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Das Baby schreit und schreit - entspannen aber wie?

Kerstin Schwede

Das Baby schreit und schreit und schreit… wen wundert es da, wenn die Eltern einfach irgendwann mal die Nerven verlieren? Selbst noch so ruhige Zeitgenossen, die sonst rein gar nichts aus der Ruhe bringt, sind dann oft am Ende ihrer Kräfte.

Das wiederum führt zu Aggressivität und Unzufriedenheit. Mehr noch: Wer nächtelang nicht schläft, ist am Ende seiner Kräfte. Schließlich ist Schlafen ein Grundbedürfnis des Menschen.

Umso schwerer fällt es dann auch, zu verstehen, warum das Baby eigentlich partout nicht schlafen will!?

Hat es dieses Bedürfnis denn nicht?

Keine Sorge: Wenn euer Baby unverhältnismäßig viel schreit, ist das zwar eine extrem anstrengende Zeit, aber irgendwann wird auch diese wieder vergehen – auch wenn das momentan für euch sicherlich ein schwacher Trost ist.

Es hilft also nur eins: Die Zeit, bis es endlich so weit ist und euer Sprössling wieder besser schläft und ruhiger wird, so gut wie möglich zu überbrücken.

Es ist nämlich keinem geholfen, wenn ihr, also die beiden Elternteile, völlig auf dem Zahnfleisch daherkommt. Schließlich braucht euer kleiner Wurm euch gerade jetzt – ja, auch wenn es permanent schreit, ist es auf eure Liebe und Zuneigung angewiesen!

Wichtig ist dabei vor allem eins: dass ihr auch an euch selber denkt. Denn wenn ihr mit euren Kräften total am Ende seid, kann dies wirklich zum Problem werden.

Mit dem Stress besser umgehen - 7 Tipps

Manchmal merkt man den Stress gar nicht, dabei ist die erste Zeit mit Baby  zweifellos eine der stressigste im ganzen Leben. Auch wenn einem das eigentlich jeder sagt und man daher theoretisch darauf vorbereitet sein sollte, wird man als frischgebackene Eltern trotzdem eiskalt erwischt.

"Die Realität sieht nämlich doch noch einmal ganz anders aus, als man es sich vorgestellt hatte."

Gerade dann, wenn das Kind viel weint und schlecht schläft, ist an ein paar ruhige Minuten meistens gar nicht zu denken.

Mutter verzweifelt Baby schreit

Schreibabys können einem nicht nur den Schlaf, sondern auch den allerletzten Nerv rauben. Klar, kein Baby macht das mit Absicht - aber: „Warum schreit ausgerechnet unser Baby so viel?“ Verständlich, dass ihr euch das fragt, wenn ihr auch mit einem Schreibaby „gesegnet“ seid. Das euch da, ab und zu mal die Hutschnur platzt oder die Sicherung durchbrennt, ist eigentlich ganz normal. Das ist Stress!

Dennoch solltet ihr gerade jetzt in dieser schwierigen Phase auch an euch selbst denken. Das hört sich zwar manchmal kaum realisierbar an, ist es aber. Folgende Tipps können euch dabei helfen, dass ihr vor lauter Babystress eure eigenen Bedürfnisse nicht ganz aus den Augen verliert – das ist wirklich wichtig! Denn nur dann, wenn ihr einigermaßen bei Kräften seid, könnt ihr euch vernünftig um euren Nachwuchs kümmern! Und dass Euer Baby euch gerade jetzt ganz dringend braucht, steht ohnehin außer Frage.

Nein sagen

Falls ihr es bis jetzt noch nicht könnt, wird es allerhöchstens Zeit, das nachzuholen: nein sagen. In manchen Situationen geht es nämlich nicht anders. Zum Beispiel dann, wenn ihr eigentlich völlig k.o. seid und sich zum wiederholten Male Besuch angekündigt hat.

Dafür jedoch müsstet ihr womöglich die Wohnung aufräumen oder sogar etwas zu essen vorbereiten. Oder ihr wollte einfach mal eurer Ruhe haben und die Dreisamkeit genießen.

Klarer Fall: Wenn euch nicht nach Besuch zumute ist, dann sagt rigoros nein! Keinem ist damit gedient, wenn ihr euren Besuch nur halbherzig empfangt, sondern löst nur Stress in euch aus.

Auch in anderen Bereichen dürft ihr ruhig mal nein sagen. Wer euch über Gebühr strapaziert, wer von euch Dinge erwartet, die ihr im Moment einfach nicht leisten oder geben könnt, der sollte gerade jetzt klar damit konfrontiert werden. Die ersten paar Wochen mit Baby sind anstrengend genug.

Wenn ihr also mit irgendetwas nicht einig seid, dann sagt einfach ganz ehrlich „nein“.

Positiv denken

Ebenfalls wichtig: positiv denken! Wenn ihr immer tiefer ins Frustrations-Loch geratet und nicht mehr herausfindet, ist es vielleicht schon zu spät. Deswegen: denkt positiv! Ja, die Zeit jetzt ist vielleicht tatsächlich viel schlimmer als erwartet, ihr kommt zwecks Schlafmangel auf dem Zahnfleisch daher und überhaupt habt ihr euch die Sache einfach ganz anders vorgestellt.

Und? Millionen anderen Eltern geht es da ganz ähnlich wie euch. Ganz sicher ist diese Zeit irgendwann vorbei! Mit Kindern gibt es nämlich immer gute und schlechte Zeiten. Vermutlich wird das auch nicht die einzige Phase bleiben, in der ihr am liebsten alles hinschmeißen und den Kopf in den Sand stecken würdet. Denn wer hat schon behauptet, dass Erziehung einfach ist?

Erziehung ist eine Herausforderung für euch als Eltern und für viele andere auch. Definitiv werdet ihr mit eurem Baby noch viele wundervolle Momente erleben, die ihr niemals missen wollt. Das erste Wort, die ersten Schritte, der Kindergarten, die Einschulung… messt euer Kind nicht ausschließlich daran, dass es gerade viel schreit!

Später machen euch dann das Trotzalter, die Warum-Phase, das Fremdeln und viel später dann die Pubertät Sorgen. Ganz ehrlich? Auch das gehört dazu zu Familienleben – und wie sagt man so schön: „In guten und in schlechten Zeiten…“. Es gibt einfach keine Familie, in der immer alles glatt läuft. Das wäre doch wohl auch irgendwie langweilig, oder? Also: Redet es auch immer wieder ein, denn es stimmt: es kommen bessere Zeiten! Oder: Es hätte uns schlimmer erwischen können – denn auch das stimmt definitiv.

Lachen

Wie heißt es so schön? Lachen ist die beste Medizin! Wer mehrmals am Tag lacht, macht es sich leichter, er fühlt sich wohler und ganz nebenbei ist das ein prima Mittel gegen Stress und Depressionen.

Also: nicht zum Lachen in den Keller gehen, sondern lachen, auch wenn euch vielleicht mal gar nicht danach zumute ist. Vielleicht könnt ihr ja ein bisschen nachhelfen: der lustige Onkel, ein witziges Buch, ein Theaterstück, bei dem die Lachmuskeln strapaziert werden, eine entsprechende Fernsehsendung oder ein komisches Hörspiel – auch wenn es eigentlich nichts zum Lachen gibt. Die Welt geht nicht unter und Anlass zum Lachen findet man eigentlich immer.

Ansprüche herunterschrauben

Ein ganz großes Problem für viele Eltern – aber auch eindeutig ein Problem der heutigen Zeit  ist der viel zu hohe Anspruch, den viele Eltern an sich selber und an ihren Nachwuchs haben. Kommt heute ein Baby, kommt es oft geplant. Zuerst werden im Beruf alle Wünsche verwirklicht und dann soll noch ein Baby das Glück perfektionieren. Und natürlich schwebt einem dabei die glückliche Familie vor mit friedlich schlummerndem oder aus vollem Herzen lachenden Baby vor und eher weniger ein Baby, welches die ganz Zeit schreit.

Mit Baby ist vieles einfach nicht mehr planbar

Stopp! Macht euch frei von diesem Gedanken. Elternsein und perfekt sein sind nämlich ohnehin zwei Dinge, die sich ausschließen. Mit Baby ist vieles einfach nicht mehr planbar – weder eine perfekte Wohnung, noch ein immer perfektes Äußeres, noch die Harmonie innerhalb der Familie.

Seid euch am besten von vornherein darüber im Klaren, dass Perfektionismus gerade jetzt einfach nicht angebracht ist. Junge Eltern schaffen es nämlich in der Regel nicht, immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen bzw. eine Wohnung wie aus dem Bilderbuch zu haben. Gegenfrage: Müssen sie das? Und wer genau sagt das? Und sie schaffen es auch nicht, ihr Baby so erziehen oder „hinzubiegen“, dass es immer friedlich und freundlich ist und nie Sorgen und Kummer, sondern immer nur Spaß bereitet. Immerhin ist euer Baby ein Mensch mit Kanten und Ecken, so wie ihr auch!

Hilfe annehmen

Auch das ist ein wirklich wichtiger Ratschlag: Wenn sich irgendwo Hilfe anbietet, dann nehmt sie an – möglichst uneingeschränkt! Egal, ob sich nun die Oma, die Tante oder die Nachbarin anbietet und egal, ob zum Babysitten, zum Einkaufen, Kochen oder um die Wohnung mal durchzusagen – prima, denn etwas Besseres kann euch gerade gar nicht passieren. Das ermöglicht euch endlich mal ein paar Minuten oder auch Stunden wertvolle Auszeit für euch selber.

Also: Ihr braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ihr jegliche Gehilfe, die ihr nur bekommen könnt, einfach annehmt. Sicher könnt ihr euch bei der jeweiligen Person zu gegebener Zeit auch revanchieren.

Pausen einlegen

Mutter liegt mit Baby im Bett

Zwar hört sich auch das nicht ganz so einfach an, dennoch solltet ihr gerade in der ersten Phase, die meistens besonders anstrengend ist, immer wieder Pausen einlegen. Viele Eltern meinen nämlich, sie müssten die seltene, kostbare Zeit, in der Baby dann doch mal friedlich schlummert, gleich für Haushalt und andere Arbeiten nutzen. Das dürft ihr natürlich ebenfalls, dennoch ist es wichtig, dass ihr irgendwoher Kraft tankt für den anstrengenden Alltag. Und das ist am ehesten dann möglich, wenn ihr Pausen einlegt.

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Es reicht dabei schon, wenn ihr einfach mal ein paar Minuten lang lief durchatmet, die Beine hochlegt, in den Tag träumt, eine Tasse Tee der Kaffee trinkt und einfach nichts macht – außer Euren Gedanken hinterherzuhängen. Kleine Pausen, das machen schließlich auch berufstätige Menschen regelmäßig. Nur so seid ihr wieder fit für die nächste, anstrengende Runde mit Baby. Und wenn dabei etwas im Haushalt liegen bleibt – Schwamm drüber bzw. lest euch nochmal das Kapitel mit der Überschrift: Anforderungen herunterschrauben durch. Um glücklich zu sein, braucht man nämlich kein 100% perfektes Zuhause – Wetten?

Verbündete suchen

Geteiltes Leid ist halbes Leid – wer kennt es nicht, das Sprichwort. Und garantiert gibt es auch noch andere Eltern in Eurer Nähe, denen es zumindest ähnlich geht. Noch besser wäre es natürlich, ihr würdet euch mit ihnen zusammentun und euch gegenseitig unterstützen: beim Einkaufen, beim Babysitten etc.

Es kann natürlich auch passieren, dass die Eltern in eurem Bekanntenkreis permanent davon schwärmen, wie pflegeleicht ihr Sprössling ist und wie wunderbar er doch jetzt schon durchschläft. Mal ehrlich: das müsst ihr euch natürlich nicht antun! Dann habt ihr aber immer noch die Möglichkeit, euch im Internet mit anderen, betroffenen Eltern auszutauschen, denen es genau gleich geht wie euch.

Ganz sicher: davon gibt es mehr als genug! Ein reger Austausch findet in dieser Facebookgruppe statt.

Zu wissen, dass man mit einem Problem nicht ganz alleine dasteht auf der Welt, ist immer gut zu wissen und in jedem Fall auch hilfreich.

Also: Versucht, diese Ratschläge zu beherzigen und ihr werdet sehen, die Welt sieht schon gleich ein bisschen rosiger aus.

Ihr solltet daher versuchen, jegliche Hilfe, die sich euch bietet, anzunehmen!

Egal, ob das nun die Großeltern sind, die Euer Baby mal für ein paar Stunden oder ein paar Runden draußen übernehmen, die Nachbarin, die Freundin oder wer auch immer – ihr braucht diese Zeit, um euch eine Pause und eine Auszeit zu gönnen! Danach könnt ihr sozusagen frisch gestärkt wieder „an die Front“.

Außerdem ist es wichtig, dass ihr euch mit eurem Partner abwechselt.

Ihr braucht dabei aber nicht zu zweit um das Baby herumzuscharwenzeln, es reicht genauso, wenn einer sich kümmert und der andere dabei am besten ganz aus dem Zimmer oder sogar aus der Wohnung geht – einfach mal auf Abstand gehen, das ist die Devise!

Ihr werdet sehen, dass ihr dabei ganz neue Kraft schöpfen könnt für den anstrengenden Alltag. Deswegen ist es nur fair, wenn beide sich mal eine Zeitlang ganz alleine um den kleinen Schreihals annehmen. Nach ein oder zwei Stunden Schreipause sieht die Welt nämlich schon wieder viel besser aus – versprochen!

Es gibt aber auch noch ein paar andere Dinge, die ihr nur für euch selber tun könnt wenn das Baby schreit

1. ein entspannendes Vollbad nehmen

Ihr legt euch am besten in die Wanne bei angenehmen 38 Grad. Mit einem ätherischen Öl als Badezusatz könnt ihr so richtig abschalten und die Seele baumeln lassen – das tut gut! 20 Minuten reichen dabei meistens schon völlig aus.

2. Detox

Wie wäre es mal mit einer Detox-Kur? Detox soll beim Entspannen helfen und schützt vor psychischem und physischem Stress. Hört sich gut an, oder? Ist es auch. Ein paar Detox Tage können euch tatsächlich wieder zu mehr Energie verhelfen. Allerdings bedeutet Detox auch Verzicht: Übersäuernde Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Weißmehl, Alkohol, Kaffee und Süßigkeiten sind nämlich tabu. Stattdessen dürft ihr euch satt essen an Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Hört sich schwierig an? Ist es aber gar nicht. Gesundes Essen gibt euch einen wahren Energieschub, dazu viel trinken, am besten Mineralwasser und Tee – ihr müsst ja nicht gleich wochenlang detoxen, sondern es reicht auch, wenn ihr klein anfangt, beispielsweise mit einem Tag pro Woche.

3. Bewegung

Logisch: Bewegung tut immer gut, vor allem, wenn man seine Abende in der letzten Zeit ausschließlich zuhause mit einem schreienden Kind auf dem Arm verbracht hat. Also: egal, wie das Wetter ist - raus aus dem Haus lautet die Devise (ihr könnt euch natürlich alternativ auch im Haus bewegen, beispielsweise wenn ihr einen Ergometer oder einen Stepper zur Verfügung habt. Zieht dann aber am besten Kopfhörer mit Musik auf, damit ihr nicht abgelenkt werdet – selbstverständlich muss sich in dieser Zeit jemand anderes um euer Baby kümmern )

Eine Runde Walken, Joggen oder auch nur Spazierengehen stärkt das Immunsystem und die Abwehrkräfte – gönnt euch daher regelmäßig, wann immer es geht, eine kleine Auszeit mit einer Runde Bewegung!

4. Yoga, autogenes Training, Qi Gong

Wenn ihr irgendwie die Zeit dafür findet, ist das natürlich ebenfalls eine gute Alternative. Alle genannten Sportarten helfen euch beim Entspannen und Abschalten. Idealerweise mach ihr so einen Kurs, während ihr euer Baby in guten Händen wisst. Vielleicht gibt es ja auch einen Kurs Yoga mit Baby? Wenn euer Baby allerdings während der ganzen Stunde scheint, ist euch damit natürlich ebenso wenig geholfen.

5. Entspannung durch Kräuter

Einige Kräuter haben eine durchaus entspannende Wirkung, zum Beispiel Lavendel der Melisse. Ihr könnt mit diesen Kräutern ein Vollbad machen, ihr könnt euch daraus aber auch einen leckeren, entspannend wirkenden Tee zubereiten. Balsam für die Seele!

6. Tief durchatmen!

Wenn ihr ganz schnell einen kleinen Energieschub braucht, dann achtet bewusst auf eure Atmung. Konzentriert euch auf euch selber (dazu sollte allerdings Ruhe herrschen) und achtet auf ein tiefes Ein- und Ausatmen.

Setzt euch dazu aufrecht hin, die Füße auf dem Boden.

Nun atmet ihr tief ein und stellt euch vor, der Atem fließt bis in eure Zehenspitzen. Entspannt eure Schultern, euer Gesicht und versucht, den Boden unter euren Füßen bewusst wahrzunehmen. Legt dann die Hände unter euren Bauchnabel auf den Bauch und lenkt die Atmung in Eure Hände.

Glaubt mir bereits nach einigen, wenigen Atemzügen seid ihr deutlich entspannter als zuvor!

Also die Botschaft ist klar: Verliert vor lauter (Schrei-) Baby nicht euch selber aus den Augen!

Ihr beide – Mutter und Vater - solltet darauf achten, dass ihr, bevor ihr am Rande eurer Kräfte seid, etwas für euch tut. Und dabei reichen wirklich schon ein paar Minuten am Tag aus. So kann man selbst die stressigsten Zeiten zumindest etwas besser durchhalten.

Wenn das Baby schreit ist es ein wirklich gutes Gefühl, zu wissen, dass ihr beide am gleichen Strang zieht. Also: nur nicht die Nerven verlieren!

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Die swing2sleep hat schon so vielen Eltern Schlaf und Ruhe gebracht. Vielleicht ja auch euch?

Eure Kerstin

Baby schläft Hier gibt es unseren kostenfreien Schreibaby - Ratgeber zum Herunterladen!


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