumelt. Bei einem Tuch ist dies problemlos regulierbar, bei einer Tragehilfe eben nicht immer.

  1. Der Rücken sollte leicht gerundet sein und dabei unterstützt werden.

Der Stoff der Trage sollte sich dem Rücken so anschmiegen, dass die gebogene Form des Babyrückens erhalten bleibt, das Kind aber nicht in sich zusammensackt. Dies ist in den meisten Tragehilfen allerdings gegeben. Ein Tuch sollte daher auch niemals zu locker gebunden werden.

  1. Der Kopf muss gerade bei Neugeborenen gut gestützt werden, so dass auch dann, wenn man sich leicht nach vorne beugt, das Köpflein nicht nach hinten kippen kann. Bei einigen Tragehilfen, die es so zu kaufen gibt, ist dies ein klares Manko: der Kopf des Babys wird nicht fixiert und kann hin- und herbaumeln, oftmals muss dann der Tragende den Kopf mit einer Hand unterstützen. Was natürlich zu vermeiden ist, schließlich soll eine gute Tragehilfe es ermöglichen, beide Hände frei zu haben und Dinge tun zu können, die man mit Baby auf dem Arm nicht kann. Bei einer guten Tragehilfe muss man nirgendwo festhalten oder unterstützen, da das Baby von allein so sitzt, wie es sollte!

Glücklicherweise gibt es zwar einerseits viele Modelle, die wirklich nichts taugen, aber auch eine große Auswahl an wirklich guten Tragehilfen. Wenn ihr unsicher seid, fragt am besten eure Hebamme oder eine Trageberaterin zu dem Thema. Das Kind in einer ungeeigneten Trage zu tragen, ist wirklich kontraproduktiv und könnte beim Baby Schäden verursachen, was in einer guten und richtig konzipierten Tragehilfe nicht der Fall ist.

Außerdem ist natürlich auch auf die Herstellerangaben zu achten, ab welchem Gewicht das Baby damit getragen werden kann.

Weitere wichtige Aspekte

Übrigens sollte das Kind niemals mit dem Rücken zum Tragenden getragen werden, sondern immer mit dem Gesicht. Alles andere ist für die Haltung schädlich und ist ganz davon abgesehen in einer wirklich guten Trage auch gar nicht möglich.

Frühchen sollten nur in speziell dafür vorgesehenen Tragen getragen werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der, wie das Problem des Mitwachsens gelöst ist. Bei manchen Tragen gibt es einen integrierten Neugeborenen-Einsatz (da ein Neugeborenes natürlich noch nicht so weit gespreizt sitzt wie ein 6 Monate altes Kind), wieder andere bieten für kleine Babys ein extra Kissen als Sitzverkleinerer oder auch einen Bändiger an, mit der der Bereich zwischen den Beinen angepasst werden kann. Alles hat Vor- und Nachteile.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Trage individuell für Baby und Tragenden passen und bequem sein sollte – dann habt ihr sicher viel Spaß damit.

Weitere Informationen:

Elastische Tücher eigenen sich wunderbar ab Geburt. Je fester Du es bindest, desto länger wirst Du damit Freude haben. In der Trageschule Hamburg, lernst Du wie professionelle Trageberaterinnen elastische Tücher binden. Probiere es aus und fühle den Unterschied!

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