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Saugverwirrung bemerken, beheben, entgehen

Maik Schwede

Flasche, Schnuller und Brust? Vorsicht, Saugverwirrung

Das Baby nuckelt hingebungsvoll an der Brust - wer kennt es nicht, dieses friedliche Bild, was Babys abgeben, wenn sie gestillt werden? Aber der Schein trügt. Das Baby nuckelt nämlich nicht ganz friedlich und ganz selbstverständlich, für dein Baby ist es vielmehr eine Menge Arbeit. Nuckeln an der Brust, und zwar so, dass auch etwas dabei herauskommt, ist wirklich richtig anstrengend.

Baby wird an der Brust gestillt

Baby muss die Zunge und den Mund richtig positionieren, dabei müssen das Saugverfahren, Lippen, Kiefer und Zunge optimal zusammenspielen. Gar nicht so einfach das alles für ein Neugeborenes, welches gerade erst auf die Welt gekommen ist.

Wenn kleine Babys mal mit der Flasche gefüttert werden und mal an der Burst trinken sollen, kann das für sie eine ziemlich verwirrende Angelegenheit sein. Das liegt daran, dass das Trinken an der Brust für sie viel anstrengender und komplizierter ist als das Trinken an der Flasche. Auch ein Schnuller kann das Baby verwirren. Was das bedeutet? Das erfährst du hier im nachfolgenden Artikel.

Was ist eine Saugverwirrung eigentlich?

Wenn dein Baby eine so genannte Saugverwirrung hat, hat es Schwierigkeiten, an der Brust zu trinken oder zu saugen. Das kann dann passieren, wenn ihm in den ersten Wochen immer wieder andere Saugmöglichkeiten angeboten wurden – zum Beispiel die Brust, der Schnuller und die Flasche. Gerade für Säuglinge ist es noch ziemlich schwierig, so an der Brustwarze zu saugen, dass auch etwas herauskommt. Logisch, dass es verwirrend ist, wenn es das eine Mal so funktioniert, das andere Mal wieder ganz anders.

Man weiß übrigens noch gar nicht so lange, dass es das überhaupt gibt. Erst im Jahr 1995 wurde dieses Phänomen in den USA zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben. Seither weiß man etwas mehr über die Ursachen und die Hintergründe.

Weitere Ursachen für eine Saugverwirrung

Kaum zu glauben, aber manche Babys haben sich den Saugreflex am Daumen schon im Mutterleib falsch angewöhnt, weil sie dort immer am Daumen genuckelt haben.

Manchmal kann auch falsches Anlegen zu einer Saugverwirrung führen. Ebenfalls nicht günstig sind Stillhütchen.

Woran erkennt man eine Saugverwirrung?

Es gibt ein paar Symptome, an denen du erkennen kannst, dass dein Baby möglicherweise eine Saugverwirrung hat.

  • Dein Baby nuckelt viel, es ist dabei aber nicht effektiv, weil es nicht schafft, etwas zu trinken
  • Es ist beim Trinken auffallend unruhig und manchmal stößt es die Brust weg
  • Wenn es einmal angedockt hat, verliert es die Brustwarze immer wieder
  • Es zieht die Wangen auffallend ein
  • Dein Baby schafft es nicht, die Brust ausreichend zu leeren oder den Milchbildungsreflex zu stimulieren.
  • Es saugt an, lässt wieder los und so weiter. Dabei weint es oft.

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen dem Trinken an der Brust, dem Schnuller und dem Saugen am Fläschchen?

Baby wird mit dem Fläschchen gefüttert

Das Saugen an der Brust gestaltet sich für dein Baby mit Abstand am Schwierigsten. Viel leichter fällt es an der Flasche. Dafür muss es nämlich den Mund nicht so weit öffnen, mit der Zunge keine spezielle Bewegung ausführen so wie es an der Brust der Fall ist, sondern diese nur gegen den Gaumen drücken. Kurz gesagt, dein Baby muss sich bei der Flasche viel weniger anstrengen, um satt zu werden, als an der Brust. Wird beides parallel angeboten, verwirrt dies dein Baby.

Im Übrigen kann es auch zu einer Saugverwirrung kommen, wenn du dein Baby ausschließlich stillst, ihm aber zusätzlich einen Schnuller anbietest.

Wie kann man einer Saugverwirrung vorbeugen?

Nicht alle Babys bekommen eine Saugverwirrung, das ist die gute Nachricht. Dennoch weißt du natürlich nicht im Voraus, ob deines betroffen sein könnte oder nicht.

Deswegen wird empfohlen, in den ersten Wochen, so lange das Baby es erst noch lernen muss, wie man an der Brust richtig trinkt, noch nicht zuzufüttern und auch nicht auf die Flasche auszuweichen. Selbiges gilt für den Schnuller. Beides also am besten erst nach einigen Wochen einführen, wenn du merkst, dein Baby hat das mit dem Trinken an der Brust richtig gut drauf.

Nach ein paar Wochen, so weiß man mittlerweile, hat sich durch das mehrfache tägliche Saugen der Saugvorgang sozusagen gefestigt. Dieser Lernprozess, der ein paar Wochen lang dauern kann, sollte also möglichst nicht unterbrochen werden.

Was kann man tun, wenn das Baby eine Saugverwirrung hat?

Ein paar Empfehlungen gibt es, aber nicht immer sind diese von Erfolg gekrönt. Das Wichtigste aber ist: Hab mit dir und deinem Baby Geduld!

Am besten, du gibst deinem Kind von Anfang an weder Sauger noch Schnuller. Es sollte ausschließlich mit der Brust gefüttert werden.

Wenn sich dein Baby beim Stillen wehrt, dann versuch es mal, wenn es im Halbschlaf ist, dann wehrt es sich nämlich vielleicht weniger. Enger Körperkontakt hat auf dein Baby eine beruhigende Wirkung,

Wenn du deine Brustwarzen vor dem Stillen stimulierst, so dass bereits ein wenig Milch herauskommt, erleichterst du einem Baby das Saugen, weil dann der Milchfluss in Gang kommt.

Kommst du auch damit nicht weiter, solltest du dich am besten an eine Hebamme oder eine Stillberaterin deines Vertrauens werden.

Nicht nur das Saugen ist ein natürlicher Reflex der bei Babys dazu führt, dass sie sich besser beruhigen und entspannen können. Auch die Bewegung, in Form von schaukeln oder wippen sowie eine angenehme Begrenzung sind für fast alle Babys ein Grundbedürfnis und lassen sie deutlich besser zur Ruhe kommen und sorgen für eine Art Tiefenentspannung.  

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