Schreien lassen – Die australische Studie

Schreien lassen – Die australische Studie
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Die australische Studie

„Behavioral Interventions for Infant Sleep Problems“

 

Vermutlich habt Ihr von dieser Studie aus Australien noch nie etwas gehört, ist aber auch nicht weiter schlimm. Es geht vor allem darum, inwiefern es sich negativ auf Babys auswirken könnte, wenn man sie schreien lässt. Das Ergebnis allerdings ist überraschend – was dazu führt, dass die Studie in der letzten Zeit gerade unter Fachkräften heftig diskutiert wird. Denn was genau wird in dieser Studie festgestellt? Dass Babys, wenn man sie einfach mal eine Zeit lang schreien lässt, offensichtlich unmittelbar danach keinen erhöhten Cortisol Spiegel haben. Dieser wiederum gibt Aufschluss darüber, ob das Baby gestresst ist oder nicht. Das würde also bedeuten, dass es Babys rein gar nicht stresst, wenn man sie mutterseelenalleine in ihrem Bettchen liegen und eine Runde schreien lässt.

Was bedeutet das für junge Eltern? Sollen wir etwa wieder den Schritt rückwärts machen und das Kind tatsächlich, so wie es früher oft der Fall war und so wie es auch unsere Großeltern oft noch propagieren, schreien lassen, damit es zur Ruhe kommt? Oder damit wir es nicht verwöhnen? Ehrlich gesagt: nein, das sollten wir besser nicht tun.

Was zeigt uns die Studie eigentlich konkret?

Sie zeigt an, dass der Stresslevel direkt nach dem Schreien tatsächlich nicht relevant anders ist als sonst. Dennoch Vorsicht mit zu schnellen Rückschlüssen: es kann nämlich durchaus sein, dass sich das „Schreien lassen“ ganz generell auf Babys Stress-Level auswirkt, aber eben nicht unmittelbar.

Das würde bedeuten, dass Babys Stress-Level dann während des ganzen Tages ein wenig höher ist als sonst.

Außerdem kann es auch bedeuten (das aber ist noch nicht ausreichend erforscht), dass gerade diejenigen Kinder, die man als Baby häufig hat schreien lassen, später mal generell stressanfälliger sind und demzufolge weniger die Ruhe bewahren können. In Notsituationen wird dem Kind dann viel schneller wieder bewusst, dass es diesbezüglich schon mal schlechte Erfahrungen machen musste. Das Gehirn ruft sozusagen diese Erinnerungen immer wieder – und vor allem schneller – ab.

Die Folge: Die Kinder sind möglicherweise in ihrem späteren Leben schneller gestresst als andere Menschen.

Wie ist das mit dem Stress-Level der Mutter?

Auch das ist ein wichtiger Faktor. Der Stress-Level der Mutter ist nämlich gerade dann, wenn das Kind schreit, keineswegs niedriger. Auch wenn man vielleicht vorschnell der Meinung sein könnte, dass es beiden Elternteilen nur gut tun müsse, wenn das Baby schläft und sie endlich auch wieder etwas zur Ruhe kommen. Das Gegenteil scheint jedoch der Fall zu sein: denn wenn Eltern ihre Babys schreien lassen, macht sich meistens das schlechte Gewissen breit. Ganz im Inneren wissen wir schließlich, dass gerade das vielleicht für das Baby doch nicht ideal ist. Unser Instinkt sagt uns nämlich: „geh zu Deinem Baby hin, nimm es hoch und tröste es!“ Und gegen seinen Instinkt zu handeln, ist nie wirklich zielführend.

australische studie

 

Eltern schaden nicht nur ihrem Baby, sondern auch sich selbst

Es scheint so zu sein, dass nicht nur Babys, die man schreien lässt, unzufriedener sind, sondern auch deren Eltern. Schreiende Kinder bedeuten Stress, zudem kann es für das Urvertrauen und die Eltern-Kind Bindung negativ sein, wenn das Baby schreit und keiner reagiert. Daran kann dann auch der vermeintlich vorübergehend bessere Schlaf nichts ändern.

Ist es eigentlich „artgerecht“ oder von Natur vorgegeben, dass wir unsere Kinder schreien lassen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Nein, das ist es natürlich nicht. Stellt euch einmal vor, wie es noch vor einigen hundert oder tausend Jahren gewesen sein muss. Ein schreiendes Kind in der Wildnis würde schlichtweg Feinde oder wilde Tiere auf sich aufmerksam machen – wer würde das schon riskieren wollen?  Außerdem stillt die Mutter ihr Junges die ersten Lebensmonate, dies tut sie ja nicht, um es dann wiederum einer Gefahr auszusetzen. Der Beschützerinstinkt einer Menschenmutter ist und war immer – wie bei allen Säugetieren – schon stark ausgeprägt. Und, last but not least, hat ein Baby immer einen triftigen Grund, wenn es schreit. Es ist schlichtweg die einzige Art und Weise, sich uns mitzuteilen. Was sollte es auch sonst tun?

Durchschlafen – liegt das in der Natur der Dinge?

Im Übrigen ist die Vorstellung von acht Stunden schlafen nur bei uns hier in der westlichen Welt so verbreitet. In anderen Kulturen sieht man die Sache mit dem Schlafen nämlich ganz anders. Oftmals wird dort der verpasste Schlaf in der Nacht einfach irgendwann am Tage nachgeholt – zugegebenermaßen ist das bei uns hier nicht ganz so einfach machbar. Aber dennoch: es ist also keinesfalls naturgegeben, das Kind einfach hinzulegen und schreien zu lassen.

Hierzulande verhält es sich allerdings so, dass die junge Mutter bzw. der Vater die meiste Belastung durch das Baby selber zu tragen hat, weil ihr/ihm keiner hilft. In anderen Kulturen ist das Aufziehen von Babys und Kindern Sache der Großfamilie. Sollte das Kind einmal nicht schlafen, findet sich meistens dennoch Zeit für die Eltern, den Schlaf anderweitig nachzuholen. Einfach deswegen, weil sie nicht ganz alleine dafür verantwortlich sind. Und genau deswegen wird der Schlaf des Babys hierzulande fast schon überbewertet. Einerseits ist das ja auch verständlich. Irgendwie müssen neben dem Kind ja auch der Haushalt und die Arbeit gemanagt werden. Andererseits darf man eben auch nicht vergessen, dass Babys heute noch genau so schlafen, wie sie es auch vor Jahrtausenden schon getan haben – nämlich NICHT am Stück, sondern so wie auch schon im Bauch der Mutter: immer mal wieder eine Runde. Von Natur aus ist oder war es dann auch völlig egal, ob die Mutter nebenbei ihren Haushalt erledigt und gebacken bekommt oder nicht.

Ihr seht also: die Sache mit dem richtigen Schlafen und dem Schreien lassen ist also ziemlich komplex – auch wenn es die eine oder andere Studie gibt, die sich dafür ausspricht, das Baby schreien zu lassen, weil es ihm angeblich nicht schadet.

Mit dem gesunden Menschenverstand betrachtet ist das aber weder für Euch noch für Euer Baby eine gute Lösung.

 

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