Emotionelle erste Hilfe oder Bindung durch Berührung

Emotionelle erste Hilfe oder Bindung durch Berührung
5 (100%) 9 Bewertung[en]

Emotionelle erste Hilfe

Viele junge Eltern berichten uns, dass das Zusammensein mit ihrem Baby sie verunsichert oder gar auch überfordert. Der Umstand, dass das Baby möglicherweise mehr schreit, als die Eltern verkraften können, führt dazu, dass diese die erste Zeit gar nicht wirklich genießen können, sondern stattdessen in einen Kreislauf geraten aus Angst, Überforderung und Stress.
Dies wiederum kann zu einer nachhaltigen Beziehungsstörung zwischen Eltern und Baby führen – wird diese nicht behoben, kann sich das auf die spätere Entwicklung des Babys auswirken.
Außerdem ist eine positive Beziehung zwischen Eltern und Kind die Basis schlechthin für ein erfülltes und zufriedenes Familienleben.

Berührung – der Schlüssel des Problems?

Leider wird oftmals unterschätzt, wie ausgesprochen wichtig es gerade für Neugeborene ist, berührt zu werden und Körperkontakt zu haben zu Mama oder Papa. Körperkontakt ist viel mehr als nur ab und zu eine Schmuserunde oder eine Streicheleinheit. Längst weiß man, dass Babys, die viel berührt werden und oft nahe bei Mama oder Papa sein dürfen, sich schneller beruhigen, besser schlafen, ja, sich sogar besser entwickeln und mehr Selbstbewusstsein entwickeln können. Berührungen sind so gesehen auch eine Art Nahrung – wenn auch nicht für den Magen, dann doch zumindest für die Seele des kleinen neuen Erdenbürgers.
Zärtlich berührt zu werden, heißt, geliebt zu werden! Das gibt Sicherheit und Geborgenheit.

Warum überhaupt ist Berührung so wichtig?
Neugeborene sind geradezu hungrig nach Berührung. Das leuchtet ein, denn unberührt zu werden heißt, sich akzeptiert und geborgen zu fühlen. Immerhin war das Baby zu Zeiten der Schwangerschaft auch permanent in Berührung mit dem Bauch der Mutter. Genau deswegen tun sich Babys nach der Geburt so schwer damit, alleine und ohne Hautkontakt zu sein.
Berührung ist also nicht nur „nice to have“ für euer Neugeborenes, es ist quasi lebensnotwendig. Durch Berührungen oder auch Massage wird beim Baby das Bindungs- und Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet. Das vegetative Nervensystem wird stabilisiert und die körperlichen und seelischen Entwicklungen des Babys gefördert. Ganz klar: Berührung ist neben Essen und Schlafen ein Grundbedürfnis eures Säuglings!

emotionelle erste hilfe

 

Emotionelle Erste Hilfe – ein Berührungskonzept, welches überzeugt

Genau deswegen wurde das Berührungskonzept „Emotionelle Erste Hilfe“ (kurz EEH) ins Leben gerufen. Man kann es als eine Art Psychotherapie versehen, die entweder vorbeugend oder auch in Krisensituationen mit Eltern erarbeitet wird. So ganz neu ist dieses Konzept allerdings nicht, denn es wurde bereits in den 90er Jahren entwickelt und zwar auf Grundlage der neuesten Erkenntnisse der Gehirn- und Bindungsforschung.

Welche Idee steckt genau hinter der Bindung durch Berührung?
Die Idee ist eigentlich recht simpel: Man geht davon aus, dass eine liebevolle Berührung des Babys durch die Eltern immense Auswirkungen hat.
Die Babys können dabei viel besser entspannen und auch ihre Selbstwahrnehmung wird positiv beeinflusst. Darüber hinaus wird natürlich auch die Bindung zwischen den Eltern und ihrem Baby unterstützt. Denn oftmals ist auch eine Bindungsschwäche einer der Gründe dafür, warum Eltern, die Schreibabys haben, einfach nicht mehr weiterwissen. Beziehungsweise oftmals wird ein Kind überhaupt erst dann zu einem Schreikind, wenn eine Bindungsschwäche vorliegt.

Was genau wird den Eltern bei der emotionellen ersten Hilfe vermittelt?
Mehrere Dinge. Zum einen lernen die Eltern, wie sie ihre eigenen körperlichen Signale besser einschätzen können. Zum Beispiel dann, wenn Baby weint und weint und sich einfach nicht beruhigen mag. Ist die aufkommende Enge in der Brust ein Warnsignal? Wann muss man einschreiten und Hilfe von außen annehmen? Wie gehe ich mit dem Stress um, der entsteht, wenn das Baby exzessiv schreit?
Zudem wird die werdende Mutter bereits in der Schwangerschaft ermutigt und dabei unterstützt, eine liebevolle und innige Beziehung zum Baby aufzubauen. Und sie erfährt auch, wie dies gerade durch Berührungen möglich ist.
Darüber hinaus begleitet die emotionelle Hilfe auch noch in der Zeit nach der Geburt, denn die ersten Wochen sind oftmals anstrengend oder gar zermürbend. Die Eltern werden begleitet und eventuelle Krisen während des Wochenbetts können somit positiv beeinflusst werden. Somit kann aus einer eventuellen Krise bereits frühzeitig ein Ausweg gefunden werden.

Frühe Verletzungen beeinflussen unser Leben auf vielfältige Weise. Sie kreieren einen Filter durch den wir später die Welt wahrnehmen und der uns häufig daran hindert, andere Menschen vertrauensvoll entgegen zu treten. Außerdem haben diese frühen Erfahrungen, die wir nicht erinnern können einen gravierenden Einfluss auf unser Nervensystem und damit auf unsere Glücksfähigkeit und unsere Stressresistenz.
Das Video zeigt was in frühen Jahren wichtig ist und welche Auswirkungen diese Zeit auf uns hat.

Wie muss man sich diese Erste Hilfe vorstellen?
Kann man Berührungen erlernen? Ja und nein. Wie man sein Baby liebevoll berührt, das muss man wohl keiner Mutter beibringen. Dennoch vermittelt die EEH den Eltern verschiedene körperliche Wege, wie zum Beispiel durch spezielle Berührungen die Beziehung intensiviert werden kann. Hinzu kommen Übungen zur Körperwahrnehmung sowie entspannende Atemtechniken für stressige Zeiten. Denn wenn Mutter oder Vater mit den Nerven am Ende sind und das Baby am liebsten an die Wand klatschen würden, ist Not am Mann! Wer bereits vorher gelernt hat, mit solchen Situationen fertig zu werden, reagiert entspannter und vor allem: die Beziehung zwischen Eltern und Kind leidet dann nicht zwingend darunter, wenn mal nicht alles so rund läuft, wie es sollte.

Emotionelle erste Hilfe vor und nach der Geburt
Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Emotionelle erste Hilfe nicht zwingend erst dann in Anspruch genommen werden kann, wenn das Baby bereits da ist und die Situation ausweglos erscheint (zum Beispiel weil Baby permanent schreit oder nicht schlafen mag), sondern auch schon vorher zum Einsatz kommt. Zum Beispiel erlernt die Mutter hierbei, wie sie durch gezielte Bauchatmung bereits in der Schwangerschaft Nähe zum Ungeborenen aufnehmen kann.

Liebevolle Begleitung während des Weinens
Es ist mitunter schwer, ausgedehnte Schreiphasen des Babys auszuhalten. Hier setzt EEH an, indem Eltern erfahren, wie sie ihr Baby während des Schreiens liebevoll begleiten können, ohne den Draht zu ihm verlieren und ohne dass sich Wut oder Frust aufbaut und anstaut. Ganz wichtig in solchen Krisen: die Selbstregulationskräfte des Babys und der Eltern werden angeregt. Durch die EEH wird bewirkt, dass sich etwaige Körperspannungen der Eltern, die sich auf das Baby übertragen würden, rechtzeitig abbauen können.
Das Baby wiederum nimmt diese Veränderungen wahr und somit wird wiederum die Bindung gestärkt. Auch wenn das Baby nicht unmittelbar aufhört zu weinen – die Eltern können es besser aushalten und die Beziehung wird nicht geschwächt. Denn genau das ist das A und O – eine Beziehung, die auch Krisenzeiten aushalten kann.

Wo kann man EEH in Anspruch nehmen?
In ganz Deutschland verteilt werden “Bindung durch Berührung” -Kurse und EEH-Beratungen angeboten. Es gibt also Kurse und Einzelberatungen.

Du kannst auf der Seite http://emotionelle-erste-hilfe.org/content/emotionelle-erste-hilfe verschiedene Adressen und Kontaktpersonen einsehen.
Auch Adressen außerhalb Deutschlands, nämlich in der Schweiz und in Österreich sind hier aufgelistet.
Im Übrigen gibt es auch viele Hebammen, die eine Fortbildung als Fachberaterin EEH absolviert haben und euch vielleicht weiterhelfen können.
Ausgehen tut die Ausbildung vom ZePP Bremen “www.zepp-bremen.de”. Thomas Harms (Begründer der EEH) und Mechthild Deyringer (DIE Fachfrau für “Bindung durch Berührung”) sind in Deutschland sicher DIE Ansprechpartner dafür.

Was berichten Eltern über EEH?
Fragt man Eltern, die am Programm EEH teilgenommen haben, sind sie ganz mehrheitlich einer Meinung: es hat ihnen geholfen!
Die vielen Tipps, die Eltern hier bekommen, geben Sicherheit. Außerdem sind es oftmals Kleinigkeiten (zum Beispiel ganz spezielle Massagegriffe), die das Baby beruhigen und die ihr von der Kursleiterin gezeigt bekommt.
Bevor ihr also an der Situation verzweifelt, völlig erschöpft seid und sowohl die Paarbeziehung als auch die Beziehung zu eurem Nachwuchs gefährdet, ist es auf jeden Fall sinnvoll, das überzeugende EEH Konzept einmal auszuprobieren.
Auch wenn ihr euch vielleicht insgeheim denkt: „Naja, wie ich mein Baby massiere, streichle oder trage, das dürfte doch kein allzu großes Problem sein.
Muss man so etwas wirklich erst erlernen? Ist es nicht eigentlich ganz normal, dass Eltern mit ihren Babys Berührungen und Zärtlichkeiten austauschen?“ Das stimmt zwar einerseits.
Andererseits: Alleine die Tatsache, dass eine Person da ist, die eure Probleme kennt und auch versteht, die zugleich Sicherheit vermittelt, aber auch Ruhe in die meist angespannte Situation bringt, ist eine wunderbare Sache.

Lektüre zum Thema
Sollte es in deiner unmittelbaren Nähe keine EEH Kurse oder Kursleiterinnen geben, besteht auch die Möglichkeit, dir anhand eines Buchs die Grundalgen anzueignen. Natürlich ist es immer besser, hierbei auf persönliche Kontakte zurückzugreifen, wenn dieses jedoch nicht möglich ist, ist ein Buch eine prima Alternative zum Kurs vor Ort.

swing2sleep, der Arm der nicht ermüdet.
Dein Team von swing2sleep

Sollte euch der Beitrag gefallen haben, so teilt ihn doch bitte mit euren Freunden.

Bei Fragen zu unserer automatischen Federwiege ruft uns einfach an:

Mobil: 0151 – 121 29 029

oder nutzt unseren kostenlosen Rückrufservice.

swing2sleep – Baby schläft in Sekunden und ruht für Stunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

%d Bloggern gefällt das: