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Dunstan Baby Language: Die Babysprache und wie sie funktioniert

Maik Schwede

Was will es nur, das Baby, wenn es weint? Bei fast allen Eltern macht sich große Ratlosigkeit breit, wenn das Baby anfängt, zu schreien. Wäre es nicht supertoll, wenn ihr euer Baby immer verstehen würdet – egal, ob es schreit, jammert oder weint? Eine geniale Vorstellung – nur: ist das überhaupt realistischWer kann schon das eine Geschrei vom anderen unterscheiden? Verfechter der Dunstan Baby Language sagen: ja, das ist es.  

Babysprache – überall gleich? 

Tatsächlich hat man herausgefunden, dass es eine universelle Babysprache gibt, die überall - also auf der ganzen Welt - vom Grundprinzip her gleich ist.  

Entdeckt wurde dies übrigens von der Australierin DunstanZugeben, sie besitzt als ausgebildete Opernsängerin eine ganz besondere Gabe, da sie bereits als Kind kein Problem damit hatte, ein Stück von Mozart einfach nur anzuhören, um es danach fehlerfrei auf der Violine nachzuspielen. Genau diese Gabe nutzte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes, dem sie wortwörtlich regelrecht zuhörte. Sie fing an, die Laute, die es von sich gab, zu notieren und entdeckte schnell ein System dahinterHilfreich war dabei allerdings auch ihr Hintergrundwissen als Mezzo-Sopranistin, wie Klänge überhaupt vom Körper erzeugt werden.  

Sie forschte daran ganze acht Jahre lang und wurde in ihrer Vermutung bestätigt: Jedes Baby, egal, aus welchem Kulturkreis es stammt und egal, welche Hautfarbe es hat, beginnt vor dem Weinen mit einem von fünf Grundlauten 

Die Babysprache - wie funktioniert sie? 

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Babysprache erst einmal ganz simpel um Reflexe, die das Baby in den ersten drei Monaten immer und immer wieder von sich gibt. Alle Babys besitzen diese Reflexe, und man kann sie, wenn man ganz genau aufpasst, tatsächlich auch als solche erkennen: nämlich ganz kurzbevor das Baby anfängt, zu weinen. Es handelt sich dabei um kurze Laute.  

Baby schreit schwarz-weiß Foto

Welches Bedürfnis hat mein Baby?  

Diesen Reflex können Eltern, wenn sie ganz genau zuhören, auch zuordnen: Je nachdem, welches Bedürfnis das Baby gerade hat, fällt dieser Reflex entsprechend aus. Erkennen die Eltern an dem jeweiligen Laut Babys Bedürfnis und „helfen“ ihm, beruhigt es sich wieder. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass ein Baby, dessen Eltern die Bedeutung eben nicht erkennen, dann erst richtig loslegen mit dem Geschrei – und zwar mit Nachdruck. Schließlich will es mit seinem Problem ja ernst genommen werden. Reagiert keiner passend darauf, dann wird es eben lauter.   

Die Laute bleiben Babys bis zum etwa 6. Lebensmonat erhalten. Danach kann man sie allerdings nicht mehr wahrnehmen. Bereist nach dem 3. Monat verändern sich die Laute ganz individuell von Baby zu Baby – dann wird es also zunehmend schwieriger, sie konkret zuzuordnen.  

Neh, Owh oder Heh 

Babys, die ein deutlich vernehmbares Neh von sich geben, sagen damit, dassie Hunger haben. Hört sich das Geräusch eher nach einem Owh an, heißt es, dass das Baby müde ist und gerne schlafen möchte. Ein Heh heißt, dass dem Baby etwa unangenehm ist – zu warm, zu kalt, volle Windel, was auch immer. Macht das Baby „eh, eh, eh“ muss es aufstoßen. Hört sich der Laut eher nach einem „eiar“ an, bedeutet das, dass Baby Luft im Bauch hat und mit Schmerzen zu kämpfen hat.  

Mutter hält Baby im Arm mit Sprechblasen Illustration

Kann man diese Babysprache eigentlich erlernen? 

In der Theorie hört sich das alles zugegebenermaßen ziemlich einfach an. Hört man seinem Baby dann aber noch so aufmerksam zu, wird man als musikalisch ganz normal gebildeter Mensch ziemlich schnell an seine Grenzen stoßen und feststellen: Irgendwie hört es sich ja doch alles – fast - gleich an. 

Deswegen gibt es deutschlandweit spezielle Dunstan Babysprachkurse, in denen frischgebackene Eltern erlernen können, zu hören, was genau ihr Baby ihnen sagen will. Und wenn ihr in eurer Nähe keinen Kurs finden könnt, gibt es auch eine Dunstan App und eine entsprechende DVD.  

 

An den Lauten unmittelbar vor Babys Geschrei also ganz konkret erkennen zu wollen, was Baby uns eigentlich sagen will, ist zwar ein frommer Wunsch, aber eben nur bedingt machbar

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Auf jeden Fall eine interessante Sache, denn wie drückt es Priscilla Dunstan so schön aus? „Jedes Baby soll gehört werden“. 


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