Kann man Babys verwöhnen?

Kann man Babys verwöhnen?
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Kann man Babys verwöhnen? Eine Frage, die uns am Telefon oder auch in Foren häufig gestellt wird, auf diese werde ich heute einmal eingehen:

Welche Eltern kennen das Problem nicht? Den Zwiespalt, in dem man steckt, wenn es darum geht, die richtige Balance zu finden zwischen Liebe und Verwöhnen. Liebe geben, das will man seinem Baby ganz selbstverständlich – die meisten neigen sogar dazu, ihren Nachwuchs regelrecht mit Liebe zu überschütten. Und manchmal beschleicht einen dann ein ganz klein wenig die Sorge, ob man es vielleicht doch übertreibt? Wo liegt die Grenze zwischen Liebe und Verwöhnen? Denn mal ehrlich: verwöhnen will man sein Baby ja irgendwie auch nicht.

„Du verwöhnst dein Kind aber ganz schön!“

„Pass bloß auf, dass du es nicht dauernd herum trägst! Und geh nicht immer sofort hin, wenn es schreit! Lass es ruhig auch mal eine Zeit lang schreien – ansonsten bekommst du so ein mega verwöhntes Balg!“ Solche und ähnliche Sprüche müssen sich schließlich die meisten Eltern regelmäßig – oftmals sogar von den eigenen Eltern – anhören.

Das Baby schreit, es wird hoch genommen und – tataaa! – es hört auf zu schreien. Bingo! Genau das ist doch wohl der eindeutige Beweis dafür, dass es schon verwöhnt ist. Es hat euch schon fest im Griff! Es tyrannisiert euch geradezu! Wirklich? Um ehrlich zu sein: weit gefehlt! Es kann also „Entwarnung“ gegeben werden.

Neugeborene verwöhnen?

Ein Baby zu verwöhnen, das ist nämlich eigentlich gar nicht möglich. Babys brauchen in ihren ersten Lebenswochen vor allem eins: Nähe und Liebe! Und zwar am besten unbegrenzt und im Übermaß.

Ihr könnt also aufatmen: Ihr macht, wenn ihr euer Baby herumtragt und auf sein Schreien prompt reagiert, tatsächlich alles richtig. Liebe und Zuneigung – das ist ein wichtiges Grundbedürfnis des kleinen neuen Erdenbürgers und wenn ihr ihm diese entziehen würdet, hätte das gravierende Folgen.

In den ersten Monaten des Babys muss das Urvertrauen zu euch Eltern erst noch ausgebildet werden. Fatal wäre es gerade in dieser Zeit, wenn Baby die Erfahrung machen würde, dass es schreit und kein Mensch darauf reagiert.

Und, keine Sorge: wenn Baby schreit, weil ihr es weglegt, tut es dies ganz sicher nicht, um euch zu ärgern, sondern es ist ein Reflex, der noch aus der Urzeit stammt.

Man nennt dies „Kontaktweinen“. Das Baby, versteht nämlich, wenn es weggelegt wird, nicht, dass seine Eltern noch ganz in der Nähe sind! Weggelegt werden heißt alleine sein und allen Gefahren, die da lauern, ausgeliefert (zumindest war das früher so). Und deswegen ist dieses Schreien ein ganz normaler Reflex.

Was würde es voraussetzen, wenn ein kleines Baby euch regelrecht schikaniert?

Außerdem: Was würde es voraussetzen, wenn ein kleines Baby euch regelrecht schikaniert? Das würde voraussetzen, dass das Baby genau weiß, womit es euch wann und wie zur Weißglut bringen kann. Es müsste also schon in gewisser Weise zu analytischem Denken fähig sein: „Wenn ich jetzt schreie, ärgert sich Mama. Ich schreie einfach so lange, bis sie mich hoch nimmt. Und dann genieße ich den Triumph. Das klappt immer!“ Ab einem gewissen Alter zugegebenermaßen sind Babys in der Lage, so zu denken. Aber eben ganz sicher noch nicht in den ersten Lebensmonaten. Denn da spürt es einfach nur das Bedürfnis nach Nähe, nach Mamas oder Papas vertrautem Geruch, der Stimme und nach dem beruhigenden geschaukelt werden, was es doch aus Zeiten der Schwangerschaft noch so schön gewohnt ist.

Was bedeutet überhaupt verwöhnen?

Viele Eltern machen vielmehr den Fehler, dass sie ihr Baby tatsächlich verwöhnen – aber erst viel später. Also nicht im ersten Lebensjahr, sondern im Kindergarten, in der Schule… zum Beispiel, indem sie ihm den Ranzen tragen, ihm die Schuhe binden oder die Jacke anziehen, ihm ständig das neueste und tollste Spielzeug kaufen…

Die Frage ist also doch eigentlich, wie man den Begriff „Verwöhnen“ überhaupt definiert.

Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Unter anderem die, dass man ein Kind immer dann verwöhnt, wenn man ihm etwas abnimmt, was es schon selber tun kann.

Nach dieser Auffassung ist es also tatsächlich nicht möglich, ein Baby zu verwöhnen. In dem Wissen ist auch die Aufforderung, das Baby doch einfach mal schreien zu lassen, damit es nicht lernt, dass immer, wenn es schreit, jemand kommt und es hoch nimmt, ein wenig paradox. Außerdem ist diese Art von „Erziehung“ ohnehin erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen. Zu viel Liebe in Form von Zuwendung – das ist keine Art der Verwöhnung!

Hinzu kommt, dass man weiß, dass Babys in den ersten 6 Lebensmonaten noch gar nicht unterscheiden können zwischen sich selbst und der Bezugsperson. Sprich, sie fühlen sich unvollständig, wenn sie ganz alleine sind. Und natürlich haben sie auch noch kein Zeitgefühl – woher sollen sie dann wissen, dass eine Trennung nur von kurzer Dauer ist und Mama ohnehin gleich zurückkehrt?

Baby braucht eure Liebe – uneingeschränkt

Fazit des Ganzen: Ihr könnt euer Baby in den ersten Lebensmonaten nicht verwöhnen. Ihr dürft und sollt ihm uneingeschränkte Liebe geben, da diese dazu führt, dass Baby die wichtige Erfahrung macht

„wenn ich ein Wehweh oder Kummer habe, kümmert sich jemand um mich! Ich bin nicht alleine“.

Diese Erkenntnis führt zu Vertrauen zu euch Eltern und letztendlich auch zu Selbstvertrauen. Nur auf diese Weise kann es zu einem offenen, freundlichen Menschen heranwachsen, und Vertrauen in seine Umgebung und in seine Eltern bekommen.

Ein Kind, welches Vertrauen zu seinen Eltern und vor allem auch zu sich selber hat – das ist doch eigentlich genau das, was sich alle Eltern wünschen, oder?

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Viel Spaß beim Verwöhnen wünsch Dir dein Team von swing2sleep.

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